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09. Juni 2009

Freier Platz geht an Freie Wähler

SPD bleibt stärkste Kraft im Zeller Gemeinderat / Freie Wähler gewinnen fünften Platz von Grünen dazu / CDU behauptet sich

ZELL. Nur noch drei Fraktionen, deutliche Stimmengewinne für SPD und Freie Wähler und viele neue Gesichter: Durch das Zeller Stadtparlament wehte am Sonntag bei der Kommunalwahl 2009 der Wind der Veränderung. Eines aber blieb beim Alten: Die Wähler machten Thomas Kaiser (SPD) mit über 2700 Stimmen erneut zum Stimmenkönig. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,2 Prozent und damit deutlich über dem 2004 erreichten Wert.

Dass die SPD mit sieben Sitzen erneut die stärkste Fraktion im Zeller Rat stellen wird, freute Thomas Kaiser ganz besonders. "Für uns ist das angesichts des bundesweiten Trends ein sensationelles Ergebnis". 41 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die SPD, 2004 waren es noch 36,9 Prozent. Erwartbar sei gewesen, dass es trotz des deutlichen Stimmenzuwachses wegen des D’ Hondt’schen Wahlverfahrens bei den sieben SPD-Ratsplätzen bleiben würde, erklärte Thomas Kaiser. Co-Sprecherin Claudia Dolzer sieht die "gute politische Arbeit der letzten Jahre, insbesondere in Sachen Ganztagsschule" vom Wähler gewürdigt. Mit Erwin Vollmer aus Gresgen (902 Stimmen), Klaus Berger (755) und Beate Riemer-Thom (819) werden drei neue Räte die große SPD-Fraktion verstärken. Peter Eichin (2036 Stimmen), Claudia Dolzer (1828) und Karl Argast (1812) bringen ihre Erfahrung aus den letzten fünf Jahren ein.

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Im Stimmanteil wie bei den Sitzen behaupten konnte sich die Zeller CDU. 32 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf die Christdemokraten. Das ist exakt der Stimmanteil den die CDU schon vor fünf Jahren holte. Damit bleibt es auch bei den sechs Gemeinderatssitzen, die die CDU schon bisher innehatte. "Dass wir unsere Sitze halten konnten, ist sehr erfreulich" kommentierte der stellvertretende CDU-Sprecher Hubert Sprich das Ergebnis. Mit 1545 Stimmen holte Sprich die meisten Stimmen für die CDU noch vor Fraktionsneuling Albert Zettler. Atzenbachs Ortsvorsteher kann endlich in den Gemeinderat einziehen, nachdem seine Schwägerin Dorothea Fräßle nicht mehr kandidierte. 2004 blieb ihm dies aufgrund der strengen Wahlgesetze noch verwehrt.

"Wir haben eine Mehrheit im bürgerlichen Lager und verhindert, dass die SPD einen zusätzlichen Sitz bekam", ist Fraktionssprecher Thomas Schmidt trotz seines persönlich eher schwachen Abschneidens mit dem Wahlausgang zufrieden. Dass er mit 1066 Stimmen nur eine mittlere Position in der Wählergunst einnimmt, sieht Schmidt in seiner deutlichen Position zur Klinik aber auch im privaten Umfeld begründet. Neu in der CDU-Fraktion sind Christoph Rudiger (863 Stimmen) und Klaus Wetzel (948) Mit dabei ist weiterhin Francesco Paternostro (1206 Stimmen.)

Vom Abschied der Grünen aus der Gemeinderatspolitik profitieren in Zell vor allem die Freien Wähler: Fünf statt bislang vier der 18 Gemeinderäte sitzen jetzt in der FW-Fraktion. Und dies bei einem leicht gestiegenen FW-Stimmanteil von 27 Prozent (2004: 24.6 Prozent) . Unumstrittenes FW-Zugpferd ist Andrea Friedrich, die allein 1904 Stimmen auf sich vereinen konnte. Sie will mit den Ratsneulingen Hannelore Vollmer (966 Stimmen), Einar Decker (774), Rudolf Tscheulin (749) und Andreas Vollmer (747) weiterhin "kritisch-konstruktive" Gemeinderatsarbeit leisten.

Dass ihr eigenes Ergebnis so stark ausgefallen ist, sei auch für sie "eine echte Überraschung" gewesen sagt Friedrich.

Autor: Robert Bergmann