Zeichen stehen auf Gemeinschaftsschule

Markus Donner

Von Markus Donner

Sa, 28. Juli 2018

Kirchzarten

Auch der Kirchzartener Gemeinderat gibt der Werkrealschule Dreisamtal keine Überlebenschance.

KIRCHZARTEN (mad). Jetzt dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis im Dreisamtal die Werkrealschule durch eine Gemeinschaftsschule ersetzt wird. Nach den positiven Voten aus Buchenbach, Oberried und Stegen, befasste sich nun auch der Gemeinderat Kirchzarten in öffentlicher Sitzung am Donnerstag mit dem Thema.

Mit dem Bürgermeister Andreas Hall war sich das Gremium in der Einschätzung einig, dass es für die Werkrealschule keine Perspektive mehr gebe, nachdem sich für das Schuljahr 2018/19 zu wenige Fünftklässler angemeldet hätten. Sollte sich das im Schuljahr 2019/2020 fortsetzen, würde die Werkrealschule behördlich "abgewickelt", informierte Bürgermeister Hall.

In der Gemeinschaftsschule wird nach den Bildungsstandards der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums unterrichtet. Als "dritte Schulform", in Ergänzung zur Realschule am Giersberg und zum Marie-Curie-Gymnasium, wäre sie im Dreisamtal eine probate Antwort auf den Abgesang der Werkrealschule, die nach Einschätzung der Gemeinderäte sowohl in der Gesellschaft als auch in der Politik nicht mehr den erwünschten Rückhalt habe.

Während die Werkrealschule Dreisamtal derzeit Schulräume im Schulzentrum in Kirchzarten, aber auch in den Nachbargemeinden Stegen und Buchenbach belegt, wäre bei der Gemeinschaftsschule diese Gliederung der Schulstandorte nicht mehr möglich. Übrig blieben Kirchzarten und Buchenbach, informierte Hall. Stegen käme schon deshalb nicht in Betracht, weil dort vermutlich ein Neubau erforderlich wäre, während in Kirchzarten und Buchenbach lediglich kleinere Umbauten erfolgen müssten. Indes ließ der Bürgermeister anklingen, dass sich Kirchzarten bei der Weiterentwicklung der Werkrealschule zu einer Gemeinschaftsschule in erheblichem Umfang finanziell engagieren müsste. Hall bezifferte den Aufwand auf 750 000 Euro.

"Die Gemeinschaftsschule ist ein ur-sozialdemokratisches Thema und die SPD-Fraktion freut sich auf die mögliche Realisierung einer solchen Schule im Dreisamtal", erklärte Petra Zentgraf. Die CDU zeigt sich gespalten. Valentin Platten vertrat den Standpunkt, die Umwandlung mittragen zu wollen, um den Schülern weite Wege in benachbarte Schulstandorte zu ersparen. "Die Entwicklung lässt uns keine andere Wahl", so Barbara Schweier (Grüne). Bernd Scherer (FWG) bedauert sehr, dass die Werkrealschule keine Chance bekommen habe.