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09. Dezember 2011 20:04 Uhr

Umstrittene Werbekampagne

Erzdiözese Freiburg: Familienbund stößt Boykott gegen Media Markt an

Die Media-Markt-Werbung "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" stößt christlichen Gruppen sauer auf. Mit einer E-Mail hat der Vorsitzender des Familienbundes in der Erzdiözese Freiburg eine Boykott-Bewegung in Gang gesetzt.

  1. „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ wirbt die Kette Media Markt. Foto: dpa

Begonnen hat die Bewegung mit einer E-Mail, die der Wittnauer Stephan Schwär an zahlreiche Freunde und Bekannte versandte. Darin rief er zum Boykott der Media Märkte und der Schwestergesellschaft Saturn auf. Schwär, Vorsitzender des Familienbundes in der Erzdiözese Freiburg, stößt sich vor allem an der Werbung im Radio. Da gehe es nur um die Geschenke, das Weihnachtsevangelium werde als lästige Pflicht abgehandelt. "Diese Verkürzung von Weihnachten ist unmöglich", sagt er.

Der Familienbund der Katholiken hat Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt. "Weihnachten ist das Fest der Familie und kein Geschenkewettkampf, der unterm Baum entschieden wird", sagte Elisabeth Bußmann, die Präsidentin des Familienbundes.

Inzwischen gibt es eine Gegenaktion via Facebook. "Weihnachten wird in der Krippe entschieden!" zählte am Freitag mehr als 20.000 Unterstützer, weitere 72.000 Menschen sind eingeladen, sich zu beteiligen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte: "Nicht der Baum und die Geschenke sind entscheidend für Weihnachten, sondern die Geburt Christi." Für Christen und viele andere Menschen sei der Slogan von Media Markt inakzeptabel. Zuvor hatte schon der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof an die Handelskette appelliert, das "unwürdige und beleidigende Schauspiel unverzüglich" zu beenden.

Werbung


"Weihnachten ist kein Geschenkewettkampf."

Elisabeth Bußmann, Familienbund
Eine Media-Markt-Sprecherin wies die Kritik zurück. "Es liegt uns fern, eine Werbung zu veröffentlichen, in der religiöse Symbole oder Glaubensinhalte herabgewürdigt werden", sagte sie. Dem Unternehmen sei bewusst, dass der Weihnachtsbaum und ein gefüllter Gabentisch nichts mit den religiösen Ursprüngen des Festes zu tun hätten. Dennoch gehörten sowohl der Baum als auch die Päckchen in vielen Familien zu festen Bestandteilen der Festtage. "Dass wir diesen Aspekt in unserer Werbung aufgreifen, bedeutet jedoch nicht, dass wir der Meinung wären, Weihnachten sei darauf zu reduzieren", sagte die Unternehmenssprecherin. Auf die Frage, ob das Unternehmen Konsequenzen aus dem Protest ziehen wolle, äußerte sie sich nicht.



Unterdessen startete die Evangelische Jugend in Bayern gemeinsam mit der Katholischen Jugend eine weitere Aktion. Motto: "Weihnachten wurde unterm Stern entschieden. Wir sind doch nicht blöd." Junge Christen wollten so einen Gegenpol setzen zu der Werbekampagne der Einzelhandelskette und deutlich machen, worauf es an Weihnachten ankommt, hieß es dazu in Nürnberg. Weihnachten sei mit der Geburt Christi, in einer Krippe unterm Stern von Bethlehem entschieden. Die zentrale Botschaft bleibe: Jesus kam arm und mittellos auf die Welt. Damit stelle sich Gott auf die Seite der Armen.

Die Media-Markt-Werbung entleere den Sinn des Weihnachtsfestes, kritisierte der badische evangelische Oberkirchenrat Matthias Kreplin die Aktion. Der württembergische evangelische Rundfunkpfarrer Andreas Koch schreibt auf der Homepage der Landeskirche: "Geschmacklosigkeit hat immer noch Luft nach oben, und das durchaus auch im Advent." Der Slogan führe zusammen mit den entsprechenden Spots das Fest der Geburt Jesu komplett ad absurdum.

Weihnachten dürfe nicht zum Fest des Kommerzes verkommen, unterstrich der Vorsitzende der Evangelischen Jugend in Bayern, Michael Thiedmann. Die Evangelische Jugend und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Bayern riefen alle Jugendlichen dazu auf, mit Grußkarten, im Internet und über die sozialen Netzwerke Stellung zu beziehen.

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Autor: Jörg Buteweg, epd und kna