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14. Dezember 2011
Geboten wurden klassische und moderne Stücke
Der Musikverein Wittnau hatte zum Adventskonzert in die Pfarrkirche eingeladen / Viel Applaus vom Publikum.
WITTNAU (sf). Es ist Advent und das heißt Ankunft. Für Christen ist es die Zeit, in der sie sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi vorbereiten. Advent, das ist aber auch die Zeit der Weihnachtsmärkte und der besinnlichen Konzerte. Ein wirklich schönes und dieser Zeit angemessenes Konzert gelang dem Musikverein Wittnau in der Pfarrkirche, also an einem Ort, wo normalerweise Eucharistie gefeiert, getauft und das Wort Gottes verkündet wird.
Klassische und moderne Stücke hat Dirigent Wilhelm Schmid ausgesucht, Stücke, die in ihrer Melodieführung, in ihren Harmonien und Rhythmen gut in eine Kirche passten, aber auch eine abwechslungsreiche Programmabfolge ergaben. Da war ein mittelalterlicher Wenzelschoral, einst komponiert und getextet zu Ehren des Patrons von Böhmen, oder die zeitgenössische Blasorchester-Komposition "Eventide-Fall", die versucht, mit musikalischen Motiven die Stimmung beim Eintreten der Abenddämmerung nachzuzeichnen. Sehr feierlich, klar und vom Orchester fein differenziert zum Ausdruck gebracht, kam diese Bildermusik daher. Weiter entfaltete sich über Tubatönen ein barocker, jedoch für Blasorchester arrangierter Kanon, indem das Motiv durch die Instrumentengruppen perlte und sich in immer wieder neuen Variationen entfaltete.
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Als Höhepunkt des Konzerts prägte sich das Stück "Blue Ridge Saga" ein. Eingeführt mit einer pastoral anmutenden Ballade setzte sich diese Komposition als schwungvolle, regelrecht hinreißende Kaskade von Motiven fort, die die Gebirgslandschaft der "Blue Mountains" wiedergeben sollten, und schloss mit einem furiosen Finale. Weiter durchzog mit dem Stück "Friends for Life" der typisch-sanfte Jacob-de-Haan-Swing durch die Kirche (Jacob de Haan zählt zu den bekanntesten und meist gespielten Blasmusikkomponisten) und berührte das Orchester mit einer eindringlichen Interpretation des christlichen Chorals "Komm Jesu Christ, sei unser Gast". Es ist unmöglich, alle Stücke aufzuzählen oder gar zu besprechen. Am Ende dankte das Publikum mit großem Applaus.
Der Musikverein Wittnau kann sich hören lassen. Wilhelm Schmid hat Stücke ausgesucht, die zu seinem Orchester passen und den rund 30 Musikerinnen und Musikern ist es gelungen, die Möglichkeiten der Interpretation auszuschöpfen, die Stücke zu gestalten. Etwa damit, woraus sich die "Dynamik" eines Stücks ergibt und wofür die Komponisten seit Jahrhunderten ein vereinbartes Repertoire an Ausdrucksbezeichnungen und Stärkegraden von fortissimo (sehr laut) bis pianissimo (sehr leise) besitzen. Bei künftigen Konzerten in der recht kleinen Kirche Mariä Himmelfahrt könnte das Orchester das Forte nicht so wörtlich nehmen. Beim Piano und Mezzoforte klang es am schönsten. Ein Lob ist auch dem Moderator Alexander Schuldis auszusprechen. Unaufdringlich und locker und vor allem mit einem guten Gespür für die Länge der Pausen zwischen Musik- und Wortbeitrag führte er durch das Konzert.
Autor: sf
