Und Petrus ist und bleibt doch ein Ewattinger

Florian Kech

Von Florian Kech

Mo, 13. August 2018

Wutach

Ein Dorffest nach Maß / Ansturm auf eine der schönsten Festmeilen der Region / Bonndorfer Bruno Kalinasch und Antonia Schüler regieren drei Tage lang.

WUTACH-EWATTINGEN (flo). Mit rekordverdächtigen zwei Schlägen bewältigte Sandra Fehrenbach vom Festausschuss den Fassanstich auf der Rathausbühne – das elfte Ewattinger Dorffest war eröffnet. Rekordverdächtig war auch der Besucherandrang. Unter strahlend blauem Himmel flanierten die Gäste über eine der schönsten Festmeilen der Region. Biergärten, Miniatureiffelturm, Römerkastell, Asiatempel und gemütliche Festscheunen verwandelten das Dorfzentrum in einen kleinen Erlebnispark.

Eine weitere Bereicherung: der meterhohe Skiclubstadl im Eingangsbereich. "Wahnsinn", sagte ein Besucher staunend. Als Brauereivertreter Artur Welte auf der Bühne von Moderator Stefan Kech danach gefragt wurde, was für ihn "das Besondere an Ewattingen" sei, antwortete er im Mundelfinger Idiom: "Ihr seid alle nicht ganz normal." Und das war durchaus als Kompliment gemeint.

Den Vereinen sei das Kunststück gelungen, die Qualität zu steigern, sagte Wutachs Bürgermeister Christian Mauch in seinen Grußworten. Zuvor hatte er den Rathausschlüssel an den Festausschussvorsitzenden Stefan Kech abgegeben. Über die Festtage herrscht im Dorf somit eine Art Narrenfreiheit. Dazu passte auch der musikalische Einstieg durch die Bonndorfer Guggenmusik.

Nervöser als sonst hatten die Ewattinger im Vorfeld den Wetterbericht studiert. Gleich zweimal war das Dorf in diesem Sommer von schweren Hagelschauern heimgesucht worden, man fühlte sich vom Wetterpech verfolgt. Umso größer die Erleichterung, dass der Festhimmel frei von dunklen Wolken blieb. "Das haben wir uns verdient", sagte Stefan Kech.

Eine gewisse Tradition hat inzwischen die Kür zum Ewattinger Königspaar. Acht Pärchen – darunter Lokalpromis wie Sparkassenchef Theo Binninger und Stühlingens neuer Bürgermeister Joachim Burger, traten in kuriosen Duellen gegeneinander an. In einer Disziplin ging es darum, hinter einem Sichtschutz so schnell und so viele Klamotten wie möglich zu tauschen. Die meisten Punkte sammelten Bruno Kalinasch und Antonia Schüler aus Bonndorf, die als Königspaar über die Festtage frei verköstigt werden. Ihre Regentschaft endet allerdings mit dem Dorffest.

Jede Hütte verströmte charakteristischen Duft: Mal nach asiatischer Reispfanne, mal nach Gyros, Schupfnudeln oder Flammkuchen. Auf vier Bühnen traten Livebands auf. Zu später Stunde wummerten in den Bars noch bis um 5 Uhr die Bässe. Die Freinacht verlief sehr friedlich.

Insgesamt elf Stationen verteilen sich auf dem Rundweg um das Wutacher Rathaus. Neu dabei ist diesmal die Funkengarde mit einem Likör- und Schnapsstand.

Eine weitere Premiere fand am Sonntag statt. Beim Großen Markt stellten Aussteller aus der Region auf dem ehemaligen Fabrikgelände ihr klassisches Handwerk vor.

Am heutigen Montag, 13. August, laden die Vereine ab 17 Uhr zum Handwerkerhock mit verschiedenen Musikbands und Kapellen ein. Um 15 Uhr beginnt das Kinder- und Seniorenprogramm.