"390 Jahre Zeller Fasnacht" mit Narrentreffen

Uli Merkle

Von Uli Merkle

Mo, 24. Oktober 2016

Zell im Wiesental

Fastnachtsgesellschaft Zell rechnet am 21./ 22. Januar 2017 mit 10 000 Besuchern / Narrentreffen mit 3000 Teilnehmern / Motto "Schnuure, strähle, klepperle".

ZELL. Am 21. und 22. Januar 2017 ist es soweit: Mit einem großen närrischen Freundschaftstreffen feiern die Zeller "390 Jahre Zeller Fasnacht". Insgesamt haben sich um die 3000 Teilnehmer zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum angemeldet. Die Verantwortlichen der Fastnachtsgesellschaft rechnen mit 10 000 Besuchern, die an diesem Wochenende nach Zell kommen werden.

Nach den Jubiläumsveranstaltungen von 1927, als das 300-jährige Bestehen der Fasnacht und 2007, als "110 Jahre Straßenfasnacht" gefeiert wurde, ist dies nun in 390 Jahren erst das dritte groß gefeierte Jubiläum überhaupt.

Bereits seit weit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen für diese Großveranstaltung in diversen Arbeitskreisen der Fastnachtsgesellschaft, die das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung einer Fasnacht in Zell im Jahr 1627 feiern will. Präsident Peter Mauthe geht es dabei nicht darum, möglichst viele Teilnehmer am Umzug aufbieten zu können, sondern den gesteckten Rahmen von 3 000 Hästrägern nicht zu überschreiten. Viel wichtiger ist es ihm, möglichst unterschiedliche Gruppierungen aus allen Regionen der alemannischen Fasnacht in Zell zu präsentieren und somit Fasnachtsbrauchtum in allen seinen Facetten zeigen zu können.

Bislang liegen Zusagen von Zünften vom Bodensee, dem gesamten Schwarzwald, dem Breisgau, der Ortenau, aus dem Schwäbischen und der Schweiz vor. Natürlich sind auch alle befreundeten Narrenzünfte aus der näheren Umgebung dabei.

Das Programm: Dies ist auch der Grundgedanke für das Programm am Samstag, 21. Januar 2017. Unter dem Motto: "Schnuure, strähle, klepperle", werden sich verschiedene Gastzünfte aus allen Regionen auf dem Sparkassenplatz, im Pfarrsaal und auf dem Latschariplatz präsentieren. Neben musikalischen Aufführungen werden Hexentänze und andere Aufführungen zu sehen sein und die Gäste werden somit einen Einblick in "ihre" Fasnacht geben.

Die Zeller Fasnachtsvogteien und Vereine sorgen für die Bewirtung der Gäste. Ein Narrendorf mit Buden, Beizen und Zelten wird in der Constanze-Weber-Gasse aufgebaut, zudem ist im Löwenhof, in der Räuberburg und an anderen Stellen im Städtli was geboten.

Erstmals ein Narrenbaum: Das Programm beginnt gleich mit einem Novum: Erstmalig wird in Zell ein Narrenbaum errichtet. Dieser wird von der Narrenzunft Schönau spendiert und von den offiziellen Baumaufstellern der Schönauer Narrenzunft in schweißtreibender Handarbeit von der Horizontalen in die Vertikale gebracht.

Umzug und Narrendorf: Mit einem Zunftmeisterempfang in der Sparkasse startet der Sonntagvormittag. Dazu werden alle Zunftmeister der teilnehmenden Narrenzünfte eingeladen. Punkt 14 Uhr setzt sich der Umzug im Grönland in Bewegung, führt in einer Schleife durch die Innenstadt und endet im Narrendorf. Der Umzug wird vom Sparkassenplatz aus und bei der Abzweigung Schopfheimer Straße/Wiesenstraße kommentiert.

Häs-Ausstellung: Bereits am 13. Januar 2017 wird die Ausstellung "Schnuure, strähle, klepperle – Fasnachtshäs vom Oberrhi" in der Sparkasse Zell eröffnet. Sie zeigt bis Aschermittwoch Fasnachtkostüme, -masken und -figuren vom Hochrhein bis zur Ortenau. Ein Sonderteil der Ausstellung widmet sich den historischen Zeller Kostümen. Diese interessante Dokumentation alemannischer Fasnacht wird durch die Zusammenarbeit mit der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen, dem Verband Oberrheinischer Narrenzünfte und dem Förderverein Fasnachtshus ermöglicht.

Organisation: Zur Organisation dieser Großveranstaltung arbeiten in der Fastnachtsgesellschaft verschiedene Arbeitskreise an unterschiedlichen Aufgaben. In den Vogteien und teilnehmenden Vereinen konzentriert man sich auf die verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten. Gilt es doch für alle Helfer und die gesamte Stadt, sich als guter Gastgeber zu präsentieren. So hat man beispielsweise entschieden, dass jede Gastzunft, die bereits am Samstag anreist, persönliche Betreuerinnen zugeteilt bekommen, die den Gruppen während ihres Aufenthalts mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Büro des Tourismusvereins wird eine Informationsstelle eingerichtet, die rund um die Uhr bei Fragen und Problemen weiter hilft. Die groben organisatorischen Fragen sind inzwischen geklärt, jetzt hat man alle Hände voll mit der Detailplanung zu tun – und ganz neben her laufen natürlich die Vorbereitungen der eigentlichen Fasnacht, die fünf Wochen nach dem Freundschaftstreffen im gewohnten Rahmen über die Bühne geht.

Mehr Informationen zum Freundschaftstreffen gibt es unter "www.zeller-fasnacht.de"