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26. November 2011
Krippen, groß und klein
Die "Initiative Pfarrscheune Wittnau" hat das alte Gebäude als Ausstellungsraum hergerichtet.
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Letzte Hand legt Thomas Ries (links) aus Au an seine Krippe, eine von vier Krippen, die er ausstellt. Daniel Batt (rechts) ist wie sein Vater Hobbyschnitzer und wird sein Handwerk vorstellen. Foto: Andrea Gallien
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Foto: Andrea Gallien
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Engagierte Ausstellungsorganisatoren: Eugen Steffi (links) und Josef Wießler Foto: Andrea Gallien
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Eine gespendete Tanne machte es möglich: die neue Treppe in der Scheune. Foto: Andrea Gallien
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Eine der rund 40 Krippen, die an den vier Adventssonntagen zu sehen ist. Foto: Andrea Gallien
WITTNAU. Sie reden und planen nicht nur, sie packen auch kräftig an und engagieren sich für die Umsetzung ihrer Ideen: die Mitglieder der "Initiative Pfarrscheune Wittnau". Seit Monaten haben sie in der Pfarrscheune an Abenden und Wochenenden gearbeitet und sie fit gemacht für eine schon im vergangenen Jahr geplante Krippenausstellung. Jetzt ist es geschafft: An den vier Adventssonntagen werden rund 40 Krippen zu sehen sein.
Am heutigen Samstag wird noch mal viel los sein in der Pfarrscheune neben der Wittnauer Kirche: Die ehrenamtlichen Handwerker werden letzte Hand anlegen, um in dem alten Gebäude gemütliche vorweihnachtliche Atmosphäre aufkommen zu lassen, und die vielen Aussteller werden ihre Krippen herausputzen, auf dass sie bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 27. November, ab 11.30 Uhr auch glänzen mögen. Rund 40 kleine und große Krippen – vorwiegend Hauskrippen aus Wittnauer Familien – aber auch Exemplare aus Italien, Spanien und dem Elsass werden gezeigt. Pünktlich zu Weihnachten werden sie wieder bei ihren Eigentümern zu Hause sein.Werbung
Die kleinste Krippe ist ein sogenanntes Känsterle, eine im 19. Jahrhundert gepflegte bäuerliche Volkskunst. Hier gibt es weder Maria noch Josef, sondern nur das Jesuskind in einem Nest unter einer Glasglocke. Die größte Krippe ist mehr als drei Meter breit, hat mehrere Häuser, Kapelle, Wasserrad und Brunnen. Zu sehen ist auch eine ausgemusterte Krippe, die Josef Wießler auf dem Dachboden der Wittnauer Kirche gefunden hat. Die Figuren gibt es nicht mehr, deshalb werden Engel und Schafe aus der Horbener Kirche, die dort keine Verwendung mehr finden, zu sehen sein. Ergänzt wird die Ausstellung durch das Schauschnitzen von Hobbyholzschnitzern. Musiker aus dem Ort werden an den Nachmittagen spielen und für Getränke und ein kleines Vesper wird auch gesorgt.
Damit die Pfarrscheune Schauplatz einer solchen Ausstellung werden konnte, war jede Menge (Vor-)Arbeit notwendig. Bis zu 22 Mitglieder der "Initiative Pfarrscheune", die sich den Erhalt des Gebäudes zum Ziel gesetzt haben, haben seit Monaten abends und am Wochenende geschuftet, um das seit 40 bis 50 Jahren nicht mehr genutzte Gebäude zu entrümpeln und zu säubern. Drei der insgesamt vier Teile der Pfarrscheune können jetzt genutzt werden, unter anderem, weil neue Böden eingezogen wurden und weil ein Mitglied der Initiative eine große Tanne gespendet hatte. Diese konnte, so berichten die Organisatoren Eugen Steffi und Josef Wießler, zu einer Treppe, einer Empore und zu Brüstungsbrettern verarbeitet werden. Da zahlt es sich aus, dass zur Initiative Schreiner, Zimmerleute und Elektriker angehören, unter anderem August Faller, der, so Steffi und Wießler, wichtiger Ideengeber gewesen sei. Entstanden sind Räume und Ausstellungsflächen auf zwei Ebenen, alles zum Dach hin durch Abdeckvlies und Folien geschützt. So soll auch die Wärme, die die Heizstrahler bieten, möglichst lange im Raum bleiben. Mit viel Liebe zum Detail sind die Handwerker vorgegangenen: An der Decke strahlen (ausgeliehene) Kronleuchter, an Boden sorgen Holzhackschnitzel für wohlige Atmosphäre.
Wie es mit der Scheune weiter geht, hängt wie so oft vom Geld ab. Steffi und Wießer sind "etwas enttäuscht", dass die politische Gemeinde kein Geld aus dem Förderprogramm des Landes beantragt hat, haben aber Verständnis für die anderen Verpflichtungen der Gemeinde. Die geplante Generalsanierung der Pfarrscheune, für die 800 000 Euro Kosten veranschlagt waren, wird es also vorerst nicht geben. Wießler und Steffi hoffen aber, dass sie zumindest erst einmal die Dachhaut der Scheune sichern können, dazu allerdings sind auch 150 000 Euro notwendig.
Autor: Andrea Gallien


