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17. Oktober 2017

Zell sucht wieder einen neuen Pfarrer

Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinden im Oberen Wiesental diskutiert über die anstehende Strukturreform.

  1. Die evangelische Gemeindeversammlung debattierte unter anderem die Zukunft der kirchlichen Liegenschaften in Schönau. Foto: Paul Berger

SCHÖNAU/ZELL. Den Gemeindemitgliedern in den evangelischen Kirchengemeinden Schönau und Zell steht mit der Neubesetzung der beiden Pfarrstellen demnächst ein personeller Wechsel bevor. Ab Dezember wird Pfarrerin Martina Schüßler, wie am vergangenen Sonntag in der Gemeindeversammlung in Schönau von Vakanzpfarrer Ulrich Henze zu erfahren war, als Springerin die beiden Kirchengemeinden betreuen.

Die Besetzung dieser Pfarrstellen durch Martina Schüßler ist jedoch keinesfalls als Dauerlösung gedacht. Vielmehr wird die Kirchengemeinde Zell ihre vakante Stelle höchst wahrscheinlich erneut ausschreiben. Ein wichtiges Thema in der von Wolfgang Busch als Versammlungsleiter und Kirchengemeinderats-Vorsitzenden Ronald Kaminsky geleiteten Gemeindeversammlung waren die bevorstehenden Strukturreformen sowie die künftige Zusammenarbeit in den Gemeinden Zell, Schönau und Todtnau. Für die drei Kirchengemeinden im Oberen Wiesental sind nach derzeitigem Stand lediglich zwei Pfarrer vorgesehen. Während für Zell mit 1100 Gemeindemitgliedern eine Vollzeitstelle vorgesehen ist, müssen sich Schönau, wo aktuell 700 Gemeindemitglieder zu versorgen sind, ebenso wie Todtnau mit seinen 480 Kirchenmitgliedern, mit je einer halben Pfarrstelle begnügen.

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Ein Nachteil für Schönau wird sein, künftig keinen eigenen Pfarrer mehr zu haben, weshalb eine enge Kooperation mit den benachbarten Gemeinden angestrebt wird. Gleichzeitig machte Kirchengemeinderatsvorsitzender Ronald Kaminsky deutlich, dass Zell rechtlich der Sitz des Pfarrers zusteht. Obwohl Schönau geographisch in der Mitte der drei Gemeinden liegt und mit 700 Kirchenmitgliedern deutlich vor Todtnau liegt, besteht derzeit wenig Aussicht auf eine Neubesetzung der Pfarrstelle.

Dennoch warnte Pfarrer Henze vor übereilten Entscheidungen, vor allem, was die kirchlichen Liegenschaften in Schönau angeht. Schließlich besitzt die evangelische Gemeinde dort nicht nur den größten Gemeindesaal aller drei Kirchengemeinden, sondern auch ein stattliches Pfarrhaus. "Verscheuern sie dieses Haus nicht, vermieten sie es", so Pfarrer Henzes Empfehlung an die versammelten Gemeindemitglieder. Zwar sind die einzelnen Gemeinden von der Kirchenleitung gehalten, ihre Immobilien und Liegenschaften zukunftssicher zu machen, was insbesondere von den jeweiligen Mitgliederzahlen abhängt, doch sollte dabei das kirchliche Gemeindeleben keinesfalls außer acht gelassen werden.

Ein Beispiel hierfür sei die gemeinsame Vorbereitung der Konfirmanden aus Zell, Schönau und Todtnau, wie von Betreuerin Rebecca Specht zu erfahren war. Für sie ist es wichtig, einen Ort zu haben, wo die jungen Leute Gemeinschaft erleben können, sagte sie. Die meisten dieser Veranstaltungen mit den Konfirmanden finden in Schönau statt.



Flexible Gottesdienstzeiten: Auch das Thema Veränderungen bei den Gottesdienstzeiten wurde von Ronald Kaminsky mit Blick auf die personelle Neubesetzung in die Diskussion gebracht. Danach sind ab November auch Samstagabend-Gottesdienste vorgesehen. Ebenfalls auf dem Plan steht alle zwei Monate ein Familien-Gottesdienst in der Gemeinde.

Neue Gemeindesekretärin:
In dem von der Mandelbaum-Band gestalteten Musik-Gottesdienst wurde Christine Herden, die bereits das Gemeindesekretariat in Zell leitet, in Schönau als neue Gemeindesekretärin vorgestellt.

Autor: Paul Berger