Die fünf Stationen des Schmerzes

sfiz

Von sfiz

Sa, 08. September 2018

Zell im Wiesental

Wieder mal geschafft: Peter Seider von der Zeller Wehr berichtet von der schweißtreibenden Firefighter Combat Challenge in Berlin.

ZELL/BERLIN (sfiz/BZ). Es muss ein sehr ungewöhnlicher Anblick gewesen sein, als Feuerwehrsportler aus Südbaden in ihrer Feuerwehrausrüstung im Flieger nach Berlin gesessen sind. Ihr Ziel in der Hauptstadt war die Firefighter Combat Challenge. In dem 238 Teilnehmer starken Starterfeld mit Feuerwehrleuten aus acht Nationen mischten auch sieben Starter aus dem Team Südbaden mit, darunter Jonas Bähr und Peter Seider von der Zeller Wehr. Beide freuen sich über ihre persönlichen Bestleistungen, mit denen sie den Parcours auf dem Potsdamer Platz bezwangen.

"Für uns Sportler ist es das Größte, wenn wir unsere eigene Leistung verbessern können", erklärt Peter Seider.

Die fünf Stationen der Firefighter Combat Challenge werden in der Szene der Feuerwehrsportler die "Five Stages of Pain", also die "Fünf Stufen des Schmerzes", genannt. An den Stationen werden klassische Aufgaben der Feuerwehr bei Einsätzen simuliert. Im Vordergrund stehen Kraftakte in Kombination mit Schnelligkeit. Ein paar Kostproben: In voller Montur einen zwölf Meter hohen Turm hinauflaufen, dabei ein 19 Kilo schweres Schlauchpaket mitschleppen. Ein weiteres Schlauchpaket muss, oben angekommen, dann per Seil von Hand nach oben gehievt werden. Nach getaner Tat geht’s in Windeseile zurück auf den Parcours, wo mit den Schlägen eines fünf Kilo schweren Vorschlaghammers ein 72 Kilo schweres Gewicht über eine Schiene über eine bestimmte Strecke hinweg bewegt werden muss, bevor der Wettkampf dann auf einer Slalomstrecke weitergeht. Ebenfalls einer sehr realistischen Situation nachempfunden ist die letzte Aufgabe: Ein 80 Kilo schwerer Dummy muss aufgenommen und rückwärts 30 Meter weit ins Ziel gebracht werden.

Hier, im Zielbereich, sieht man den Teilnehmern dann an, wie sehr sie der Wettkampf mitgenommen hat.

Mit zwei Teilnehmern an der Firefighter Combat Challenge war die Zeller Fraktion im Team Südbaden nur noch halb so groß wie bei der Challenge in Grindelwald im vergangenen Jahr. Drei Wettkämpfe haben die Zeller Feuerwehrsportler in diesem Jahr bestritten, unter anderem die Europa-Meisterschaft an der Mosel in Ediger-Eller im Frühjahr. Mit dem Wettkampf in Berlin ist die Saison nun zu Ende gegangen. Trainiert wird weiterhin, denn nach dem Wettkampf sei schließlich vor dem Wettkampf. Und Wettkämpfe soll es, wie Peter Seider ankündigt, schließlich auch im nächsten Jahr wieder geben – neue persönliche Bestzeiten am liebsten auch.

So anstrengend und zeitintensiv die selbst gewählten Herausforderungen im Feuerwehrsport auch sind, Peter Seider möchte sie nicht missen. "Es ist etwas Schönes, Kollegen, Kameraden aus der ganzen Welt zu treffen. Es ist ein großer Stamm, den man immer wieder antrifft." Jetzt etwa in Berlin seien Feuerwehrsportler aus Österreich gekommen, aus der Schweiz, Slowenien, Tschechien. Auch Amber Bowman, Weltmeisterin aus Kanada, war bei der Firefighter Combat Challenge in Berlin dabei.

Challenge in Zahlen

Den Anfang hatte Johannes Steinebrunner von der Feuerwehr Müllheim, Abteilung Hügelheim, mit seinem Debüt in der Combat Challenge gemacht. Nach 2:13,59min hatte er den Parcours hinter sich gelassen. Jonas Bähr erledigte die Stationen in 2:29,57min, Knapp dahinter platzierte sich Peter Seider mit einer Zeit von 2:33,35min.

Mit 1:49,66min für Adnan El Ajouz und 1:47,93min für Nils Jenne bestätigten sie wiederum, dass sie stabil imstande sind, die Zwei-Minuten-Marke zu unterbieten, die als erste richtig schwer zu knackende Hürde gilt. Als letzter Einzelstarter des Teams Südbaden ging Rico Paulusch von der Werkfeuerwehr DSM auf den Parcours. Er bewältigte ihn in 2:12,19min.

In der Tandem-Wertung debütierte Florian Joba, der sich den Parcours mit seinem Vater Peter Joba teilte. Sie bezwangen den Parcours in 2:39,60min. In derselben Wertung wurden Peter Seider und Jonas Bähr in 1:55,72min mit den fünf Stationen fertig. Das schnellste südbadische Tandem waren Adnan El Ajouz und Nils Jenne, die für den Parcours 1:27,49min brauchten.

Nachdem Adnan El Ajouz, Nils Jenne, Rico Paulusch, Johannes Steinebrunner und Peter Seider die öffentlichen Verkehrsmittel der Bundeshauptstadt bezwungen hatten, starteten sie als Staffel für das Team Südbaden. Mit 1:32,42min konnten sie sich für das Staffelfinale im K.O.-Modus qualifizieren. Im Viertelfinale mussten sie sich dem späteren Viertplatzierten, dem Team aus Großbritannien, geschlagen geben.