Zerrissene Bilder einer zerrissenen Zeit

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 09. November 2018

Rheinfelden

Jean-Louis Le Moal, Maler aus Fécamp, stellt auf Einladung des Freundeskreises in der Sparkasse aus.

RHEINFELDEN. Im Zeichen der Städtepartnerschaft stand die Vernissage von Jean-Louis Le Moal in der Kundenhalle der Sparkasse. Der Maler aus der französischen Partnerstadt Fécamp zeigt vieldeutige figürlich-abstrakte Bilder in besonderer Mischtechnik sowie reizvolle Kompositionen in Linolschnitt und Acryl auf Papier.

Der 77-Jährige stammt aus Le Havre und lebt seit vielen Jahren in Fécamp, wo er im Herzen der Stadt sein Atelier hat. Le Moal kam auf Einladung des Freundeskreises Fécamp nach Rheinfelden und wurde von Michelle und Daniel Billiaux vom Comité de Jumelage begleitet. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt begrüßte die Gäste zweisprachig. Es habe, so der Rathauschef, schon Tradition, dass es nicht nur bei Festen, sondern auch im kulturellen Bereich zu Begegnungen zwischen Fécamp und Rheinfelden komme. Im vergangenen Jahr waren bildhafte Darstellungen der Landschaft und des Ortes ausgestellt, in diesem Jahr sei etwas ganz Anderes zu sehen. Dies zeige den künstlerischen Facettenreichtum und die Vielfalt des Kunstschaffens aus Fécamp. In den Arbeiten von Le Moal könne jeder Betrachter etwas anderes interpretieren. Um den Austausch zwischen Künstlern der Partnerstädte zu pflegen, brauche es engagierte Helfer, dankte der OB explizit Wilhelm Hundorf vom Freundeskreis Fécamp. Auch der Vorsitzende des Freundeskreises, Rolf Karrer, hieß die Besucher willkommen. Die Sparkasse stelle gerne ihre Räume zur Verfügung, um die Städtepartnerschaft und die Arbeit des Freundeskreises zu unterstützen, sagte Filialdirektor Klaus Schäuble. Laudatorin Michelle Billiaux erläuterte die Werke des Malers, der auch Mitglied der Künstlervereinigung Fécamp ist.

In seinen Mischtechniken verfolgt Le Moal ein unkonventionelles Konzept. Er malt seine Motive, meist weibliche Akte, auf dickes Packpapier, zerschneidet dieses vertikal in unterschiedlich breite Streifen und bringt es in Art einer Collage wieder auf Leinwand auf. Diese ausdrucksstarken Bilder, in denen Figuren, Körperfragmente, Gesichter und Teile von Frauenakten zwischen abstrakten Formen und Farbfeldern und gestischen Farbspuren auftauchen, sind für den Maler ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft.

Für ihn drücken diese zerschnittenen Formen und Figuren die Konflikte und Zerrissenheit und der modernen Gesellschaft und der unruhigen Zeiten aus. Sehr expressiv und kraftvoll gemalt wirken die streifenförmig geschnittenen, dekonstruierten und neu zusammengefügten Bildelemente in ihrer Mischung aus Figürlichem und Abstraktem und ihrem eindrücklichen Menschenbild. In anderen Bildern finden sich weibliche Akte, fließend und schwungvoll in den Linien und Konturen dargestellt und apart in den Farben. Roswitha Frey

Info: Die Ausstellung im Sparkassenfoyer ist bis Mittwoch, 21. November, zu sehen