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10. Januar 2012
"Werte durch Veränderung wahren"
Den Neujahrsempfang der Gemeinde Wittnau im Vereinshaus nutzen verschiedene Festredner zum Rück- und Ausblick.
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Ein buntes Bild bot die Trachtengruppe beim Neujahrsempfang im Wittnauer Vereinshaus; mittendrin: Bürgermeister Enrico Penthin. Foto: Anne Freyer
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Beim Anschnitt der Neujahrsbrezel (von links): die Bürgermeisterstellvertreter Alexander Schuldis und Manfred Steinke, Vereinssprecher Klaus-Dieter Trescher, Bürgermeister Enrico Penthin und die Pfarrer Martin Auffarth und Hubert Reichardt. Foto: anne freyer
WITTNAU. Eine willkommene Gelegenheit, Rückblick auf das alte und Vorschau auf das neue Jahr zu halten, nannte Bürgermeister Enrico Penthin den Neujahrsempfang im Vereinshaus mit Beiträgen von Kirchen und Vereinen und dem traditionellen Brezelanschnitt. Den unterhaltenden Teil hatte in diesem Jahr die Trachtengruppe übernommen mit Tänzen, Gedichten und Anekdoten auf Alemannisch.
Unter den Gästen des festlichen Abends konnte Bürgermeister Enrico Penthin ehemalige und aktive Mitglieder des Gemeinderats, seinen Amtsvorgänger Erich Birkle und die Vertreter von Kirche und Vereinen sowie von Kindergarten und Schule begrüßen. Mit besonderem Stolz wies er auf den frisch gedruckten Jahresbrief 2011 hin, der, wie er betonte, ein Unikum in weitem Umkreis darstelle und dazu dienen solle, "kulturelle Ereignisse und die Ortsgeschichte auf angenehme Weise" festzuhalten.Als prägende Ereignisse des vergangenen Jahres nannte er im Besonderen die Begegnung mit "unseren Freunden aus St. André", die Verleihung der Ehrennadel an Otto Selb und den Spatenstich und das Richtfest des Gallushauses. Nun stehe im neuen Jahr dessen Vollendung und Einweihung bevor, ein bedeutender Schritt für die ganze Gemeinde, ihre Kindergarten- und Schulkinder, für die ältere Generation und das gesamte Vereinsleben. Damit sei man wieder einen Schritt weiter auch im Hinblick auf die Umsetzung der Ortsmitte, deren Finanzierung nicht einfach, aber angesichts von Zuschüssen aus dem Ausgleichsstock, der LSP-Förderung und des Schuldenabbaus möglich sei. Seinen Zuhörern gab der Bürgermeister die Erkenntnis mit auf den Weg: "Werte kann man nur durch Veränderung bewahren", begleitet von kreativer Kritik und gegenseitiger Wertschätzung.
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In diesem Zusammenhang dankte er allen, die 2011 ehrenamtlich in den Bereichen Soziales, Kultur und Sport wertvolle Hilfe geleistet haben, und rief dazu auf, Zustimmung auch weiterhin durch tätige Unterstützung zum Ausdruck zu bringen.
Die fruchtbare Zusammenarbeit der Konfessionen wurde in den Redebeiträgen von deren Vertretern deutlich, die zusammen am frühen Abend einen ökumenischen Gottesdienst gestaltet hatten. Pfarrer Martin Auffarth von der evangelischen Johannesgemeinde Merzhausen beschäftigte sich noch einmal ausführlich mit einem Ereignis, das ihn wochenlang in Atem gehalten hatte: der Besetzung des Rhinogeländes im Vauban und deren Beendigung. Sein Engagement dort als Mittler und Moderator habe ihm viel Kritik, aber auch die Erkenntnis eingebracht, dass es lohne, sich zu Wort zu melden und in Konfliktsituationen nicht tatenlos zuzusehen, denn es gebe immer mehrere Standpunkte und bei vernünftiger Lösung auf allen Seiten Gewinner. 2012 habe, so Martin Auffarth, gut begonnen mit dem Arbeitsantritt von Inge Gramling, für die eine halbe Stelle in einem neu eingerichteten Familienprojekt habe geschaffen werden können.
Mit einem großen Ereignis für katholische Gläubige im Mai 2012 beschäftigte sich Pfarrer Hubert Reichardt vom katholischen Pfarramt Merzhausen: dem Katholikentag in Mannheim. Er erklärte, was es mit den darauf hinweisenden Symbolen auf sich hat: dem Rucksack, in den noch vieles an Wünschen und Hoffnungen gepackt werden könne, und dem Pilgerstab, der für Aufbruch und Bewegung stehe. Mit Genugtuung wies er auf den Erhalt der Pfarrscheune hin, 1750 erbaut und kürzlich mit einer großen Krippenausstellung (die BZ berichtete) zu neuem Glanz erwacht. Auch sie stehe, so Reichardt, für die Erkenntnis, dass Aufbruch besser als Abbruch sei.
Im Namen der Wittnauer Vereine freute sich deren Sprecher Klaus-Dieter Trescher darüber, im neuen Gallushaus endlich wieder eine Heimstadt und einen Ort der Begegnung erwarten zu dürfen. Dieser Aussicht schloss sich Bernhard Zimmermann, Vorsitzender des SV Au-Wittnau, an. Er ließ in seinem Rückblick noch einmal das glanzvolle Jubiläum "50 Jahre Sportverein Au-Wittnau" Revue passieren und dankte allen Aktiven, Spendern und Unterstützern für ihre Mitarbeit.
Besondere Anerkennung zollte er Peter Schüle, Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Hexental, der für den eindrucksvollen ökumenischen Gottesdienst, die musikalische Leitung übernommen.
Autor: Anne Freyer


