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22. August 2016

"Niemand weiß, warum"

Wo der Schuh drückt: Schließung des Pfaffenberger Spielplatzes bei der CDU-Tour kritisiert.

  1. Kritik gab es in Pfaffenberg, weil über die Schließung des Spielplatzes nicht informiert worden sei. Foto: Hans-Jürgen HEGE

ZELL-PFAFFENBERG (hjh). Die scheinbar "heile Welt" in den Zeller Teilorten bekam im Bergdorf Pfaffenberg ein paar Kratzer. Ortschaftsrat Werner Ganter scheute sich laut Pressemitteilung nicht, den Teilnehmern der CDU-"Tour de Zell" die eine oder andere Stelle zu zeigen, wo den Pfaffenbergern "der Schuh drückt".

In einer Mail aus dem Rathaus Zell sollen die Ortsvorsteher zwar angewiesen worden sein, sich in Sachen Kritik zurückzuhalten und zumindest dafür zu sorgen, dass – wenn schon kritisiert wird – diese Kritik nicht auch noch veröffentlicht wird. Werner Ganter, der den Ortsvorsteher Harald Fritz vertrat, hielt sich aber jedenfalls mit Kritik nicht zurück.

Ganter stellte die Kommunikationspolitik zwischen Verwaltung und Teilorten an den Pranger, wie jüngst bei der Schließung des Pfaffenberger Spielplatzes. "Der Platz (siehe Foto) wurde vor drei Monaten sang- und klanglos geschlossen. Weder Ortsvorsteher Harald Fritz noch irgendjemand anderes im Dorf wurde über die Aktion informiert. Niemand weiß, warum und für wie lange der Platz, den engagierte Eltern vor noch nicht allzu langer Zeit saniert hatten, geschlossen wurde und geschlossen bleibt", ärgerte sich Werner Ganter.

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"Es geht doch nicht, dass solche Dinge getan werden und keiner etwas dazu sagt", schimpfte auch Bernd Schneider, dem sich die übrigen Tour-Teilnehmer im "Schlüssel" kopfschüttelnd anschlossen. Und die Fraktionsmitglieder der CDU versprachen, die immer wieder auftretenden Kommunikationsprobleme – die auch die Schließung von Teilen des Kinderspielplatzes in Mambach begleiteten – am Zeller Ratstisch zur Sprache zu bringen. Für leichte Druckstellen im Schuh sorgt die marode Zufahrt zum Schulhaus, deren Sanierung die Pfaffenberger seit fünf Jahren auf der Wunschliste haben. Veranschlagt seien Kosten von rund 50 000 Euro für die Erneuerung der notwendigen Stützmauer und für Flickschusterei am Straßenbelag.

"Flickwerk wollen wir nicht", betont Werner Ganter. Er erinnert daran, dass es viel mehr Sinn machen würde, alle Arbeiten im Bereich der Schule zu einem Projekt zusammenzufassen. Und zwar unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Umfrage im Dorf zum Thema Ausweisung bzw. Erweiterung des Baugebietes dort, an dem Pfaffenberger Bauwillige großes Interesse haben. "Wenigstens zehn Familien haben auf Anhieb signalisiert, dass sie gerne bauen würden", sagte Ganter. Die Straße müsse abhängig von ihrer späteren Nutzung ausreichend groß dimensioniert sein. Schließlich stehe noch die Sanierung des Schulhauses auf dem Programm. 30 000 Euro werden in diesem Jahr noch in erste Arbeiten an Decke und Wärmedämmung investiert. Aber auch hier hoffen die Pfaffenberger, dass auf Flickwerk verzichtet wird und auch aus (Folge-)Kostengründen gleich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Zum Beispiel sei die Heizung in absehbarer Zeit "fällig". Und wenn die Elektrik auf Vordermann gebracht wird, biete es sich an, über Wärmedämm-Maßnahmen und über Barrierefreiheit nachzudenken.

Nachdenken sollten die Verantwortlichen der Stadt auch über den Zustand der Straßen. Die Straße von Pfaffenberg nach Helblingsmatt beispielsweise sei mal geteert gewesen, dann – so hieß es – "wurden Abwasserleitungen verlegt und nun ist die Straße nicht mehr geteert." Auf der Straße in Richtung Bergklause sei der Oberflächenwasser-Kanal marode, das Wasser drücke überall zur Böschung raus. Aber "gemacht wird nix". Im Frühjahr seien die Stellen mit dem Kamerawagen unter die Lupe genommen worden. Seither "isch nix passiert, obwohl wir hier alle Gebühren bezahlen."

Lob erntete auch auf dem Berg Hauptamtsleiter Keller für seinen Einsatz in Sachen Breitbandversorgung. Die werde dringend benötigt und so hoffen alle, dass Keller in dieser Sache am Ball bleibt.

Die Anwesenden bitten, bei künftigen Entscheidungen über ihre Wünsche mal daran zu denken, "wie viel Holz von hier aus den Berg runtergeht." Man kenne die Gewinnrechnungen, Pfaffenberg koste die Stadt so gut wie kein Geld, behaupteten die einheimischen Gäste der CDU-Fraktion selbstbewusst, und fügten fast schon ein wenig traurig hinzu: "Zumindest gilt das derzeit noch. Denn wenn weiterhin Fehler bei der Naturverjüngung gemacht werden, gibt es schon bald keinen Wald mehr." Die großen Lücken seien schon jetzt unübersehbar.

Autor: hjh