Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

24. Februar 2010 18:21 Uhr

Gewerbeverein Zeller Bergland präsentiert Gutachten

Neue Märkte, weniger Einzelhändler

Der Gewerbeverein Zeller Bergland will die Stadt Zell als Einkaufsziel attraktiver machen. Ein neues Gutachten verdeutlicht die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre

  1. Die Attraktivität von Zell als Einkaufsstadt zu verbessern, ist das Ziel des Zeller Gewerbevereins. Foto: Hermann Jacob

ZELL. Die Attraktivität als Einkaufsstädtchen der Region erhöhen, daran wird beim Zeller Gewerbeverein fleißig gearbeitet. Bei manchen Dingen ist man bereits auf dem richtigen Weg , wie das jüngste, von Joachim Schub erstellte Gutachten der Beratungsgesellschaft BBE belegt. An anderm, wie etwa dem Schließen von Angebotslücken oder der ein oder anderen Fassadengestaltung muss erst noch poliert werden. Zell konnte in den vergangenen zehn Jahren vor allem im Lebensmittelbereich ordentlich zulegen, wie die von Barbara Ebi bei der Hauptversammlung präsentierten Ergebnisse der Studie belegen.

Gegenüber der letzten Marktuntersuchung im Jahr 1999 wurde hier eine Steigerung von 27 Prozent erzielt, was in erster Linie auf die neuen Märkte zurückzuführen ist. Bundesweit dagegen lag die Zunahme bei lediglich acht Prozentpunkten. Textilgeschäfte indes sind in Zell völlig unterrepräsentiert.

Bei den mittel- bis langfristigen Bedarfsgütern ist gar ein Rückgang bis zu 30 Prozent festzustellen. Verändert haben sich auch diese Zahlen gegenüber der Erhebung im Jahr 1999. Verzeichnete Zell damals noch einen leichten Einpendler-Überschuss, so ist heute umgekehrt. Die Zahl der Auspendler überwiegt um 664 Personen. Nicht wenige von ihnen kaufen auch auswärts ein, was vor allem die Kaufkraft in Zell schrumpfen lässt. 79 Prozent der Einkäufer kommt aus Zell, 21 Prozent aus den benachbarten Umlandgemeinden. Positiv für Zell stellt sich die Altersstruktur der Einwohner dar. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt hat die Schwanenstadt ein leicht erhöhten Anteil an jüngeren Bewohnern zu verzeichnen. Allerdings trifft das nicht auf die Gruppe der 25- bis 39-jährigen zu. Auch von der Kaufkraft der Touristen, deren Umsätze lediglich 180 000 Euro pro Jahr betragen, profitieren die Zeller Geschäfte nur wenig., weshalb man sich mehr auf Tagesgäste aus dem Raum Oberes Wiesental bemühen will. Punkten kann Zells Innenstadt besonders mit einem ausreichenden und vor allem kostenlosen Parkplatzangebot. Sorgen bereiten auch die zehn leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt. Gab es 1999 noch 40 Einzelhändler in Zell, so ist ihre Zahl heute auf 34 zurückgegangen. Ein Zustand, den man so keineswegs hinnehmen will.

Werbung


Auch im gastronomischen Bereich lässt sich noch einiges verbessern. So gibt es in Zell keine einzige Eisdiele. "Ganz wichtig", so Edwin Kiefer, "ist vor allem der richtige Umgang mit den anstehenden Problemen". So soll sich unmittelbar nach der Leistungsschau (29. und 30. Mai in der Stadthalle Zell) ein Workshop mit den anstehenden Themen befassen. "Unser Ziel ist es, die Verwaltung und den Gemeinderat aktiv einzubeziehen, um Zell marktfähig zu machen", so Kiefer.

Erste konkrete Schritte wurden auch schon angesprochen. Neben der richtigen Warenpräsentation und einer attraktiven Schaufenstergestaltung wird das Schließen von Angebotslücken – vor allem im modischen Bereich – ein Thema sein. Aber auch die gestalterische Aufwertung der Ortseinfahrten sowie eine verbesserte Anbindung der Parkplätze in der Teichstraße mit der Innenstadt werden wichtige Themen sein.

Autor: Paul Berger