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08. Februar 2011 16:27 Uhr
Finanzminister Stächele zu Gast
Lob für Rückgrat der Wirtschaft
Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele hat am Dienstag zwei Betriebe in der Region besichtigt.
WYHL/RHEINHAUSEN. In Wyhl gab es einen Rundgang durch das Stahlbauunternehmen Belle, in Rheinhausen Einblicke in die Produktion bei der Metzgerei Gerhard Kaiser. Stächele würdigte dabei das Handwerk und den Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft im Land.
Stächele wurde in beiden Betrieben von Marcel Schwehr und Vertretern der Handwerkskammer begleitet und traf dabei auf Repräsentanten der örtlichen Unternehmen. Die politischen Aussagen hielten sich im Rahmen: Er sei in erster Linie gekommen, um sich zu informieren, sagte der Finanzminister.Das Stahlbauunternehmen Belle, vor 16 Jahren gegründet, hat heute 50 Mitarbeiter und bildet acht junge Leute aus. Derzeit läuft die Planung für eine Erweiterung der Produktion im Jahr 2012 an. Firmenchef Benedikt Belle sieht sein Unternehmen als Familienbetrieb. Für Stächele ist es das Beispiel für den typischen Mittelstand, der Baden-Württemberg auszeichne und das Land wirtschaftlich erfolgreich mache. Hier kommen "modernes Unternehmertum, Teamgeist und Initiativen" zusammen, stellte Stächele nach dem Rundgang fest.
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Benedikt Belle gab dem Finanzminister eine Reihe von Punkten mit, in denen er sich von der Politik eine bessere Unterstützung wünscht. Das reicht von zu hohen bürokratischen Auflagen und einer zu hohen Besteuerung von Überstunden bis zu Wünschen für eine Bildungspolitik, die mehr die Leistung fördert. Ganz konkret drückt die Unternehmen in Wyhl die Nähe zum Elsass und die Ungleichbehandlung auf beiden Seiten. "Der Bürokratieabbau muss hier stärker werden", forderte auch Paul Baier, Präsident der Handwerkskammer Freiburg.
Bei der Metzgerei Kaiser in Rheinhausen wurde dem Finanzminister "gelebte Regionalität" gezeigt. Der Familienbetrieb in der dritten Generation hat in der Produktion und drei Filialen 25 Voll- und Teilzeitkräfte beschäftigt, in Spitzenzeiten arbeiten 40 Leute für den Betrieb. Die Mitarbeiter stammen alle aus Rheinhausen oder der Umgebung, sagte Kaiser, und auch seine Zulieferer sitzen vor Ort. "Es ist wichtig für uns, regionale Strukturen zu unterstützen", sagte Gerhard Kaiser. "Dazu brauchen die Betriebe auch die Unterstützung der Politik", stellte er fest.
Grundsätzliche Unterstützung der Politik für die Nachfolgeregelung und für junge Unternehmer forderten in Rheinhausen Gastgeber Kaiser und die Vertreter der Handwerkskammer. Stächele wies auf die Programme zur Gründungs- und Wachstumssicherung hin, die das Land zusammen mit den Banken aufgelegt habe. Er sieht aber auch Möglichkeiten, das Image des Handwerks zu verbessern: "Da sind wird dran", sagte er in Rheinhausen. Unbegrenzt kann die Unterstützung nicht sein: "Es muss erst erwirtschaftet werden", sagte Stächele zu den Wünschen an die Politik. Beim Thema Steuerbelastung, die bei beiden Terminen am Rande beklagt wurde, machte er die Sichtweise eines Finanzministers deutlich: "Die Steuer spiegelt unsere Forderungen an den Staat wieder", sagte er.
Der Geschäftsführer des Großbetriebs Färber in Emmendingen, Manfred Kempter, hatte für den Finanzminister eine ganze Liste mit Kritikpunkten dabei. Dazu gehöre die zunehmende Praxis von Behörden, bei Gebühren zur Fleischbeschau einen Nachschlag zu erheben, der Verzicht des Landes auf EU-Gelder und das Steigen der Futtermittelpreise bei gleichzeitiger Subventionierung von Biogasanlagen. "Wir gehen das mal durch, sie kriegen Antwort", versprach der Minister.
In Wyhl war Stächele am Morgen von einer kleinen Gruppe Blasmusiker empfangen worden, in Rheinhausen wurde er mit einem Mittagessen verabschiedet.
Autor: Ilona Hüge


