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11. Mai 2010 15:57 Uhr

Förderverein Zukunftsenergien Solarregio Kaiserstuhl

Bindner-Zukunftspreis an Oskar Kreuz

Mit ungetrübtem Optimismus verfolgt der "Förderverein Zukunftsenergien Solarregio Kaiserstuhl" weiter das Ziel eines Umstiegs auf regenerative Energieträger.

  1. Zukunftspreisträger Oskar Kreuz (rechts) mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Zukunftsenergien Solarregio Kaiserstuhl, Rudolf Höhn und dessen Stellvertreterin Maria Luisa Werne. Foto: Hagen Schönherr

WYHL. Zur Verleihung des Klaus-Bindner-Zukunftspreises des Vereins am Sonntag in Wyhl holten die Energiejünger den SWR-Journalisten Franz Alt ins Boot. Er schweißte die grüne Gemeinschaft in seinem Vortrag weiter zusammen.

Franz Alt hatte die richtigen Schlagwörter parat, um Mitglieder und Gäste des Solarregio-Vereins trotz Kürzungen der Einspeisevergütung für privaten, regenerativen Strom auf Linie zu halten. Die Klima- und Energiekrise, "das sind die eigentlichen Krisen unserer Zeit", sagte er. Die Situation auf den Finanzmärkten wirke in seinen Augen wie "Peanuts" im Vergleich zu dieser Herausforderung. "Etwa 60 Prozent unseres Energieverbrauchs müssen wir wegsparen. Und den Rest aus 100 Prozent erneuerbaren Energien gewinnen", so lautete die Devise des Verfassers zahlreicher Bücher über den Umstieg in ein grünes Energiezeitalter.

Der Journalist, dessen Vortrag als einer der Höhepunkte der "Woche der Sonne" des Fördervereins geplant war, fand begeisterte Zustimmung. Die verdankte der ehemalige Moderator des Politmagazins "Report" auch seinen zugespitzten und knackigen Forderungen und Thesen, die dennoch nicht immer alle Seiten der komplizierten Energiefrage gleichermaßen würdigten. Biomasse-Landwirte wurden da zu den "Ölscheichs des 21. Jahrhunderts", die Wende hin zum grünen Strom ist laut Alt kein technisches, sondern zuvorderst ein "mental-psychologisches Problem."

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Alts Vortrag, mit anschließender Signierung einiger Bücher und Fragemöglichkeiten war der Schlusspunkt eines umfangreichen Programms, das der Förderverein auf dem Gelände der Zimmerei Schwörer in Wyhl aufgestellt hatte. Infostände über Wärmedämmung und Solaranlagen waren Kern der Aktion, ein Kinderprogramm und eine Modenshow machten es familientauglich. Die Resonanz am Sonntag bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende des Solarvereins, Maria Luisa Werne, am Abend als gut. Wegen Regenschauern und Muttertag mussten wohl aber Abstriche bei den Gästezahlen gemacht werden.

Verein sieht Verlagerung der Produktion ins Ausland kritisch

Ganz am Ende des Tages, da war Journalist Alt schon gegangen, stand die Verleihung des Klaus-Bindner-Zukunftspreises. Der mit 1000 Euro dotierte Preis, benannt nach dem verstorbenen Gründer der Solar-Truppe, wird jährlich an einen herausragenden Vorreiter auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien in der Region verliehen. In diesem Jahr traf es den Emmendinger Wasserkraftwerksbetreiber Oskar Kreuz. Kreuz betreibt unter dem Namen "Erneuerbare Energien Emmendingen" fünf Wasserkraftwerke am Gewerbekanal Emmendingen-Kollmarsreute. Jährlich bringen sie rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom, genug für rund 500 Haushalte. Der Solarregio-Verein blickt übrigens weiter optimistisch in die Zukunft. Wegen der Kürzung staatlicher Subventionen für die Einspeisung von Strom aus privaten Solar-, Wind oder Wasserkraftwerken bestehe derzeit ein erhöhter Informationsbedarf bei Interessenten, war am Sonntag zu hören. Die Kraftwerke des Vereins selber, allesamt noch zu den alten Einspeise-Konditionen errichtet, wird das allerdings nicht beeinflussen.

Kritisch sieht der Verein bemerkbare Produktionsverlagerungen von Solartechnik ins Ausland. Maria Luisa Werne sieht hier Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet – und der Verein wollte schließlich nicht nur grüne Energie fördern, sondern auch Arbeitsplätze in diesem Bereich in der Region schaffen und erhalten.

Der Förderverein lädt am 16. Mai um 11 Uhr am Emmendingen Stadttor zu einer Besichtigung von drei Wasserkraftwerken ein. Anmeldung unter 07641/41252.

Autor: Hagen Schönherr