Wohnen für Generationen

Anita Fertl

Von Anita Fertl

So, 03. Juni 2018

Kollektive

Der Sonntag Bauverein Breisgau feiert die Eröffnung des Carl-Sieder-Hof in Freiburg.

Nach insgesamt rund vierjähriger Bauzeit und zwei Bauabschnitten ist es so weit: Der Bauverein Breisgau EG hat das neue Generationenquartier Carl-Sieder-Hof im Mooswald fertiggestellt. Entstanden sind insgesamt 34 genossenschaftliche Zwei-, Drei- und Vierzimmermietwohnungen, Flächen für soziale Einrichtungen sowie fünf Reihenhäuser als Eigentum.

Das umfangreiche Neubauprojekt wurde nach einem der Gründungsväter benannt: Neben dem Universitätsprofessor Carl Johannes Fuchs war es Carl Sieder, der den Bauverein Freiburg 1899 gründete, um der Wohnungsnot zu begegnen. Und dies ist aktueller denn je: Um dem hohen Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen gerecht zu werden, hatte die Baugenossenschaft entschieden, eigenen Bestand im Karree Elsässer Straße, Riesenweg, Falkenbergstraße und Carl-Sieder-Weg abzureißen, um dort nach aktuellen Maßstäben mehr Wohnraum als bisher zu schaffen.

Somit bietet das Mehrgenerationenquartier Carl-Sieder-Hof einen Wohnmix für Familien und Senioren, Paare und Singles gleichermaßen. Freiflächen im grünen Innenhof sollen zudem gesellschaftliches Miteinander fördern. Das neue Quartier beherbergt außerdem eine zweigruppige Kindertagesstätte des Jugendhilfswerks, eine Seniorentagespflegeeinrichtung, Kurzzeitpflegeplätze sowie den Pflegestützpunkt Freiburg-Nord der Evangelischen Sozialstation Freiburg.

Ein modernes Energiekonzept sorgt dafür, dass alle Einheiten über eine Photovoltaikanlage sowie ein zentrales Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt werden. Der Entwurf des Gebäudeensembles stammt vom Freiburger Büro Sacker Architekten und die praktische Umsetzung erfolgte durch die hauseigene Bauabteilung des Bauvereins. Die Neubauten nehmen die Flucht der benachbarten Gebäude auf und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

Vorstandsvorsitzender Marc Ullrich würdigt in einer Pressemitteilung das Vorhaben als "beispielhafte Realisierung von bestandsersetzendem Neubau". Und sein Vorstandskollege Jörg Straub ergänzt: "Hier ist es trotz gestiegener Baukosten gelungen, auf dem angespannten Wohnungsmarkt auch bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen." Zwanzig der Mietwohnungen werden durch das Förderprogramm "Bezahlbares genossenschaftliches Wohnen Baden" der Erzdiözese gefördert.

Bereits im 2017 wurden die Reihenhäuser und ein weiteres Gebäude mit neun Mietwohnungen bezugsfertig. Mit dem Ende des letzten Bauabschnitts sind die Mieter der 16 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten entlang der Elsässer Straße ebenfalls schon einzogen. Damit konnte des generationsübergreifende Konzept in vollem Umfang umgesetzt werden: "Es sind alle Altersgruppen von jungen Familien bis zu Senioren vertreten", erklärt Straub. anfe