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30. Dezember 2011

Stall und Figuren spendeten Bürger

WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: Die Krippe in der Wittnauer Pfarrkirche ist bis zum Sonntag nach Dreikönig zu sehen.

  1. Foto: Tanja Bury

  2. Gestiftet von Wittnauer Bürgern: Die Krippe in der katholischen Pfarrkirche. Foto: Tanja Bury

  3. Foto: Tanja Bury

BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland ebenso vor, wie Leute, die sich dem Krippenbau verschrieben haben. Heute: die Krippe in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Wittnau.

Die Krippen waren in diesem Jahr ein thematischer Schwerpunkt in der Vorweihnachtszeit in Wittnau. Rund 40 große und kleine Krippen unterschiedlichster Bauart und meist aus Wittnauer Familien stammend, waren in der Pfarrscheune ausgestellt. Nicht viele Gemeinden haben eine solche Tradition der Hauskrippen.

Bei allem privaten Engagement ist es natürlich selbstverständlich, dass auch in der Pfarrkirche eine ansprechende Krippe steht. In den vergangenen 80 Jahren waren es insgesamt drei verschiedene, berichtet Josef Wießler, der die Krippe in der Kirche betreut und sich über deren Geschichte kundig gemacht hat.

Die älteste Krippe, an die Wießler sich erinnert, ist die, deren Haus in der Ausstellung zu sehen war – ergänzt durch Figuren aus Horben. Gebaut hat das Haus zwischen 1925 und 1930 der Landwirt und Hobbybastler Josef Weber aus Biezighofen. Jedes Jahr bis 1975 stand die Krippe in der Weihnachtszeit in der Kirche, immer sorgsam betreut vom damaligen Mesner Josef Kopp. Dem fiel es allerdings mit den Jahren immer schwerer, das große und einige Kilogramm wiegende Holzgebäude die steile Treppe auf den Kirchenspeicher hinauf und hinunter zu tragen. Der Zahn der Zeit hatte auch an den Figuren und Wollschafen genagt und so machte 1975 die alte Krippe Platz für eine neue. Die war, so erinnert sich Josef Wießler, ein einfacher Spanplattenbau, hatte ein Krippenhaus mit Strohdach und war bestückt mit Figuren aus Kunststoff.

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Im Jahr 2000, die Innenrenovierung der Kirche war gerade fertig, erschien im Gallusboten, den Kirchennachrichten, die Mitteilung, dass die Krippenfiguren in einem "miserablen Zustand", so Wießler, seien, hatten sie doch der Hitze unter dem Kirchendach nicht Stand gehalten und waren zum Teil sogar geschmolzen. Sie konnten nicht mehr verwendet werden. Drei Wittnauer Familien stifteten daraufhin die neue, heute noch genutzte Weihnachtskrippe mit Stall, gebaut von einem Pfaffenweiler Privatmann. Spenden von Wittnauer Bürgern machten es möglich, neue, aus Holz geschnitzte Figuren aus Südtirol zu kaufen.

Die Krippe besteht nur aus dem eigentlichen Stall ohne weitere Häuser. Sie ist insgesamt rund 90 Zentimeter breit, 70 Zentimeter tief und hoch und wird kurz vor Weihnachten von Josef Wießler aus der Remise in die Kirche geholt – der Kirchenspeicher dient schon länger nicht mehr als Aufbewahrungsort. Für die Feinarbeit, den Aufbau mit Moos, Blumen und Steinen sorgen Rita Gutgsell und Regina Steffi. Bis zum Sonntag nach Dreikönig ist sie in der Kirche zu sehen, dann verschwindet sie bis zum nächsten Jahr wieder in der Remise.

Autor: Andrea Gallien