"Mamma mia"- das ist ein Einstand nach Maß

pbe

Von pbe

Mo, 21. Dezember 2015

Zell im Wiesental

Dirigent Martin Thoma überzeugte bei seiner Premiere beim Jahreskonzert des Musikvereins Atzenbach.

ZELL-ATZENBACH (pbe). Weihnachtlichen Glanz versprühten die Bläser des Musikvereins Atzenbach am Samstagabend in der voll besetzten Gemeindehalle bei einem großartigen Konzert. Geleitet vom neuen Dirigenten Martin Thoma bot das Orchester einen musikalischen Hochgenuss, der wieder so gut wie keine Wünsche offen ließ.

Gleiches galt für die Jugendkapelle Atzenbach/Rohmatt die ihren langjährigen musikalischen Leiter Jürgen Kiefer verabschiedete. Etwas Wehmut schwang bei den jungen Musikern schon mit, während sie letztmals von Kiefers Taktstock geführt, ihre Instrumente zum Klingen brachten. Vielen hatte Kiefer nicht nur das Musizieren beigebracht, er war dem Atzenbacher und Rohmatter Nachwuchs auch, wie Jugendleiterin Annalena Lais meinte, "ein echter Freund und Kamerad".

Die junge Kapelle bewies bei ihrem gelungenen Auftritt, dass Jürgen Kiefers Mühen nicht vergeblich war. Bestens ist beim Publikum nicht nur Ronan Keatings hervorragend gespielte Romanze, "when you say nothing at all" angekommen. Auch die klingenden "Erinnerungen an Zirkus Renz", gekonnt begleitet von dem rhythmischen Solospiel von Marius Lais auf dem Xylophon gefiel. Ebenso überzeugte Stefanie Waßmer mit ihrer wunderbaren Stimme beim Solodebüt "Ich gehör nur mir" aus dem berühmten Elisabeth-Musical. Passend zum frühlingshaften Wetter unternahmen Jürgen Kiefer und seine Musiker mit "Sound of Spring" eine muntere Fahrt in die blühende Welt des Frühlings. Als dann die Musiker des Hauptorchesters ihre Plätze auf der Bühne einnahmen, waren die Konzertbesucher gespannt. Wie wird sich der neue Dirigent Martin Thoma schlagen? Vor zwei Monaten erst hat er beim Musikverein Atzenbach den Taktstock übernommen. Bereits mit Kees Vlaks strahlender "Olympus-Fanfare" zum Auftakt des Konzertes stellte Martin Thoma sein Talent unter Beweis. Mit dem Stück "The new Village", ebenfalls von Kees Vlak, nahmen er und sein Orchester die Besucher mit auf eine klingende Reise durch ein Dorf in den Niederlanden. Witzig, schlagfertig und jeweils mit einer kräftigen Prise Humor führten die Geschwister Annalena und Marius Lais durch das abwechslungsvolle Programm, das mit dem temperamentvollen "Piratentanz" einen weiteren musikalischen Höhepunkt erlebte.

Kein Halten gab es schließlich mehr im Saal, als mit "Mamma Mia", "S.O.S." und "Knowing me, knowing you" die bekanntesten und schönsten Melodien der schwedischen Popgruppe ABBA erklangen. Mit der Auswahl ihrer Stücke und deren Darbietungen hatten Martin Thoma und seine Musiker voll den Geschmack des Publikums getroffen. Gleiches galt für den flott gespielten "Carmen-Marsch" aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet sowie Karol Padivys "Textilaku-Marsch", passend zum einstigen Textildorf Atzenbach.

Zuvor hatten die Musiker das Publikum noch mit auf eine abwechslungsvolle Reise in die "Welt der Spirituals" genommen. Wie gewohnt verabschiedeten sich die Bläser wieder mit einem klingenden Potpourri wunderschöner weihnachtlicher Melodien.