Der Mut, neue Wege zu gehen, hat sich gelohnt

Gertrud Rittner

Von Gertrud Rittner

Mi, 04. Juli 2018

Wutach

Raiffeisen-Warengenossenschaft Ewattingen zieht Bilanz / Lebensmittelmarkt wird gut angenommen / Regionale Vermarktung stärken.

WUTACH-EWATTINGEN. Auch in diesem Jahr beherrschten bei der Jahresversammlung der Raiffeisen-Warengenossenschaft Ewattingen nicht die schwierigen Aussichten auf die Zukunft die Tagesordnung, sondern die positiven Entwicklungen, die man aufgrund der veränderten Bedingungen anstoßen konnte.

Die Genossenschaftsmitglieder erhielten einen Einblick in den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahrs 2017, der mit einiger Zuversicht auf die kommenden Jahre blicken lässt. Auch wenn der Strukturwandel in der Landwirtschaft die Genossenschaft vor einige Herausforderungen stellt, gelang es den Verantwortlichen in den letzten Jahren, mit Pragmatismus, Mut und Kreativität neue Wege zu beschreiten und sich neu zu orientieren.

Umsatzzahlen
Wie der Vorsitzende Harald Burger erläuterte, wurden 2017 wieder die gesetzlichen Prüfungen durchgeführt, die alle zwei Jahre anstehen. Derzeit hat die Genossenschaft 52 Mitglieder, ein Mitglied trat aus. Die Mitglieder halten zusammen 106 Geschäftsanteile. Die Umsätze im Geschäftsjahr 2017 betrugen insgesamt 392 468 Euro. Mit Düngemitteln wurden 154 518 Euro umgesetzt, daraus ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 25,4 Prozent. Die Einnahmen bei den Pflanzenschutzmitteln betrugen 86 082 Euro, was ein Plus von 2,27 Prozent bedeutet. Bei den Sämereien wurden 29 689 Euro umgesetzt, ein Plus von 15,23 Prozent. Die Einnahmen bei den Futtermitteln sanken um 13,67 Prozent auf 32 158 Euro. Der HG-Markt verzeichnete mit 16 486 Euro ein Plus von 0,68 Prozent. Die Umsätze beim Kleinmaterial im Wert von 13 756 Euro machen ein Minus von 13,36 Prozent. Der Warenbestand lag bei 63 776 Euro (Minus 9,62 Prozent). Im DHL-Shop wurden 3697 Euro umgesetzt.

Dickes Plus im Lebensmittelbereich
Am spannendsten gestalteten sich die Zahlen im Bereich der Lebensmittel, hatte man im Vorjahr diesen Bereich doch enorm erweitert. Mit einem Umsatz von 56 100 Euro konnte ein Plus von 199,18 Prozent erzielt werden, gab Harald Burger bekannt. Der Jahresüberschuss beträgt 1164 Euro. Dieser Gesamtgewinn soll nach dem Beschluss in der Versammlung in andere Ergebnisrücklagen fließen.

Investitionen haben sich gelohnt
Im Anschluss an die Zahlen berichtete der Vorsitzende weiter über den Verlauf und die Entwicklungen des vergangenen Jahres. Der Rückgang bei den Düngemitteln ist hauptsächlich auf die gesunkenen Preise zurückzuführen. Seit Jahren bereits ist der Verkauf von Futtermitteln rückläufig, da viele Firmen direkt an die Landwirte liefern. Der Verkauf von Mais bei den Sämereien wurde eingestellt, so werden weiter nur noch Getreide und Grasmischungen angeboten. Der Lebensmittelmarkt wird unter den Dorfbewohnern sehr gut angenommen. Die Entscheidung, diesen Bereich zu erweitern, stellte sich bisher als sehr gut heraus. So lohnten sich auch die Investitionen in einen neuen Kühlschrank und in Regale, was sich sonst im Übrigen gut mit der Renovierung des Innenbereichs vereinbaren ließ. Dieser ist nun fertiggestellt. Es wurden weiterhin neue Deckenwände eingezogen und ein Pelletofen aufgestellt. Demnächst sollen noch eine neue Beleuchtung und ein Geländer im Außenbereich angebracht werden. Die Photovoltaikanlage konnte zu Beginn des Jahres 2018 abbezahlt werden. Für das kommende Jahr überlegt man sich im Vorstand, ob zukünftig auch Bio-Sämereien angeboten werden sollen, da die Nachfrage danach auch in Wutach ständig zunimmt.

Amtsträger wiedergewählt
Nach dem Bericht des Vorsitzenden wurden Wahlen durchgeführt. Gemeinderat Armin Kienzle übernahm in Vertretung der Gemeinde die Wahlleitung, die Mitglieder wählten per Akklamation. Ralf Burger und Elmar Schmidt wurden einstimmig wieder in den Vorstand gewählt. Ebenso einstimmig verlief die erneute Wahl von Markus Grüninger und Udo Langenbacher in den Aufsichtsrat. Armin Kienzle lobte im Anschluss an die Wahl den Mut und die Tatkraft der Verantwortlichen und hob hervor, dass das erweiterte Angebot an Lebensmitteln einen wichtigen Beitrag dazu leiste, das Dorf lebenswert für seine Bewohner zu machen.

Martin Lang vom Aufsichtsrat konnte vermelden, dass die gesetzliche Prüfung ohne Beanstandung durchgeführt werden konnte. Das Gremium des Aufsichtsrates funktioniere sehr gut. Allerdings wünscht er sich anstatt drei Sitzungen pro Jahr, was zu wenig sei, monatliche Treffen des Aufsichtsrats. Die Vorstandsmitglieder befürworteten diesen Wunsch.

Siegfried Maier vom BLHV sprach allen Verantwortlichen sein Lob aus und betonte die Wichtigkeit der Genossenschaft für die Landwirte und Bürger in Wutach.

Regionale Vermarktung fördern
Markus Kaiser von der ZG Stühlingen sprach über die Schwierigkeiten der Landwirtschaftsbranche, die in den vergangenen Jahren stetig zugenommen haben. Die gesunkenen Preise seien vor allem auf die schwierige Lage auf dem Weltmarkt zurückzuführen. Eine Lösung sieht Markus Kaiser darin, den regionalen Vertrieb zu stärken. "Die Konsumenten sind bereit, für gute Produkte mehr zu bezahlen." Außerdem müsse immer wieder betont werden, dass die Landwirte auch einen Beitrag zur Landschaftspflege leisten.

Ehrenamtlicher Einsatz
Mit einem Ausblick auf das kommende Jahr beschloss Harald Burger die Versammlung. Demnächst werden die Elektroarbeiten im Lagerhaus abgeschlossen. Im Herbst soll dann ein Tag der offenen Tür stattfinden. Er dankte den Helfern, die ehrenamtlich beim Umbau des Lagerhauses mitgeholfen haben, und so insgesamt 209 Stunden in den Umbau investierten. Mit einigen Lichtbildern davon klang die lange Sitzung aus.