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02. September 2017

"Ich habe mich hier richtig wohlgefühlt"

Pfarrer Antal Pal aus Siebenbürgen hat vier Wochen lang Gemeindepfarrer Malzacher vertreten.

  1. Pfarrer Pal predigte wie schon 2016 in den Gotteshäusern der Seelsorgeeinheit. Foto: Paul Berger

ZELL/ATZENBACH/HÄG-EHRSBERG. "Ich habe mich hier richtig wohlgefühlt", sagt Pfarrer Antal Pal mit Blick auf die vergangenen vier Wochen, in denen er Gemeindepfarrer Frank Malzacher in der Seelsorgeeinheit Zell, Atzenbach und Häg-Ehrsberg während dessen Urlaub vertreten hat.

Pfarrer Pal, der in der siebenbürgischen Stadt Corund eine katholische Gemeinde mit 3000 Gläubigen betreut, ist bereits zum zweiten Mal im Wiesental. Und so war auch sein diesmaliger Aufenthalt eine Wiederbegegnung mit Menschen, die er früher schon getroffen und kennen gelernt hat. Persönliche Kontakte wurden dabei erneut gepflegt und vertieft.

Ein wenig Wehmut beim Abschied

Dass Pfarrer Antal Pal auch privat bei Familien zu Gast sein durfte, freut ihn, wie er betonte, ganz besonders. Dabei habe er sehr viel Offenheit und Zuneigung erfahren, berichtete er. Ein wenig Wehmut überkommt ihn, wenn er jetzt von den Menschen wieder Abschied nehmen muss, erklärte er beim Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Obwohl seine Zeit im Wiesental relativ kurz war, sei man sich nähergekommen und es haben sich neue persönliche Freundschaften entwickelt. Zugute kommen dem Priester aus Rumänien seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse. Zum ersten Mal in Deutschland zu Gast war Pfarrer Antal Pal in den 1990er Jahren, als er im Bistum Paderborn für einige Wochen die Ferienvertretung in einer Bistumspfarrei übernahm.

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Im vergangenen Jahr kam er nach Zell, um die Urlaubsvertretung für Pfarrer Frank Malzacher zu übernehmen. Auf der Rückreise in seine rumänische Heimat erreichte ihn in Österreich völlig überraschend die Hiobsbotschaft vom Brand der Kirche in der Tochtergemeinde von Corund. Durch Blitzeinschlag in das Gotteshaus war ein Großfeuer entstanden, das die Kirche großteils zerstörte. Lediglich die Außenmauern waren damals stehengeblieben.

Auf Pfarrer Antal Pal und seine Gemeindemitglieder wartete somit eine sehr große Herausforderung, denn das Gotteshaus musste wiederaufgebaut werden. Dass dies allergrößte Kraftanstrengungen erfordern wird, war ihm klar.

Zahlreiche Sonderkollekten innerhalb der Erzdiözese Alba Julia, aber auch Sammlungen und Geldspenden von Gemeindemitgliedern und Bürgern hätten, so Pfarrer Pal, den Wiederaufbau der Kirche letztlich möglich gemacht. Auch von der rumänischen Regierung und sogar aus dem Nachbarland Ungarn kamen dafür finanzielle Beihilfen, berichtete er.

Noch in diesem Herbst könnte das Kirchendach errichtet werden, hofft Pfarrer Pal. Danach gehe es mit dem Innenausbau weiter. Bis zum Patronatsfest im Juli 2018 soll der Wiederaufbau des Gotteshauses endgültig abgeschlossen sein. Damit ginge für Pfarrer Antal Pal und die Menschen in seiner Gemeinde ein großer Herzenswunsch in Erfüllung.

Viele positive Eindrücke nimmt der Seelsorger auch in diesem Jahr wieder von seinem vierwöchigen Aufenthalt in Zell und dem Wiesental mit nach Hause. Das schönste Erlebnis in dieser Zeit sei für ihn die Patroziniumsfeier in Atzenbach und das anschließende Zusammensein mit den Gottesdienstbesuchern gewesen.

Neben den Begegnungen mit Menschen aus dem Wiesental nimmt er auch Eindrücke aus der weiteren Region mit in seine rumänische Heimat. So hatte Pfarrer Pal einige kleinere Ausflüge unternommen, etwa mit der Bahn nach Basel und eine Fahrt an den Bodensee auf die Insel Reichenau. Die nähere Umgebung von Zell hat er mit dem Fahrrad erkundet.

Autor: Paul Berger