Sanitärinnung verlangt Verbesserungen

Paul Berger

Von Paul Berger

Fr, 13. Oktober 2017

Zell im Wiesental

Innung ist mit den Plänen für die neue Ausbildungsstätte in Schopfheim noch nicht zufrieden.

ZELL IM WIESENTAL. Bei der derzeit im Bau befindlichen neuen Ausbildungsstätte für Auszubildende der Fachbereiche Sanitär, Heizung und Klima sei längst noch nicht alles erreicht, wie die Innung dies gerne hätte, erklärte Obermeister Martin Graf in der gut besuchten Versammlung seiner Innung in Zell. Ähnlich äußerte sich Ralf Dierenbach, Leiter der Gewerbeschule Schopfheim, zu dem Vorhaben, die schulische Ausbildung von Rheinfelden nach Schopfheim zu verlegen.

In der Vergangenheit hätten die Schule und die Vertreter der Innung, allen voran Graf, sehr viel Manpower in die Sache eingebracht, erklärte Dierenbach. Zwar konnte vieles inzwischen gemeinsam erstritten werden, doch nach wie vor sei es unverzichtbar, sich in dieser Sache zu engagieren. Vor allem gegenüber den Vertretern des Landratsamtes gelte es "hart zu bleiben", erklärte Michael Walter, der als Lehrer derzeit an der Gewerbeschule in Rheinfelden tätig ist. Ständig bekomme man bei den Verhandlungen von den Vertretern des Landratsamtes die gleiche Auskunft: "Es ist kein Geld da." Dabei sei, wie Martin Graf erinnerte, eine gut ausgestattete Ausbildungsstätte in Schopfheim zugesagt worden. Aus Sicht von Michael Walter ist die Sache wichtig und ernst zu nehmen, zumal die Zahl der zu unterrichtenden Auszubildenden in jüngster Zeit deutlich gestiegen ist.

Derzeit sind es mehr als 100 Auszubildende, die sich für die Ausbildung in den Berufsfeldern Sanitär, Heizung und Klima entschieden haben. Neben den räumlichen Voraussetzungen, die derzeit in Schopfheim in einer ehemaligen Turnhalle entstehen, sind laut Michael Walter ebenfalls entsprechende technische Ausstattungen für den zeitgemäßen Unterricht dringend erforderlich. Zu Beginn des Schuljahres 2018/19 sollen die neuen Räumlichkeiten in Schopfheim bezogen werden.

33 Azubis haben dieses Jahr, wie Ausbildungsleiter Friedrich Graf sagte, erfolgreich ihre Gesellenprüfungen abgelegt. Immer mehr Auszubildende entscheiden sich für Wärmetechnik, ihre Zahl lag bei 24, während es in der Wassertechnik lediglich neun Azubis waren. Bislang hielten sich beide Bereichen die Waage. Um Bewerber für eine Ausbildung in einem der Innungsberufe zu gewinnen, beteiligte man sich im vergangenen Jahr an drei Messen und Börsen.

Ein Thema, das von den 71 Mitgliedsbetrieben im Landkreis nicht unter den Tisch gekehrt werden darf, ist die rasch fortschreitende Digitalisierung. Auch kleine Handwerkbetriebe bleiben hiervon nicht verschont. Immer mehr überregionale Anbieter drängen inzwischen auf den Markt und stellen für kleine Firmen eine ernstzunehmende Konkurrenz dar.