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08. Juli 2010 15:55 Uhr
Papst-Audienz der Fußballer
SC Wyhl: Fußballer spendieren dem Papst ein Trikot
Erst eine Narrenkappe und nun ein Fußball-Trikot: Papst Benedikt wird mit Präsenten aus Südbaden geradezu überschwemmt. Nach den Fasnetsrufern aus Freiburg traf nun eine Delegation des SC Wyhl den Papst in Rom.
Die Delegation des Sportclubs Wyhl war nach Rom gefahren, um zwei ungewöhnliche Treffen zu erleben: Eines war ein Fußballspiel gegen den SC Guardia, die Mannschaft der päpstlichen Schweizer Garde. Für Projekt zwei lag die Latte noch einmal höher und der Erfolg war lange ungewiss: ein persönliches Treffen mit Papst Benedikt XVI in der "prima fila", der ersten Reihe der Generalaudienz. Doch während die Audienz mit Papst Benedikt unerwartet geklappt hat, musste das Fußballspiel gegen die Gardeleute ausfallen.
In der Nacht zum Donnerstag sind die Sportler nach Wyhl zurückgekehrt und zumindest gegenüber der BZ einigermaßen sprachlos über die bei der ereignisreichen Romreise gewonnenen Eindrücke.Bis zum letzten Abend in der "ewigen Stadt" blieb offen, ob das Treffen mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche, organisiert von Pfarrer Thorsten Becker, überhaupt zustande kommen würde. Auch am Dienstag gegen 23 Uhr konnte Simon Ehret, Trainer des SC Wyhl, noch nichts Genaues zum nächsten Morgen sagen.
Am Ende hat doch noch alles geklappt, wie aktuelle Fotos des "Servizio Fotografico", des Fotodienstes des Vatikan, beweisen, die BZ-Korrespondent Martin Zöller schließlich übermittelte. Am Mittwoch gegen 12 Uhr traf eine Abordnung der Reisegruppe des SC Wyhl mit Trainer Ehret, Pfarrer Becker, Kapitän Thorsten Schwab sowie Frederik Leber in der Audienzhalle auf Papst Benedikt.
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Sie übergaben dem ehemaligen Erzbischof von München und Freising am Ende der Generalaudienz ein ganz besonderes Trikot in den Farben ihres Vereins: "SC Wyhl", "Benedikt", Spielernummer "16", steht darauf. Der Papst, von seinem Sekretär Georg Gänswein vorab informiert, nahm das Trikot lachend im Empfang. Mehr als ein paar Augenblicke blieben allerdings nicht für die persönliche Begegnung. Das Zusammentreffen ist eine Ehre, die nur Besuchern in der so genannten ersten Reihe der Generalaudienz zukommt. Das es geklappt hat, verdanken die Wyhler Pfarrer Becker, der Gänswein aus dessen Freiburger Zeit kennt. Die bei der Audienz anwesenden Gruppen werden stets namentlich genannt.
Die Papst-Audienz war der absolute Höhepunkt des ungewöhnlichen Mannschaftsausflugs der Fußballer, der aber auch sonst allerhand zu bieten hatte. Unter anderem absolvierte die 38-köpfige Reisegruppe in Rom ein umfangreiches Besichtigungs-Programm. Die Visite von Spanischer Treppe, Colosseum und Sixtinischer Kapelle waren da noch als eher gewöhnliche Programmpunkte geplant.
Ein Freundschaftsspiel der besonderen Art sollte hingegen der zweite Höhepunkt der Reise sein. Am Montag gegen 15 Uhr war ein Fußballmatch des SC Wyhl gegen den SC Guardia geplant. Es ist das Team der päpstlichen Schweizer Garde. Im Gegensatz zum Papst-Treffen hatten die Wyhler hierfür zwar eine Zusage, doch es war schon vor Reiseantritt klar, dass der Termin möglicherweise auch ins Wasser fallen könnte. So kam es dann auch: "Wegen des Umzugs des Papsts ins Castel Gandolfo konnten wir leider keine Mannschaft zusammenstellen", sagte ein Sprecher der Schweizer Garde am Donnerstag auf Nachfrage der BZ .
Das Castel ist die päpstliche Sommerresidenz, in die der Papst seinen Dienstsitz am Mittwoch, direkt nach der Generalaudienz, verlegt hat. Das bedeutete zusätzliche Arbeit für die Gardeleute und "Dienst geht vor", so die Auskunft ihres Sprechers. Die Wyhler Delegation durfte als Alternativprogramm das Quartier der Garde besuchen und sich glücklich schätzen. In den Sommermonaten im Castel finden keine weiteren Audienzen des Papstes statt, hieß es aktuell aus der päpstlichen Präfektur. Das Treffen am Mittwoch war somit die derzeit letzte Möglichkeit für ein Treffen.
- Wyhl / Rom: Die Garde wartet, der Papst vielleicht
- Freiburg / Rom: Eine Narrenkappe für den Papst
Autor: Hagen Schönherr
