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06. Januar 2012 19:55 Uhr

Festrede von Hofrat Bauer zu Constanze Mozart

"Zwei schwarze Augen, schöner Wuchs"

"Ich könnte Ihnen bis Mitternacht erzählen", sagte Hofrat Günther Bauer aus Salzburg in seiner Festrede zum 250. Geburtstag von Constanze Mozart.

  1. Hofrat Professor Dr. Günther Bauer aus Salzburg hielt die Festrede Foto: Roswitha Frey

Der Mozart-Kenner Hofrat Professor Dr. Günther Bauer brachte das Kunststück fertig, das "unglaubliche Leben" der Mozart-Gattin in nur wenigen Minuten anschaulich und fundiert zu skizzieren.

"Sie war eine unglaublich tüchtige Frau, die Mozarts Werk in die Welt hinaus gebracht hat", charakterisierte Bauer die gebürtige Zellerin, über die lange Zeit ein völlig falsches Bild gezeichnet wurde. Gerade in der Literatur des 19. Jahrhunderts sei Constanze Mozart miserabel weggekommen und verkannt worden, erst im 20. Jahrhundert seien vermehrt Bücher erschienen, in denen diese bemerkenswerte Frau rehabilitiert wurde. Bauer schilderte, wie sich Mozart im Haus der Familie Weber zuerst in Aloysia verliebt, diese ihm aber einen Korb gibt und den Burgschauspieler Lange heiratet. "Vielleicht war es Constanze, die ihn getröstet hat". Nach dem Tod des Vaters Fridolin Weber musste die Witwe Weber sich und ihre Töchter durchbringen, und nahm Mozart in ihrem Haus auf, wo sich der junge Komponist in die mittlere der Töchter, Constanze, verliebt. Ihre ganze Schönheit bestehe aus zwei schwarzen Augen und ihrem schönen Wuchs, schreibt er in Briefen, sie kleide sich gern nett und reinlich, verstehe die Hauswirtschaft und habe das beste Herz der Welt. Die beiden heiraten ohne den Segen von Mozarts Vater im Stephansdom. Bauer berichtet von den bewegten Jahren Constanzes als Frau an der Seite Mozarts, an die vielen Umzüge in Wien, malte ein Bild vom Leben mit dem unermüdlich komponierenden Genie. "Sie wohnten eigentlich adelig". Constanze muss einen großen Haushalt führen, und obwohl Mozart großartig verdient habe, sei das Geld ebenso schnell wieder raus gegangen. Von den sechs Kindern, die Constanze geboren hat, starben vier früh. Nach dem Tod Mozarts stand Constanze als Witwe mit zwei Kindern und 5000 Gulden Schulden da, musste die große Wohnung in Wien aufgeben.

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Festredner Bauer hebt hervor, dass Constanze den Nachlass an große Verlage verkaufen kann, Mozarts Musik in die Welt hinausträgt und so sein Ruhm nach seinem Tod immer mehr wächst. Auch die Jahre mit ihrem zweiten Mann in Kopenhagen beleuchtet der Mozart-Experte kurz. Mit 60 Jahren vollendet Constanze die umfangreiche Mozart-Biografie, erlebt in Salzburg noch den weiteren Aufschwung der Mozart-Opern. Auf ihrem Grabstein in Salzburg stand erst Freiburg als Geburtsort, dies wurde aber, wie Bürgermeister Rümmele ergänzte, dank der Recherchen von Hans Fräulin korrigiert.

Autor: Roswitha Frey