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09. Februar 2012

Lachse für die Wiese

Für den Anglerverein Zell eine "kleine Sensation": 10 000 Lachs-Eier werden ausgebrütet.

  1. Foto: privat

  2. 10000 Lachseier wurden in der Brutanlage des Anglervereins Zell bei Georg Lüthe in Freiatzenbach angeliefert. Nach dem Schlüpfen der Lachse werden diese in der Wiese ausgesetzt. Foto: Privat

ZELL (BZ). Der Anglerverein Zell zieht Lachse für die Wiese auf: "Dies ist für unseren Verein ein Markstein und für Zell eine kleine Sensation", sagt Gewässerwart Hans Maier. Am Sonntag, 5. Februar, wurden gegen 15 Uhr 10 000 Lachseier in der Brutanlage bei Georg Lüthe in Freiatzenbach angeliefert.

Die Eier wurden von Bruno Imbery (Gewässerwart) vom ASV-Schopfheim im elsässischen Obernheim bei der Fischzucht des Landesfischereiverbandes abgeholt und in einwandfreiem Zustand in die Brutbecken mit dem eiskalten Wasser des Freigrabenbaches eingebracht. "Ein herrlicher Anblick", schwärmt Hans Maier. Nun heiße es Geduld zu bewahren. Die Lachseier werden die kommenden Wochen vom "Forellenvater Georg" sorgsam gehütet und gepflegt.
Je nach Wassertemperatur werden die ersten Lachse während des Monat März aus ihrer Eihülle schlüpfen und weiter heranwachsen. Der Besatz in die Wiese erfolgt danach in Abstimmung mit dem vom Regierungspräsidium Freiburg beauftragten Fischereibiologen Klaus Blasel. Er wird geeignete Teilstücke in der Wiese und der kleinen Wiese ausweisen wo die kleinen Lachsbrütlinge, die dann 3 bis 6 Zentimeter lang sind, zwischen April und Juni in die Freiheit entlassen werden. Folgende Besatzstellen sind vorgesehen: Zell oberhalb des Sportplatzes, Schopfheim, Maulburg, Steinen und im Kleinen Wiesental bei Langenau. Auch die weitere Entwicklung der Lachse wird von Klaus Blasel und den Anglervereinen in einem Monitoring-Programm begleitet.

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Schon in den letzten vier Jahren sind bei Schopfheim einige tausend Lachsbrütlinge eingesetzt worden. Mit Erfolg sind dort bereits Lachse bis zu einer Größe von 15 bis 18 Zentimetern herangewachsen. In dieser Größe verlassen sie dann als sogenannte "Smolt" ihr Brutgewässer und wandern Wiese- und Rheinabwärts in die Nordsee und den Atlantik. Nach etwa drei bis fünf Jahren werden sie wieder in ihren Heimatfluss, die Wiese, zur Hochzeit und zum Laichen aufsteigen. Der Anglerverein hofft, dass einige davon sich dann wieder das "Wiesewasser " um die Nase fließen lassen werden.

Seit 2001 besteht in Baden-Württemberg ein koordiniertes und international abgestimmtes Programm zur Lachswiederansiedlung. Zuvor wurden über einige Jahre versuchsweise Lachsbrütlinge in mehrere Oberrheinzuflüsse eingesetzt. Die dabei gewonnenen positiven Erfahrungen dienten als fachliche Grundlage für die erste, fünfjährige Programmphase.
Auch bei der Fortführung des Programms seit dem Jahr 2006 steht die Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses im Mittelpunkt. Die Förderung anderer Wanderfischarten bildet, insbesondere bei der Planung und bei der Umsetzung gewässeraufwertender Maßnahmen, einen weiteren Schwerpunkt.

Autor: bz