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Woher kommt der typische Geruch von Second Hand-Läden?

Valérie Labonté

Von Valérie Labonté

Fr, 08. Februar 2019 um 14:20 Uhr

Bildung & Wissen

Second Hand-Geruch ist auf die Körpergerüche und Waschgewohnheiten der Vorbesitzer zurückzuführen. Allerdings können auch Chemikalien der Grund sein für unangenehme Gerüche.

"Textilien nehmen den Geruch des Bekleidungsträgers, aber auch der Umgebung unterschiedlich an, das hängt von ihrer chemisch-morphologischen Struktur ab", erklärt Anne-Marie Grundmeier, Leiterin des Instituts für Alltagskultur, Bewegung und Gesundheit und der Fachrichtung Mode und Textil an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Synthetische Fasern nehmen Schweißgeruch zum Beispiel stärker auf als Wolle oder Fasern auf Cellulosebasis. "Bei Polyester bleibt der Schweiß an der Faseroberfläche und wird dort von Bakterien zersetzt, deren Ausscheidungsprodukte dann unangenehm riechen", so Grundmeier.

"Zum Teil werden sie diesen Geruch auch nach einer Wäsche nicht mehr los." Second Hand-Geruch ist also auf die Körpergerüche und Waschgewohnheiten der Vorbesitzer der Kleidung zurückzuführen. Allerdings können unangenehme Gerüche von Kleidungsstücken auch auf Chemikalien zurückzuführen sein.

Dirk Höfer, Geschäftsführer der Hohenstein Laboratories in Bönnigheim empfiehlt daher, Second Hand-Kleidung vor dem Tragen zu waschen, wenn möglich bei 60 Grad. Dies auch, weil diese womöglich nicht – wie Neuware aus Fernost – auf Chemikalien geprüft sei.

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