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25. Juni 2010
Treffpunkt für Treckerliebhaber
Fünfte Traktorenschau des Verkehrs- und Trachtenvereins in Wittnau / Beim Wettbewerb waren Wissen und Geschick gefragt.
WITTNAU. Wenn Wittnau zum Traktorentreffen lädt, wird kein Weg gescheut, um sich mit Gleichgesinnten, Sammler und Treckerliebhaber auszutauschen. Nun war es wieder so weit: Um die Gallushalle herum präsentierten sich 51 dieser ursprünglich landwirtschaftlichen, inzwischen längst zu begehrten Sammlerobjekten gewordenen Gefährte. Veranstalter war – nun schon zum fünften Mal – der Verkehrs- und Trachtenverein Wittnau.
Dank der guten Organisation wurde die Veranstaltung zum Erlebnis für Publikum und Akteure. Denn man beschränkte sich nicht auf's Angucken und Bewundern, sondern hatte wieder einen Wettbewerb vorbereitet, der die Fahrer richtig forderte. So galt es, Präzision beim Bremsen zu beweisen, indem der Fahrer genau angeben musste, wie weit von einer Mauer entfernt er halten würde – da ging es um Zentimeter. Als zweites war ein Fragebogen auszufüllen, der Kenntnisse über Umgebung und Geschichte von Wittnau, aber auch allerhand Fachwissen über Traktoren voraussetzte. Als dritte Aufgabe war bei der Prüfungsfahrt durch das Dorf im Rahmen einer sogenannten "stummen Kontrolle" aus sieben plötzlich auftauchenden Buchstaben ein Wort zusammenzusetzen; Überraschung: Wittnau kam dabei heraus. Sieger bei diesem Wettbewerb wurde Wilhelm Reichenbach aus Ebringen, der mit einem "Güldner ADN10W" angetreten war. Er teilte sich den Sieg mit Hans-Georg Hermann aus Wittnau, stolzer Besitzer eines "Porsche FL16". Den dritten Platz belegte Alfons Asal aus Merzhausen mit seinem "Massey-Ferguson MF35". Sie bekamen das Modell eines legendären Traktors aus den 50er Jahren überreicht.Werbung
Legendär waren auch viele der Traktoren, die fachgerecht saniert, frischgeputzt und auf Hochglanz poliert vor der Gallushalle aufgereiht standen. Die ältesten waren Baujahr 1940, viele aus den fünfziger und sechziger Jahren. Sie hießen beispielsweise "Fendt 3S" und "Schlüter Super" , "Eicher Königstiger","Hanomag R217", "Hela", "Lanz", beide mit verschiedenen Modellen vertreten, oder "Porsche Standard", "IHC" oder "Holder". Allesamt Namen, die des Kenners Herz höher schlagen ließen.
Den weitesten Anfahrtsweg nach Wittnau hatte der Besitzer eines Traktors aus Kandern. Er bewältigte die Strecke in rund drei Stunden. Die meisten kamen aus der näheren Umgebung: viele aus Wittnau selbst, aber auch aus Merzhausen, Gundelfingen, Umkirch, Mengen, Freiburg, Buggingen, Kirchzarten, Leutersberg und aus Ebringen. Hier hat sich sogar ein Freundeskreis aus fünf Traktorliebhabern gebildet, die "Freunde der Pfluegschleipfer". Einer von ihnen, Fritz Hensler, hat dokumentiert, was er mit seinem "Fahr D132L" angestellt hat, bis das ursprünglich schrottreife Gerät zu dem heutigen Prachtstück wurde. Die Fotos über die verschiedenen Stationen der Restaurierung zeigen das gute Stück in sämtliche Einzelteile zerlegt, die es zunächst von alten Farbresten und Rost zu befreien und wieder in Form zu bringen galt. Monatelang arbeitete Hensler an der Wiederherstellung und scheute keine Kosten und Mühen: "Man bekommt heutzutage alle Einzelteile, wie Lampen und Aufbauten, dem Original nachgebaut – sie sind nur viel teurer als früher."
Der Laie konnte bei der Traktorenschau lernen, dass die Marken auch an der jeweils charakteristischen Farbe zu erkennen sind: Graublau die Eicher-Reihe, Rot die Fahr-Typen, in Grün-Schattierungen Hanomag oder Lanz. Ein seltenes Einzelstück, der "Hanomag Schnellläufer", Baujahr 1940, zog alle Blicke auf sich, denn er sieht aus wie eine Benzinkutsche aus der Frühzeit des Autobaus.
Beim Traktorentreffen 2009 waren Ballons auf den Weg geschickt worden mit Absender und der Bitte um Rückmeldung. Nun gab Carmen Ober, stellvertretende Vorsitzende des Verkehrs- und Trachtenvereins, das Ergebnis bekannt: Am weitesten hatte es der Ballon der vierjährigen Anna Gysbers bis nach Oberdorf im schweizerischen Aargau gebracht, gefolgt von Pascal Schmoranzers Ballon, nach 92, 5 Kilometern in Schwörstadt bei Wehr gelandet, und dem von Christina Steiert, der es über 37,8 Kilometer bis nach Wildbollen geschafft hatte .
Autor: Anne Freyer
