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16. November 2015

Nitratgehalt im Trinkwasser gestiegen

Kleine Kinder sollten in Wyhl kein Leitungswasser trinken, weil Grenzwert überschritten wurde.

  1. 52,9 Milligramm Nitrat wurden jüngst im Leitungswasser der Gemeinde Wyhl gemessen. Foto: Archiv-Symbolfoto: DPA

WYHL. Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren sollen zurzeit das Wyhler Leitungswasser nicht trinken. Der Grund ist das Überschreiten des zulässigen Grenzwertes für Nitrat im Trinkwasser. Den Eltern wird für die Zubereitung der Babynahrung abgepacktes Wasser aus dem Handel empfohlen. Die Eltern haben ein entsprechendes Schreiben der Gemeinde erhalten. Sollte der Nitratwert nicht sinken, wird es für Eltern von Kleinkindern Bezugsscheine für Trinkwasser aus dem Handel geben, sagte Bürgermeister Joachim Ruth in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Gemäß der Trinkwasserverordnung von 2001 liegt der Grenzwert bei 50 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l). Die Probe aus dem Wyhler Leitungswasser ergab aber 52,9 mg/l. Dem Grundwasser in Wyhl mache seit Langem die intensive Düngung im Kaiserstühler Weinbau zu schaffen, hieß es. Nach den Zahlen, die Ruth vorstellte, seien aber die Nitratwerte in den 90er Jahren deutlich gesunken. Sie hätten früher teils fast beim Doppelten der heute gemessenen Werte gelegen. Warum die Konzentration nun wieder ansteige, ist für Ruth rätselhaft. Er könne sich höchstens vorstellen, dass wegen der trockenen Sommer der Grundwasserzufluss schwächer sei. Das hieße: Weniger Grundwasser bei gleichbleibendem Eintrag von Düngernitrat ergebe einen höheren Nitratanteil pro Liter. Nun wolle man mit den Fachbehörden schnellstmöglich nach einer Lösung suchen, wie der Nitratwert wieder gesenkt werden kann.

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Angesichts der Messwerte hat das Gesundheitsamt des Landratsamtes Emmendingen am 6. November die vom Umweltbundesamt im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes empfohlene Sofortmaßnahme verfügt: Die Verwendung des Trinkwassers ist weiterhin nur möglich, wenn sichergestellt wird, dass Säuglinge mit weniger als zehn Kilogramm Körpergewicht beziehungsweise Kinder bis zum Alter von zwei Jahren nicht mehr unter Verwendung des betroffenen Trinkwassers ernährt werden. Stattdessen ist ein einwandfreies Trinkwasser anderer Herkunft oder ein gemäß der Mineral- und Tafelwasserverordnung als entsprechend geeignet gekennzeichnetes abgepacktes Wasser zu verwenden. Dieses muss möglicherweise der Wasserversorger, also die Gemeinde, bereitstellen. Mit Blick auf den gesundheitlichen Schutz von Erwachsenen reicht es aus, auf eine nitratreduzierte Ernährung und auf eine ausreichende Jodid-Zufuhr zu achten.

Die Verfügungen des Landratsamtes sowie das Merkblatt "Nitrat" und die Empfehlung des Umweltbundesamtes zum Thema Nitrat im Grundwasser http://www.wyhl.de

Autor: Michael Haberer