WOCHENSPIEGEL: Frischer Wind im Sitzungssaal

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Sa, 11. August 2018

Bahlingen

Positiv überrascht zeigten sich die Gemeinderäte, Bürger und Vertreter der Presse angesichts der unerwarteten Kühle im Sitzungssaal des Bahlinger Rathauses. Unter dem Dach gelegen, ähnelte der Saal bei sommerlichen Temperaturen bisher oft einer Sauna. Nicht so am Montag, als Bürgermeister Harald Lotis strahlend auf das neue Klimagerät verwies. "Wenn es so schön kühl ist, geht man doch gerne zur Sitzung", begrüßte Lotis die Eintreffenden lachend. Und so wehte über zwei Stunden hinweg ein angenehmes Lüftchen in den Nacken – die Zukunft wird zeigen, ob die Klimaanlage auch für kühle Köpfe bei den Ratsdebatten sorgt.

Eine Stadt im Fokus

Medienpräsenz ist Gold wert. Insofern dürfte in Herbolzheim diese Woche eitel Sonnenschein geherrscht haben – nicht nur meteorologisch. Immerhin war die Stadt gerade "Landesschau-Mobil-Ort der Woche" beim SWR. Und was hat Herbolzheim nicht alles zu bieten – viele Weinhoheiten, erfolgreiche Whisky-Brenner und natürlich auch viel Musik. Letztere war bereits am Dienstagabend Thema der Sendung. Ist’s vielleicht eine Spur Neid oder nur nachbarschaftliche Neugier? Jedenfalls schaute und hörte man auch im nahen Kenzingen genau hin, als die Herbolzheimer und der berühmte Sohn der Stadt, Emil Dörle, Thema waren – und hatte seinen Spaß. Natürlich ging’s ums Badnerlied, als dessen Komponist Emil Dörle präsentiert wurde. Da haken Musikexperten prompt ein, denn nicht das Badnerlied, sondern der Marsch Hochbadnerland stammt aus Dörles Feder. Das Badnerlied gab es lange vor Dörle. Entstanden sein soll es laut Wikipedia bereits 1865 als Umdichtung aus dem "heute fast vergessenen Sachsenlied". Dörle flocht das Badnerlied in seinem Marsch ein. Dörle hin, Sachsenlied her – der Test, inwieweit die Herbolzheimer bei "ihrem" Badnerlied textsicher sind, hatte manch Amüsantes zu bieten. Zum Beispiel den älteren Herrn, der bekannte, er könne es nicht, wohl aber die Herbolzheimer. Verwundert hakte die Reporterin nach, er sei doch Herbolzheimer. Die Antwort folgte prompt: "Nein, ich bin Wagenstadter." Sprach’s und fuhr mit dem Traktor davon.