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20. Mai 2017

5000-Kilometer-Marke ist geknackt

"Charity Explorer" berichten von außergewöhnlichen Erlebnissen und viel Hilfsbereitschaft in Rallye-Woche zwei durch die Türkei.

  1. Aufnahmen der Charity Explorers aus dem Landkreis Emmendingen in der zweiten Rallyewoche auf ihrer Tour durch die Türkei. Foto: Privat

  2. Aufnahmen der Charity Explorers aus dem Landkreis Emmendingen in der zweiten Rallyewoche auf ihrer Tour durch die Türkei. Foto: Privat

  3. Aufnahmen der Charity Explorers aus dem Landkreis Emmendingen in der zweiten Rallyewoche auf ihrer Tour durch die Türkei. Foto: Privat

NÖRDLICHER KAISERSTUHL/BREISGAU . Ein spannendes, nicht ganz ungefährliches Rennen, die Suche nach dem besten Kebab-Rezept, eine spontane Einladung zum Tee – die zweite Woche ihrer Allgäu-Orient-Rallye war für die sechs "Charity Explorer" aufregend, spannend und voller neuer Eindrücke. Jeden Tag mussten die Rallyeteilnehmer Strecken zwischen 400 und 600 Kilometer zurücklegen und hatten dabei mehr oder weniger knifflige Aufgaben zu erledigen. Freitagnacht stand dann die Verladung der Autos aufs Schiff an.

In Istanbul genossen die Teilnehmer der Rallye so manchen Vorzug. Sie durften mit ihren Fahrzeugen direkt an der Blauen Moschee parken, denn hier mussten sie auch eine Aufgabe erledigen: Sie pflanzten einen Rosenstock im Topkai Garten nahe der Blauen Moschee. Die Aufgabe hat Tradition: Die Rallyeteilnehmer pflanzen jedes Jahr Rosen für die Aktion "Rosengärten für den Frieden". In diesem Jahr wurde in Oberstaufen – dem Startpunkt der Rallye – und in Istanbul gepflanzt. Danach fuhren die Teams im Konvoi durch die Stadt bis zur ersten Bosporus-Brücke, auf der sie sogar anhalten und den fantastischen Ausblick genießen durften, berichtet Raphaela Strudel.

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Das Fahrerlager wurde im Allgäu-Orient-Park bei Istanbul aufgeschlagen, der in den letzten Jahren angelegt wurde. Die Teilnehmer der Vorjahresrallye haben dort Bäume gepflanzt. Dieses Jahr hatte die Teams Verkehrsschilder und Kinderfahrzeuge dabei, um einen Verkehrsübungsplatz für Kinder einzurichten.

Von Istanbul aus zog die Rallye-Karawane weiter Richtung Ankara. Als Zwischenziel übernachteten alle Teams in Bogatzkale direkt an einer Burgruine. Am nächsten Tag stand eine "Chinesen-Rallye" auf dem Plan: eine Art Schnitzeljagd, bei der die Teams verschiedene Punkte anfahren und kleinere Aufgaben erledigen mussten. Dabei konnten die "Charity Explorer" die Offroadfähigkeit ihrer Fahrzeuge testen. Beim Durchqueren kleinerer Flüsse gab es keinerlei Probleme.

Spannend wurde es in Ankara: Auf einer Rennstrecke traten gut 100 Fahrzeuge zu einem Rennen gegeneinander an. Das Rennen hatte einen sogenannten "Le-Mans-Start": Dabei stehen Fahrer und Beifahrer ihren Fahrzeugen gegenüber, müssen zu ihren Autos sprinten und dann starten. Dass das nicht ungefährlich ist, zeigte sich bei einem Fehlstart, erzählt Raphaela Strudel. Ein Fahrer stürzte, einige Fahrer fuhren aber schon los, weil sie den Sturz gar nicht mitbekommen hatten – doch zum Glück passierte nichts. Beim zweiten Start ging alles gut. Die Explorer kamen gut weg, zeigten fast der gesamten Konkurrenz den Auspuff und landeten alle drei unter den ersten Fünf. Die "Black Pearl" gewann sogar mit Abstand.

Nach Rallye- und Rennstress kam etwas Entspannung und Erholung gelegen. Die holten sich die Sechs beim Zwischenstopp in Haymana in einem "Hammam", einem türkischen Dampfbad.

Dann wurde es wieder knifflig: Auf dem Weg zum nächsten Halt musste das Rezept des besten türkischen Kebab besorgt werden. Die "Charity Explorers" informierten sich bei Einheimischen und probierten natürlich auch den leckeren Iskender Kebab. Teil der Aufgabe war es zudem, das Rezept mitzubringen – und das gelang trotz Sprachschwierigkeiten. Bei der Suche des Fahrerlagers half ihnen dann sogar die Polizei: "Wir müssen so hilflosgewirkt haben, dass uns ein Polizist ansprach und kurzerhand alle drei Explorer mit Polizeieskorte zu dem Platz brachte", berichtet Raphaela Strudel.

In Akcay spendeten alle Teams mitgebrachte Schulranzen an eine Schule. Ein einzigartiges Erlebnis erwartete die Teams am Mittwoch nach der Übernachtung in Usak: Sie durften mit einer Ausnahmegenehmigung in den zweitgrößten Canyon der Welt, den Ulubey-Canyon, hineinfahren. Ein Ausflug mit Folgen, denn er kostete das Team den ersten Reifen. Andere Rallyeteilnehmer halfen und anderntags wurde der Reifen geflickt, ebenso eine defekte Benzinleitung.

Auf einer wunderschönen Strecke entlang der türkischen Südküste ging es für die "Charity Explorer" am Donnerstag und Freitag vorbei an Antalya Richtung Mersin. Unterwegs knackte das Team die 5000-Kilometer-Marke seit dem Start in Oberstaufen. In Mersin stand am Freitagabend das Verladen der Fahrzeuge auf eine eigens für die Rallye gecharterte Fähre nach Israel an, weil die beiden Länder keine offizielle Fährverbindung unterhalten.

Insgesamt sei die Zeit in der Türkei super, findet Raphaela Strudel. Alle Menschen seien sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Und einmal seien sie sogar spontan zum Tee eingeladen gewesen – obwohl sie mit drei anderen Teams fast zwanzig Personen gewesen seien.

Auf dem Weg zum Ziel in Jordanien geht es als Nächstes nach Israel. Auch dort hat sich das Team mehrere soziale Projekte vorgenommen.

Infos zum Team und zur Rallye auch unter http://www.charity-explorers.com

Autor: Ruth Seitz