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03. Juli 2008
Geschichten rund um die Oldtimer
Beim Hexentäler Oldtimertreffen gab es für Experten viel Gesprächsstoff / Die Besucher genossen den Anblick alter Fahrzeuge
WITTNAU Einen kleinen Schubs brauchte er dann doch noch. Ganz von alleine ließ sich der Motor des über 30 Jahre alten Traktors nicht einschalten. Gut, dass da gleich ein Gleichgesinnter zur Stelle war, der den alten Trecker mit dem Seil anschleppte. Die Kameradschaft ist groß unter Liebhabern alter Autos und Traktoren, wie man auch beim diesjährigen Hexentäler Oldtimertreffen in Wittnau erleben konnte. 31 Traktoren, 18 Autos und zwölf Motorräder wurden von den begeisterten Zuschauern bewundert.
Mit jedem Oldtimer ist auch eine Geschichte verbunden. Für Oldtimer-Traktoren scheint dies noch mehr zu stimmen, denn die meisten von ihnen sind seit Jahrzehnten in Familienbesitz und leisteten zuvor wichtige Arbeit auf den eigenen Feldern, bevor sie dann generalüberholt in den verdienten Ruhestand geschickt wurden.Für Herbert Thum und seine Frau Dora ist ihr alter Hanomag RL 20, Baujahr 1940, schon fast ein Familienmitglied geworden. Thum ist Nebenerwerbslandwirt und konnte das kräftige Fahrzeug, das zuvor auf einem Weingut eingesetzt war, in seinem Betrieb gut brauchen. Seit 1958 ist es in seinem Besitz und bis heute im Einsatz – allerdings nur noch auf solchen Oldtimertreffen.
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Die 31 Traktoren, die auf der Wiese vor der Wittnauer Festhalle in der Sonne stehen, werden gepflegt und gehegt. "Das Interessanteste an dem Treffen sind die Gespräche unter den Teilnehmern", sagt der Wittnauer Bürgermeister Enrico Penthin. Da werde gefachsimpelt und aus dem eigenen Nähkästchen geplaudert, Gleichgesinnte seien da unter sich.
Das gilt auch für die Besitzer der Oldtimer-Autos. "Das ist schon ein ganz besonderes Volk, da haben alle die gleichen Interessen", sagt Michael Leukel aus Hochdorf. Mit seinem gelben Opel Admiral, Baujahr 1974, hat er sich auf den Weg ins Hexental gemacht. Ein wahres Schiff ist das Fahrzeug, über fünf Meter lang und fast zwei Tonnen schwer. Und die Mama sitzt auf der Rückbank samt Schoßhündchen und ist ebenso von den alten Karossen begeistert wie der Sohnemann. "Die sind schon geil", sagt die über 70-Jährige beim Anblick der chromblitzenden Boliden.
Auch ein alter VW-Kübelwagen steht dazwischen. Ein Fahrzeug, das Ernst Lutz besonders erfreut. Lutz ist der Vorsitzende des Verkehrs- und Trachtenvereins, der das Treffen organisiert hat. "Auf so einem Fahrzeug hab ich bei der Bundeswehr meinen Führerschein gemacht", freut er sich über den Anblick des Old timers. Bereits zum wiederholten Mal hat der Verein ein solches Treffen organisiert, früher sei noch eine längere Ausfahrt dabei gewesen, aber der Aufwand, um die Genehmigung für eine solche zu bekommen, sei irgendwann einfach zu viel gewesen.
"Da braucht man dann Streckenposten und muss die Strecke genau abstecken", erklärt Lutz die Auflagen vonseiten der Behörden. So beschränkte man sich eben auf eine kleine Rundfahrt durch die Gemeinde.
Die Wittnauer Bürger entlang der Straße freuten sich dafür umso mehr über die Kolonne, die man sonst nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Ein Teilnehmer musste sich nach dem Ende des Treffens sogar noch auf einen längeren Weg machen. Mit einem Fiat Balilla aus den dreißiger Jahren kam er extra für das Treffen im Hexental aus dem nordbadischen Rastatt angefahren.
Autor: Michael Saurer


