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05. November 2011

Die Akteure fühlen sich auf der Bühne pudelwohl

"Wo wir uns finden" beim Zeller Seniorentreffen /Improvisationstheater macht den an Demenz erkrankten Darstellern viel Spaß.

  1. „Wo wir uns finden“: Beim Theaterstück, das in Zell aufgeführt wurde, wirken an Demenz erkrankte Menschen mit. Foto: Johanna Kafasi

ZELL. Beim Zeller Seniorentreffen wurde im katholischen Pfarrheim St. Fridolin am Mittwoch das Theaterstück "Wo wir uns finden"aufgeführt. Linda Sepp ist Regisseurin und Animateurin dieses Stücks, das in Zusammenarbeit mit dem freien Theater Tempus Fugit und der Caritas Lörrach zustande gekommen ist. Über ein halbes Jahr arbeitete sie mit ihrem Kollegen Sebastian Palzer mit acht Schauspielern ab 65 Jahren zusammen, die alle das gleiche Schicksal teilen, denn sie sind an Demenz erkrankt – so wie derzeit zirka 2300 Menschen im Landkreis Lörrach.

Aufgrund ihrer Erkrankung sind die Schauspieler nicht an einem Text gebunden, denn es handelt sich um eine Improvisationstheatergruppe ohne den normalen Theaterrhythmus. Sie greift Geschichten aus dem reellen Leben auf, zum Beispiel das frühere Berufsleben oder erzählt aus der Vergangenheit. Trotzdem gibt es eine feste Rollenverteilung. Bei der Kommunikation zwischen den Akteuren kann der Fantasie freien Lauf gelassen werden: Vom König zum Kapellenspieler bis zur Prinzessin zum übermütigen Helden. Natürlich werden die Schauspieler dementsprechend mit prachtvollen Kostümen eingekleidet. Humorvolle Gespräche werden auf der Bühne geführt, bei denen teilweise das Publikum mit einbezogen wird.

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Linda Sepp begleitet die Akteure die ganze Zeit auf der Bühne, ermutigt sie, motiviert sie weiter zum Schauspielern und beruhigt sie, wenn vielleicht mal alles zu viel wird. Es wird zusammen viel gesungen, getanzt und gelacht, die Akteure entdecken durch das Schauspielern ihre Lebensfreude und fühlen sich auf der Bühne pudelwohl.Das Publikum ist begeistert, immer wieder wird kräftig applaudiert. Die Besonderheit dieser Art von Theater, was dem Stück auch eine gewisse Spannung verlieh, ist die Improvisation, das Unerwartete, das jeden Moment kommen kann. Man weiß nie genau, was den acht Schauspielern als nächstes einfällt. Noch dazu gibt es keine Einschränkung durch ein bestimmtes Konzept. So setzt man der Ideenentfaltung der Akteure keine Grenzen und macht ihnen so das Wohlbefinden auf der Bühne leichter.

Hinzu kommt noch, dass kein kommerzieller Leistungsdruck, wie man es von den großen Theatervorstellungen kennt, auf die Akteure ausgeübt wird. Im Mittelpunkt steht allein die Lebensfreude und vor allem die Freude am Schauspielern, wo es den an Demenz Erkrankten ermöglicht wird, vom Alltag loszulassen und in eine andere Welt abzutauchen. Diese besondere Art von Theater kam beim Publikum sehr gut an.

Beide Vorstellungen in Lörrach waren ausverkauft. Auch diesmal sorgte die gelungene Vorstellung in Zell für einen vollen Saal und lang anhaltenden Applaus. Linda Sepp will auch zukünftig an diesem Projekt dran bleiben und mit noch mehr Demenzgruppen zusammenarbeiten. Es war ein sehr schöner Nachmittag mit vielen Gedanken und grenzenloser Fantasie.

Autor: Johanna Kafasi