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12. April 2010 19:25 Uhr

Spielgerichtsentscheidung

Nächste Ausfahrt Oberliga: Wölfe-Protest abgelehnt

Die Freiburger Wölfe sind in die Eishockey-Oberliga abgestiegen - und daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Ein Protest der Wölfe wurde vom Verband abgelehnt.

  1. Die Hannover Indians (Pulk links) haben weiter Grund zum Jubeln: Auch am grünen Tisch konnten die Wölfe Freiburg nicht verhindern. Foto: Seeger

Das Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bundes hält die Bedenken der Breisgauer gegen die Wertung der Playdown-Runde zum Teil zwar für berechtigt, hat ihren Einspruch aber abgewiesen.

Die Sache ist diffiziler, als sie auf den ersten Blick erscheint. In der zweiten Eishockey-Bundesliga darf jedes Team nur 15 Spieler einsetzen, die ausgehend vom Stichtag 1. Mai 1986 älter sind als 23 Jahre. Von dieser Regel gibt es aber mehrere Ausnahmen. Sie betreffen zum Beispiel die Torhüter und, unter gewissen Umständen, im Ausland geborene Cracks.

Widersprüchliches Regelwerk

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Zweitliga-Funktionäre mit zwei verschiedenen Reglements Durchführungsbestimmungen und Kooperationsvertrag herumschlagen müssen, die teils widersprüchlich formuliert sind. Das sagt viel über den bemitleidenswerten Zustand des deutschen Eishockeys und sorgt fast zwangsläufig für Irritationen und Interpretationsmöglichkeiten.

Für das Spielgericht ging es am Montagnachmittag nun um die Frage, ob die Hannover Indians in den Playdowns gegen Freiburg zu viele Ü-23-Spieler eingesetzt haben. Wenn man eines der beiden Regelwerke als Grundlage nimmt, ist dem tatsächlich so. Das hätten die DEB-Juristen bestätigt, erklärte Wölfe-Gesellschafter Holger Döpke am Montagabend gegenüber der Badischen Zeitung.

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Funktionäre: Hannover hat keinen Fehler gemacht

Unterm Strich wurde der Protest der Wölfe jedoch abgelehnt, da die zweiten Statuten eine andere Sprache sprechen: Dort wird Keeper Roman Kondelik wie ein U-23-Spieler behandelt – was weniger wegen seines Alters (37 Jahre) für Verwirrung sorgt als wegen der Tatsache, dass er gebürtiger Tscheche ein sogenannter transferkartenpflichtiger Spieler ist und nach anderer Lesart in das Ü-23-Kontingent fallen müsste, selbst wenn er als Torhüter einen Sonderstatus genießt. Das DEB-Gericht kam letztlich zu dem Schluss, dass Hannover kein Fehlverhalten vorzuwerfen sei. Die Indians hatten die Best-of-seven-Serie gegen die Wölfe mit 4:1 Siegen für sich entschieden.

Besonders grämen dürften sich die Wölfe-Macher über das Urteil des Spielgerichts freilich nicht. Zwar sahen sie es als rechtens an, die U-23-Problematik vom Spielgericht überprüfen zu lassen. Im BZ-Gespräch über seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft hatte sich Döpke aber als Befürworter der Oberliga zu erkennen gegeben: "Wir haben in dieser Saison sportlich versagt, und am Ende zählt das Ergebnis, dass wir abgestiegen sind."

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Autor: Karl Heidegger