Wo die Wirtschaft pulsiert

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Sa, 01. September 2018

Todtmoos

In Todtmoos-Au ist ein Großteil der Todtmooser Wirtschaftskraft zuhause / Ortsteil gehörte lange zu zwei Landkreisen /.

Todtmoos-Au, auf 686 Meter im oberen Wehratal gelegen, ist der südlichste Teilort von Todtmoos. Einst geprägt durch das Schlagen von Holz, ist heute in Au, das bis in neueste Zeit zwei verschiedenen Landkreisen angehörte, ein großer Teil der Wirtschaftskraft von Todtmoos angesiedelt. Vieles spricht dafür, das Au vom Hotzenwald aus besiedelt wurde. Denn der Ort gehörte lange zu der Pfarrei Hochsal (Hochsal ist heute ein Laufenburger Ortsteil), kam 1695 zur Pfarrei Herrischried und erst 1902 zur Todtmooser Pfarrgemeinde. Diese frühe Anbindung an den Hotzenwald spricht dafür, dass die ersten Siedler von dort kamen. Auf einer Karte von 1793 sind östlich der Wehra sieben Häuser verzeichnet, während westlich keine vorhanden waren. Die Tatsache, dass der ursprüngliche Siedlungsplatz östlich der Wehra gelegen haben muss, belegt auch das Alter der Häuser.

Aber es gab nicht nur einen östlichen Zugang vom Hotzenwald her, sondern auch einen westlichen, der von Gersbach entlang des Fetzenbaches bis zur Wehra führte, die Gemarkung Gersbach reichte bis an die Wehra. Der Fluss teilte den Ortsteil bis in jüngste Zeit in zwei Hälften: Die östliche gehörte zunächst zu Vorderösterreich, später zum Landkreis Säckingen und dann zum Landkreis Waldshut.

Der östliche Teil war als Teil von Gersbach markgräflich und gehörte später zum Landkreis Lörrach. Erst am 1.1.1977 wurde auch der westliche Teil von Au dem Landkreis Waldshut eingegliedert, die Bürger hatten sich so entschieden. Eine Ausnahme macht die südlichste Säge am Eingang der Wehraschlucht, sie ist beim Landkreis Lörrach verblieben.

Lange wurde in Au Brennholz für die Eisenhütten in Säckingen und Wehr geschlagen und über die Wehra nach Wehr geflößt, ein Teil des Holzes wurde weiter nach Säckingen transportiert. Der größte Teil des Holzes wurde indes gleich vor Ort zu Holzkohle verarbeitet und auf schmalen Pfaden zu den Eisenhütten transportiert. Da das Schlagen des Holzes in dem bergigen Gelände und die Flößerei eine überaus schwere und gefährliche Arbeit war, wurde die Siedlung zunächst "Schaffners Au" genannt, wobei mit dem Begriff Au ein durch Aufschwemmung gebildeter Talboden im Hochwasserbereich bezeichnet wird. Geschichtlich belegt ist auch, dass im Ort um 1775 Stoffe für die Waldshuter Firma Kilian gewebt wurden. Heute findet sich in Au ein Großteil der Todtmooser Wirtschaftskraft. Zu nennen sind die Bürstenfabrik Maier, die Firma Zumkeller Holz, das Bauunternehmen Stoll, Fensterbau Frommherz, Fliesen Wagner, Mechatronic Ernst und das Sägewerk Eckert. Sie bieten rund 110 Arbeitsplätze. Auch ein buddhistisches Zentrum hat in Au seinen Platz gefunden. Über dem Ort thront die kleine Josefskapelle, die 1892 von Gottfried Zumkeller erbaut wurde, damit, so erzählte Ingrid Zumkeller, die Frauen nicht mehr im Freien beten mussten. Zumkellers Tochter Mina und Eduard Schafferer, Ehemann von Tochter Olga, ließen in den 1950er Jahren die Kapelle auf eigene Kosten vom Kunstmaler Manfred Schmid ausmalen. Das Patrozinium wird am dritten Sonntag nach Ostern gefeiert, noch heute ein großes Ereignis im Ort. Ganz in der Nähe der Kapelle befand sich bis in die 1980-er Jahre der Dorfladen von Elsa Spitz. Dort wurden die Ministranten auf ihre Aufgaben vorbereitet, weil es warm war, erinnern sich Engelbert Strittmatter und Winfried Maier. Anschließend ging es in die Kapelle zur Messe.

Gastronomisch gesehen ist es in Todtmoos-Au ruhig geworden, seit der Alte und der Neue Hirschen geschlossen haben. Die Bevölkerung trifft sich nun im ehemaligen Gasthaus "Amboss", das heute "Amboss Klondike Inn die 2" heißt.