Akrobatik, Tiere, Spaß und Spannung im Zirkuszelt

Dorothée Kuhlmann

Von Dorothée Kuhlmann

Sa, 25. August 2018

Wutach

Familienzirkus Quaiser gastiert in Münchingen / Tradition seit neun Generationen / "Manege auf" heißt es heute und morgen um 17 Uhr / Tierschau ganztags.

WUTACH-MÜNCHINGEN. Das gab es schon lange nicht mehr in Münchingen. Der Wanderzirkus der Familie Quaiser hat auf einer Wiese am Dorfausgang Richtung Ewattingen sein Zelt aufgeschlagen und lädt Besucher am heutigen Samstag und morgen, Sonntag, jeweils um 17 Uhr zu einer rund zweistündigen abwechslungsreichen Vorstellung mit Akrobatik, Tiernummern und Clowns ein.

Das kleine Familienunternehmen, bestehend aus zehn Mitgliedern im Alter von eineinhalb bis 88 Jahre, betreibt den Wanderzirkus inzwischen über neun Generationen. Beim Aufbau des großen Zeltes packen (fast) alle mit an. Der Seniorchef hat ein kontrollierendes Auge auf die Vorgänge. Dabei avanciert der Zeltaufbau schon fast zur Trainingsstunde für die Akrobaten, die flink an Leitern und Zeltstangen empor klettern. Zimmermann, Elektriker, Licht- und Soundmanager ist Juniorchef Manolito Quaiser. Noch einmal werden die Scheinwerfer kontrolliert und ausgerichtet, dann ist Manolito mit dem Ergebnis zufrieden.

Verschiedene Boden- und Luftakrobatik wie Handstand-Akrobatik, Römische Roller-Roller, Salto-Mortale, Arbeit mit Lira-Ringen und eine Luftnummer mit Tüchern gehören zum umfangreichen Repertoire der Zirkusfamilie. Manolito Quaiser balanciert auch verschiedene Gegenstände auf seinem Kinn. Er hält mit 120 Kilogramm den im Guinnessbuch eingetragenen Weltrekord. Selbstverständlich gehören auch Tiernummern zum Repertoire. Pferde, Ponys, Zwergzebus, Esel, ein Kamel, Lamas und Tauben gehören mit zur Zirkusfamilie und können in der Tierschau ganztägig am Samstag und Sonntag besucht werden.

"Das Einstudieren der Nummern braucht Geduld und Zeit", berichtet Manolito Quaiser. Eine Herausforderung war die Nummer mit Kamel und Pony. "Da darf während der Ausbildung nichts schief gehen, die Tiere dürfen sich nicht ängstigen. Dann würde nichts mehr gehen", erklärt der erfahrene Trainer. Derzeit baut er einen sogenannten Exotenzug – bestehend aus Eseln, Zwergzebus und Lamas – auf. "Das ist gar nicht so einfach, die Tiere in die richtige Reihenfolge zu bekommen", meint Manolito lachend. Nikita Quaiser arbeitet mit Pfauentauben. "Ich habe die Tauben schon ganz jung bekommen und an mich gewöhnt", berichtet die Artistin. Die Artistenfamilie freut sich, endlich wieder mit voller Kraft auftreten zu können. "Bei der Hitze in den vergangenen Wochen mussten wir vier Wochen pausieren", berichten die Quaisers. "Es war einfach zu heiß, für die Tiere und für unsere Arbeit besonders unter der Zeltkuppel", erklärte Nikita Quaiser. Das Problem der sommerlichen Dürre betrifft auch den Zirkus. "Wegen der allgemeinen Futterknappheit haben auch wir Probleme, noch Heu für unsere Tiere zu bekommen", erklärt Manolito Quaiser. Die Quaisers freuen sich über jeden Hinweis, wo sie Futter bekommen können.

Zirkus-Vorstellungen sind am heutigen Samstag und morgen, Sonntag, jeweils 17 Uhr, Tierschau ganztägig. Münchingen, Ortsausgang Richtung Ewattingen. Informationen oder Kartenvorbestellung unter Tel. 0157-52180315.