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06. Februar 2012
"Mundwinkel nach oben"
Chappe-Obe der Vogtei Schwyz / Leo Waßmer feierlich zum Ehrenvogt ernannt .
ZELL. Einen wüsten Zirkus erlebte die Zeller Pfeffermühle am Samstag, als die Vogtei Schwyz bei ihrem Kappenabend die Manege frei gegeben hatte. Wilde Katzen, großohrige Elefanten und sogar Fakire hatten die Schwyzer aufgeboten und feierten wild drauf los.
"Wenn ihr denkt, jetzt habt ihr eine Vögtin und dazu noch eine junge, da könnt ihr machen, was ihr wollt – dann habt ihr euch aber geschnitten", eröffnete Vögtin Anja Waßmer den Kappenabend und verlas erst einmal ein paar Regeln, die es einzuhalten galt. Neben ein paar Benimm-Vorschriften durfte der närrische Seitenhieb auf Nachbarvogteien nicht fehlen. "Die Mundwinkel sind immer nach oben zu richten", forderte sie. "Wem das zu anstrengend ist und wem sie runterhängen, der kann in den Löwen zu den Mittelstädtern gehen." Aber dann war auch schon Schluss mit ernst, und der Zirkus ging los. Nach dem Auftritt von Fakir Alessandro, der über spitzige Glasscherben wandelte, verwandelten die "Schwarznau-Lerchen" mit ihrem Lobgesang auf den früheren Vogt Leo Waßmer und seinen Stellvertreter Günther Karle die Manege in einen Hexenkessel. Unter dem Jubel der versammelten Schwyzer wurde Leo Waßmer dann feierlich zum Ehrenvogt ernannt.Werbung
"Ich weiß, du magst keine langen Reden", betonte Vogtin Anja, "aber wir wollen doch daran erinnern, was du in 16 Jahren als Vogt geleistet hast." Und sie ging auf die vielen Arbeiten für die Vogtei und den Bau des Schopfes ein und schloss: "Du hast unseren kleinen Laden immer zusammengehalten, ohne dich gäbe es uns vielleicht schon nicht mehr."
Aber die Schwyzer waren auch gekommen, um wieder mal richtig zu feiern. Bald reichte der Saal nicht mehr aus, und die Gaudi verlagerte sich in die Wirtschaft und zum Teil vor die Haustür. Yvonne Sieler, die gewohnt liebreizend und gewohnt souverän die Moderation übernommen hatte, sorgte dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkommen konnte.
Mit Sketchen, Spielen und natürlich der Wahl der neuen Miss Schwyz bekam das närrische Treiben so richtig Schwung. Dass die vier Kandidaten zur Miss Schwyz, die schwere Prüfungen im Stadtgebiet zu absolvieren hatten, für längere Zeit von der Bildfläche verschwunden blieben, tat der Stimmung der singenden, schunkelnden und Fähnchen-schwingenden Schwyzern keinen Abbruch.
Es war nach Mitternacht, als Hürus Lutz vom Grendel Einzug hielt und mit lautem Hallo und fröhlichem Treiben empfangen wurde.
Autor: Heiner Fabry


