Erfolgsmodell Dorffest

Florian Kech

Von Florian Kech

Mi, 15. August 2018

Wutach

Ewattinger Festkomitee zieht positive Bilanz.

WUTACH-EWATTINGEN (flo). Der Aufwand hat sich gelohnt. Drei Tage lang herrschte in Ewattingen der Ausnahmezustand, Tausende Menschen bestaunten die Sehenswürdigkeiten auf der Festmeile und machten aus der 800-Seelen-Gemeinde ein Feierzentrum. Die Neuheiten beim elften Ewattinger Dorffest haben sich bewährt. Wegen des enormen Andrangs kam es sogar zu Engpässen.

Die besondere Atmosphäre
Die Erwartungen an das Fest sind hoch. Es gehört zu den großen Leistungen der Veranstalter, diesen alle drei Jahre aufs Neue gerecht zu werden. Die Festmeile mit ihren imposanten Bauten sucht in der Region ihresgleichen. Zu den Klassikern Eiffelturm (Skiclub), Römerkastell (Feuerwehr) und Asiatempel (Sportverein) kam als Aufwertung eine meterhohe Skihütte neu hinzu. Neben den vielen Helfern sind die drei Festschreiner Uli Grieshaber, Michael Thoma und Andreas Hofbaur hervorzuheben.

Der große Andrang
In seiner elften Ausgabe ist das Ewattinger Dorffest schon lange nicht mehr nur ein Geheimtipp. Aus den Nachbargemeinden und darüber hinaus strömten Gäste herbei. Die Nachfrage war so groß, dass in der Festscheune des Musikvereins nach dem ersten Festtag bereits die für drei Tage eingeplanten Wurstsalatvorräte nachbestellt werden mussten. Die Landfrauen mussten am Sonntagnachmittag Kuchen nachbacken, weil sie vom Ansturm überrascht worden waren. Nach drei Tagen waren in ihrer Kaffeestube rund 150 Kuchen über die Theke gegangen – "deutlich mehr als vor drei Jahren", sagte Susanne Schmidt-Barfod. Auch bei der Feuerwehr war irgendwann Gyros alle. Verantwortlich für die erhöhte Nachfrage dürfte nicht zuletzt der Wegfall des Hähnchengrills gewesen sein, den der Männergesangverein einst betrieben hatte.

Die Neuheiten
Am Sonntag fand auf dem Festareal zum ersten Mal ein Großer Markt statt mit 13 Ständen, an denen Honig, Käse oder Schmuck angeboten wurden oder Handwerker ihre Kunstfertigkeit vorführten. "Eine tolle Sache, die wir unbedingt fortsetzen sollten", sagte Festausschussvorsitzender Stefan Kech. Einen erfolgreichen Einstand feierte die Funkengarde mit einem Likörstand. Die syrische Familie al Hamad, die nach der Flucht vor dem Krieg ihr erstes Ewattinger Dorffest erlebte, brachte sich gleich mit einem eigenen Stand in die Festgemeinschaft ein, an dem sie Spezialitäten aus ihrer Heimat zubereitete. Eine tolle Geste und kulinarische Bereicherung.

Was bleibt?
Das Dorffest hat auch einige unvergessliche Bilder produziert. Dazu gehört der Sparkassenchef in Unterhosen, der sich auf der Rathausbühne für keinen Spaß zu fein war. Oder der Festausschussvorsitzende auf Krücken, der "einbeinig" durch das Fest moderierte. Und es bleibt die Erinnerung an ein besonderes und friedliches Dorffest, bei dem sich Ewattingen von seiner besten Seite zeigte.