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19. Mai 2016 11:37 Uhr

BASF-Areal

Sonderabfallentsorger Zimmermann kommt nicht nach Grenzach

Über Jahre hinweg hat die Hochrheingemeinde Grenzach-Wyhlen versucht, die Ansiedlung einer Chemieentsorgungsanlage auf dem zentrumsnahen BASF-Areal abzuwenden. Jetzt ist die Freude groß: Der Entsorger kommt nicht.

  1. BASF und Zimmermann haben den Ansiedlungsvertrag einvernehmlich gelöst. Foto: Ralf H. Dorweiler

  2. Das BASF-Areal in Grenzach-Wyhlen (Mitte) liegt zwischen der Ortsmitte und dem Rhein. Foto: Erich Meyer

BASF Grenzach und der Sonderabfallentsorger Zimmermann haben den Ansiedlungsvertrag einvernehmlich aufgelöst. Dies teilten die Unternehmen in einer Pressemeldung am Donnerstag mit.

Aufgrund des neuen für das BASF-Areal geltenden Bebauungsplans "Rheinvorland West" habe sich die Ausgangslage für die Ansiedlung so massiv verändert, dass die Umsetzung des Projektes zum großen Bedauern beider Unternehmen jetzt nicht mehr möglich sei, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Bebauungsplan lässt auf dem Werksgelände der BASF nur einen sehr eingeschränkten industriellen Kern zu, der bereits heute weitgehend mit der bestehenden BASF-Produktion belegt ist. Die kleinteilige Gliederung des Areals in Industrie- und Gewerbeflächen limitiert zudem mögliche Erweiterungen sowie Neuansiedlungen von Produktionsbetrieben. Damit verhindert der Bebauungsplan, dass die Anlage der Firma Zimmermann in dem hierfür vorgesehenen Bereich des Werksgeländes errichtet werden kann. Auch an anderer Stelle des BASF-Areals kann der Bau der Chemierecycling-Anlage nicht umgesetzt werden. Denn hierfür müsste die BASF die nur noch sehr begrenzten freien Flächen im industriellen Kern des Werksgeländes aufgeben. Diese müssen jedoch für BASF-Zwecke reserviert bleiben, beispielsweise für Optimierungen oder Erweiterungen der eigenen Produktion, oder um Anforderungen von regulatorischer oder umweltrechtlicher Seite erfüllen zu können.

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Unternehmen bedauern Entscheidung

"Wir hätten uns sehr gerne auf dem BASF-Areal in Grenzach angesiedelt", wird Gerhard Zimmermann, Geschäftsführer der Zimmermann-Gruppe, in dem Schreiben zitiert. Denn das Werksgelände biete ideale Bedingungen. "Nach reiflicher Überlegung haben wir uns nun zu diesem unternehmerischen Schritt entschieden, der uns nicht leicht gefallen ist. Wir haben in den letzten Jahren viel Engagement, Zeit und Kosten investiert und sahen in einer seit Mitte des 19. Jahrhunderts von der chemischen Industrie geprägten Region einen optimalen Standort für die geplante Chemierecycling-Anlage", so Zimmermann weiter.

Auch Michael Christill, der für die Immobilien und Liegenschaften der BASF-Gruppe verantwortlich ist, bedauert, dass die Chemierecycling-Anlage nicht gebaut werden kann: "Die Firma Zimmermann erfüllt eine wichtige Aufgabe in der Kreislaufwirtschaft und entsorgt auf höchstem technischen Standard die in Industrieprozessen entstehenden

Abfälle. Das Unternehmen, mit dem die BASF an anderer Stelle bereits auf Basis eines langfristigen Vertrages zusammenarbeitet, passt sehr gut zum Produktionskern des BASF-Areals und hätte von den Vorteilen der bestehenden Infrastruktur profitieren können." Die Firma Zimmermann wird aufgrund des bestehenden Bedarfs an Behandlungsanlagen für Sonderabfälle in Baden-Württemberg nach einem zusätzlichen Standort schauen. Ein Zwischenlager für Sonderabfälle wurde unlängst in der Nähe von Freiburg in Betrieb genommen.

BASF will Folgen des Bebauungsplans prüfen

BASF will laut Mitteilung die Folgen des Bebauungsplans für ihre Aktivitäten am Standort nochmals genau prüfen. Hierbei behalte sich die BASF auch vor, eine weitergehende juristische Beurteilung zu veranlassen. "Wir sind enttäuscht, dass unsere Einwände nicht berücksichtigt worden sind und schätzen den Bebauungsplan aus diesem Grund auch nicht als ausgewogen ein.

In den nächsten Tagen will das Unternehmen Gespräche mit der Gemeinde führen. Ziel der BASF sei weiterhin ein Bebauungsplan, der sowohl den Interessen der Gemeinde als auch den Bedürfnissen des Unternehmens gerecht werde.

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Autor: BZ