Jörg Kindel gewinnt in Wittnau

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Mo, 02. Juli 2018

Wittnau

Der Bürgermeister aus Au erhält 75,2 Prozent der Stimmen und wird nun auch im Nachbarort Rathauschef / Hohe Wahlbeteiligung.

WITTNAU. Die Bürger in Wittnau haben sich entschieden und Jörg Kindel zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. 70,9 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben, 75,2 Prozent entfielen auf Jörg Kindel, der künftig Bürgermeister in Au und Wittnau sein wird. Willibald Herz, der neben Kindel als einziger der vier Kandidaten einen ernsthaften Wahlkampf geführt hatte, kam auf 16,8 Prozent. 7,4 Prozent wählten Markus Falk und 0,4 Prozent Friedhild Miller. Der neue Bürgermeister Jörg Kindel wird am 1. Oktober die Nachfolge von Enrico Penthin antreten, der nicht mehr kandidiert hatte.

Es war kurz vor 19 Uhr, als der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Jürgen Lieser, das Ergebnis der Wahl vor dem Gallushaus verkündete und den Bürgern "weißen Rauch" ankündigte. Zahlreiche Bürger hatten sich dort eingefunden, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Wahl ausgegangen ist. Bereits im Wahlkampf war das Interesse der Bürger an Veranstaltungen von Kandidaten, Gemeinde und BZ groß gewesen. Die Wahlbeteiligung von 70,9 Prozent belegt das Interesse der Bürger am politischen Geschehen in ihrem Ort. Bereits vor acht Jahren hatte die Wahlbeteiligung bei 67 Prozent gelegen.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses war der Applaus groß. Jürgen Lieser dankte den beiden anwesenden Kandidaten (Markus Falk und Friedhild Miller waren auch am Wahlabend nicht nach Wittnau gekommen) für einen fairen Wahlkampf. Das Ergebnis von 75,2 Prozent für Jörg Kindel belege den großen Rückhalt, den er bei den Wittnauern habe.

Jörg Kindel erklärte unter dem Beifall der Anwesenden, er nehme die Wahl an. Als er vor acht Jahren seinem Vorgänger Enrico Penthin zu dessen Wiederwahl gratuliert habe, habe er sich nicht träumen lassen, 2018 als dessen Nachfolger auf den Stufen des Gallushauses zu stehen. "Es ist für mich etwas ganz Tolles, hier oben stehen zu dürfen", so Kindel zu den Bürgern, denen er für das "überwältigende" Ergebnis dankte. Seinem Gegenkandidaten Willibald Herz dankte Kindel für den fairen Wahlkampf und wünschte ihm alles Gute.

Willibald Herz gratulierte Jörg Kindel zu dessen Erfolg. Er wäre sehr gerne in Wittnau selbst Bürgermeister geworden, respektiere aber das eindeutige Ergebnis. Gegenüber der BZ erklärte Willibald Herz, er sei von seinem Ergebnis sehr enttäuscht. Offenbar, so seine Erklärung, seien seine Ideen etwa zu einer Verlegung des Sportplatzes und einer moderaten Bebauung auf diesem Gelände nicht angekommen. Er habe sich klar positioniert und das sei ihm wichtig gewesen.

Wittnaus Bürgermeister Enrico Penthin zeigte sich nicht überrascht vom Ergebnis, nachdem die beiden weiteren Mitbewerber in Wittnau nicht oder nicht mehr in Erscheinung getreten seien. Er halte die Idee seines Kollegen, in zwei Gemeinden als hauptamtlicher Bürgermeister zu agieren, für sehr reizvoll und wünsche ihm für beide Gemeinden eine gute Hand. Zu den Gratulanten von Jörg Kindel gehörten neben Enrico Penthin auch Bürgermeisterkollegen aus dem Hexental und aus weiteren Nachbargemeinden.

Markus Falk und Friedhild Miller waren nicht nach Wittnau gekommen. Friedhild Miller hatte im Ort keinen Wahlkampf gemacht. Markus Falk hatte, so erklärte er, den Wahlkampf aus beruflichen Gründen abgebrochen. Er gratulierte am Wahlabend per Mail Jörg Kindel zu dessen "grandiosem Erfolg" und wünsche ihm und Wittnau eine gute Zukunft. Wäre es zu einem zweiten Wahlgang gekommen, so Falk, hätte er wieder aktiv in den Wahlkampf eingegriffen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Er sei sicher, dass er dauerhafte Kontakte zu Wittnau behalten und ein "Wittnau-Fan" bleiben werde.

Feuerwehr und Musikverein hatten sich auf den Abend vorbereitet. Der Bürgermeisterbaum stand geschmückt bereit und wurde, begleitet von den Klängen des Musikvereins Wittnau, zu Ehren des neuen Bürgermeisters aufgestellt.