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18. August 2012

Facebook-Party in Freiburg läuft aus dem Ruder: Polizei sperrt in Zähringen die Bahngleise

Einer Einladung von zwei 15-Jährigen folgen bis zu 350 Jugendliche, ein größerer Polizeieinsatz und eine Sperrung der Bahngleise.

  1. Bis auf ein paar Scherben ist die Wendeplatte wieder geputzt. Foto: rita eggstein

Eigentlich wollten zwei Jungs in Zähringen nur eine Party feiern, wo ihre Eltern gerade im Urlaub sind. Doch einer Einladung über das Netzwerk Facebook folgten bis zu 350 Jugendliche, ein größerer Polizeieinsatz und eine Sperrung der Bahngleise. In Freiburg ist die erste Facebook-Party aus dem Ruder gelaufen.

Jugendliche feiern auf der Berner Straße, sie trinken, zerdeppern Flaschen, grölen, beschädigen Autos, heben einen Gullydeckel raus. Es sind so viele, dass auch die Möbel im Haus, in dem die Party eigentlich stattfindet, Schaden nehmen. Als die Polizei am Donnerstagabend kommt, registriert sie Körperverletzungen, Diebstahl und einen Raub. Die Beamten rufen Verstärkung, die von allen Dienststellen zusammengezogen werden muss, in der Spitze sind über 20 Polizisten im Einsatz, sagt ihr Sprecher Karl-Heinz Schmid: "Die fehlen an anderer, wichtiger Stelle." Die Beamten erteilen mehrere Platzverweise und schaffen es nach und nach, die Party aufzulösen. Weil Jugendliche auf den Bahngleisen in Richtung Bahnhof unterwegs sind, müssen die Züge auf der Rheintalstrecke von 22.45 bis 22.59 Uhr gestoppt werden. Die Bundespolizei ist im Einsatz. "Zu der Zeit sind schnellfahrende Personenzüge unterwegs", sagt deren Sprecher Helmut Mutter am Freitag. Aufgehalten wird laut Deutscher Bahn ein Fernverkehrszug und ein Güterzug. "Gegen 24 Uhr war der Spuk vorbei", sagt Schmid.

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Die Auslöser des Ganzen sind am Donnerstagabend heillos überfordert, aber kooperativ: Zwei 15-jährige Brüder hatten zur Party geladen, ursprünglich 30, 40 Leute. Die beiden erzählen dem Internetportal Fudder, dass ein Kumpel die Einladung über Facebook übernommen hatte – mit einem Schönheitsfehler: Er machte sie öffentlich. In der Folge strömen pulkweise Hunderte Jugendliche die gediegene Berner Straße runter, erzählen Nachbarn. Die Eltern sind im Urlaub und werden angerufen. Sie sollten am Freitag oder heute wieder nach Hause kommen.

"Das gibt Ärger", meint am Freitag eine Nachbarin, die die Polizei gerufen hat. Auf der Wendeplatte zwischen den Häusern sei um 21 Uhr alles voller junger Leute gewesen. "Es war ein Mordsgalama – hier im ruhigsten Viertel", sagt die 42-Jährige. Sie hat mit den Feiernden geredet. "Die waren sonst friedlich", meint sie. "Für die vielen Leute ist das recht ruhig abgelaufen", findet eine andere Nachbarin. Eine ältere Frau hat alles vom Balkon aus beobachtet und gedacht: "Irre, einfach irre." Sie stellt am Freitag fest, dass ihr Auto zerkratzt ist. Da ist die Wendeplatte wieder geputzt, ein Eichhörnchen hüpft drüber. "Die Jungs haben gut aufgeräumt", sagt die 42-Jährige, lächelt und meint: "Es war ihnen eine Lehre."

Die Polizei ermittelt noch das Ausmaß des Schadens und prüft, ob die Verantwortlichen eine Rechnung für den Einsatz bekommen. "Ich hoff’, dass die das zahlen müssen", meint ein junger Mann, der einen Kinderwagen die Berner Straße entlang schiebt. Geprüft wird auch noch die Kostenfrage für den Großeinsatz zur Verhinderung der Facebook-Party am Opfinger See, zu der 2500 Leute zugesagt hatten. "Das wird noch länger gehen, das ist ein neues Phänomen", sagt Schmid.

Autor: Simone Höhl


14 Kommentare

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Lothar Schätzle

Registriert seit: 21.01.2010

Kommentare: 151

18. August 2012 - 00:31 Uhr

ich gehe mal davon aus das ein 15 jähriger heutzutage weis was passiert wenn man sich ein bissel verklickt im internet...... ich würde die leute mal zahlen lassen. dann hört das auch wieder mal auf.....
dann werden solche aktionen nur noch von gehirnlosen gestartet..... hoffentlich gibts nicht alzuviel von denen hier bei uns....:)

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

18. August 2012 - 01:47 Uhr

hrhrhr, MINDESTENS rund 350.

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Reinhold Schneider

Registriert seit: 03.07.2012

Kommentare: 390

18. August 2012 - 05:47 Uhr

Eltern im Urlaub und lassen zwei 15jährige Kinder offensichtlich mehrere Tage alleine zuhause? Manche Dinge wundern mich nicht ....

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

18. August 2012 - 06:07 Uhr

Der Artikel ist'n bissel....netter
http://tinyurl.com/d2l29vr

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Gelöschter Nutzer #782481

Registriert seit: 08.08.2009

Kommentare: 1605

18. August 2012 - 06:38 Uhr

Wie gut, dass wir alle als tooootaaaal vernünftige Erwachsene auf die Welt gekommen sind. ;)

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Lothar Schätzle

Registriert seit: 21.01.2010

Kommentare: 151

18. August 2012 - 08:25 Uhr

@Frank Ebert
nein total vernünftig bin auch ich nicht zur welt gekommen. aber ausbaden musste ich meinen blödsinn meistens wenn dieser rauskam. und bei uns auf dem land war man bekannt.... die leute wussten schon wer da wohin gehört.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

18. August 2012 - 11:12 Uhr

Die Zwillinge sind auch gut gestraft, wenn Sie durch die Berner Str. oder Zähringen gehen; in diesem Mikrokosmos wissen auch genug, wo Sie hingehören.

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Gelöschter Nutzer #793088

Registriert seit: 16.11.2009

Kommentare: 562

18. August 2012 - 14:45 Uhr

Mich ärgert es dass das ganze gleich wieder unter der Rubrik "Facebook-Party" rangieren muss.
Eltern in Urlaub, Teenies feiern zuhause und die Party artet aus weil manche Eingeladenen emsig weiter eingeladen haben:

Das gabs vor 20 Jahren schon genau so, in ähnlichen Größenordnungen ganz ohne Internet. Ich kann mich noch an zwei solcher Partys erinnern. Bei mir ist damals die Feier zum 18. fast aus dem Ruder gelaufen weil ein Depp die Fete in zwei Jugendtreffs "angekündigt" hatte.
Und als ich gestern Abend mit gleichaltrigen Freunden darüber geredet habe wussten die meisten auch aus ihrer Jugend ähnliches zu berichten.

Mir geht diese mediale Facebook-Party-Hysterie einfach nur noch auf die Nerven. Es ist undifferenziert und effektheischend.

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Sandra Maier

Registriert seit: 20.08.2011

Kommentare: 94

18. August 2012 - 18:06 Uhr

"Die Auslöser des Ganzen sind am Donnerstagabend heillos überfordert, aber kooperativ: Zwei 15-jährige Brüder hatten zur Party geladen, ursprünglich 30, 40 Leute. Die beiden erzählen dem Internetportal Fudder, dass ein Kumpel die Einladung über Facebook übernommen hatte – mit einem Schönheitsfehler: Er machte sie öffentlich."

Wie es aussieht, haben nicht die beiden Jungs selber den Fehler gemacht, sondern ein Kumpel, der die Veranstaltung beim Teilen öffentlich in Facebook gemacht hat. Ansonsten wären maximal 30-40 Leute, die auch offiziell eingeladen wurden, gekommen und nicht 350. Für die Blödheit dieses Kumpels können die Zwillinge nichts. Das ist derjenige der es richtig verbockt hat. Er hat den Schaden angerichtet und meiner Meinung nach muß dieser Kumpel für alles gerade stehen.

Es ist davon auszugehen, daß besagter Kumpel sogar bewusst die Party öffentlich geteilt hat. Das ist mehr als nur ein übler Steich.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

18. August 2012 - 18:21 Uhr

...oder halt doch Dummheit, oder abgemildert, Unwissenheit (des Kumpels) 8-D

Wie üblich, geht jetzt wieder die kollektive Suche nach dem/den Schuldigen los, weil der, die, das und jener könnens nicht gewesen sein, weil ja, aber, doch und überhaupt.

Wie gesagt, die Zwillinge in Ihrem Mikrokosmos sind gestraft.

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 503

18. August 2012 - 19:12 Uhr

Ob jetzte die Zwillinge schuld sind oder ein Kumpel ist völlig irrelevant! Schuld ist eindeutig dieses 'Facebook' und dieses 'Internet'. Sofort verbieten, dann ist Ruhe! ;-)

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

19. August 2012 - 10:48 Uhr

Herr Lauck,
sehen Sie das ;-) ? *gg*

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 503

19. August 2012 - 10:52 Uhr

@Hr Lauck,

mein Kommentar war auch ironisch und nicht ernst gemeint.
Letzlich nützt es nichts, nur grundsätzlich auf dem Medium herumzuhacken. Vielmehr sollten die Benutzer lernen verantwortlich damit umzugehen. Im Detail kann man natürlich auch Facebook & Co. verbessern um auf die Auswirkungen hinzuweisen (wie von Ihnen genannt), aber das ändert eben nichts daran, dass der Benutzer für sein Handeln verantwortlich ist.

Veranstaltungen dieser Art ließen sich auch früher schon organisieren, ohne Facebook.

Aber ein anderes Beispiel zur Veranschaulichung:
Neulich gab es z.B. wieder diese Berichte über sogenannte 'Schockanrufe', bei denen nichtsahnenden Menschen mit ungeheuelichen Geschichten um Ihr Geld erleichtert werden. Es kommt aber sicherlich niemand auf die Idee, deshalb das Telefon oder den Tel.-Anbieter dafür (mit-)verantwortlich zu machen.

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Christoph Bohnet  

Christoph Bohnet

Registriert seit: 03.08.2009

Kommentare: 327

20. August 2012 - 13:31 Uhr

Das Problem ist doch eher, dass viele Kinder ab 14/ 15 Jahren nicht mehr mit den Eltern in Urlaub gehen (wollen) und deshalb daheim bleiben dürfen. Wo kein Kläger, da kein Richter, aber in diesem Fall ist doch eher eine Verletzung der Aufsichtspflicht zu prüfen! Heutzutage kann man die wenigsten Volljährigen "erwachsen" nennen, wieso soll man sich dann auf zwei pubertierende Teenies verlassen können?!

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