"Hier waren schon einige Promis"

Maya Müller, Klasse 4b, Staufenbergschule, Durbach

Von Maya Müller, Klasse 4b, Staufenbergschule & Durbach

Fr, 07. Juli 2017

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit dem Hotelier Dominic Müller, der über Stationen in Myanmar und Rügen nach Durbach kam.

Das Hotel Ritter Durbach steht im Zentrum des Wein- und Erholungsortes Durbach. Das Hotel gibt es schon seit mehreren 100 Jahren. Im Jahre 2008 hat es Dominic Müller übernommen. Zisch-Reporterin Maya Müller aus der Klasse 4b der Staufenbergschule Durbach hat ihn interviewt.

Zisch: Wie alt sind Sie?
Müller: Ich bin 44 Jahre alt.
Zisch: Wo sind Sie geboren?

Müller: In Düsseldorf.
Zisch: Wie viele Hotels haben Sie schon geleitet?
Müller: Da muss ich kurz nachdenken – vier Hotels.
Zisch: Welches Hotel zum Beispiel?
Müller: Das "Savoy Hotel Rangoon" in Myanmar, das "Bayview – The Beach Resort" am Golf von Bengalen, "Meersinn" auf Rügen und dann den "Ritter".
Zisch: Seit wann gibt es den Ritter?
Müller: Also, urkundlich wurde das Hotel zum ersten Mal 1656 als Gaststätte erwähnt. Da hat es das ewige Schildrecht von Karl Friedrich von Baden verliehen bekommen. Dieses steht heute noch im Grundbuch, und das bedeutet, ich darf ein Schild rausstellen und darf alkoholische Getränke verkaufen. Seitdem ist der Ritter ein Gasthaus, also seit über 360 Jahren.
Zisch: Wann haben sie den Ritter übernommen, und was fanden sie interessant daran?
Müller: Ich hab den Ritter per Handschlag 2007 gekauft, und übergeben wurde er an mich 2008. Ich fand die Lage und die Historie hochinteressant.
Zisch: Wie viele Zimmer hat das Hotel?
Müller: 87.
Zisch: Wie viele Leute kommen in einem Jahr ungefähr?

Müller: Wir haben etwa 14 000 Übernachtungen und in den Restaurants und dem Spa nochmals rund 5000 Gäste.
Zisch: Welche berühmten Leute waren schon mal im Ritter?

Müller: Der Dalai Lama, die Politiker Helmut Kohl und François Mitterrand, der Opernsänger Placido Domingo, US-Schauspielerin Meg Ryan, Schauspieler Matthias Schweighöfer und viele andere.
Zisch: Was kann man im Ritter alles machen?
Müller: Man kann lecker essen, wir haben ein Sternerestaurant, die alte Gaststube vom Ritter und den Ritterkeller. Dann kann man in den Spa-Bereich gehen mit Fitness, Schwimmbad und so weiter. Dann kann man Motorräder ausleihen, einen Oldtimer oder einen modernen Porsche mieten, und man kann das leichteste E-Bike der Welt mieten. Die Gäste können sich außerdem mit dem Rolls-Royce oder dem alten Bus durch die Gegend chauffieren lassen, und wer möchte, kann selbstverständlich auch hier wohnen.
Zisch: Bietet das Hotel etwas für die Kinder?
Müller: Das ist eine sehr gute Frage, die ganz schwierig zu beantworten ist, weil wir eigentlich nicht das typische Familienhotel sind. Aber wenn Kinder da sind, sind sie super herzlich willkommen. Sie können schwimmen gehen, Spiele ausleihen, und für die ganz Kleinen können Babyphones verwendet werden. Als Geschenk bekommen die Kinder einen Luftballon mit Helium gefüllt und ein Buch. Gerne besorgen wir einen Babysitter.
"Ich würde meine Arbeit

nicht als schwer bezeichnen."

Zisch: Wie schwer ist es, so ein großes Hotel zu leiten?

Müller: Das sind immer große Herausforderungen, keine Frage, aber es macht auch viel Spaß. Wir haben 140 Mitarbeiter und 34 Auszubildende. Wenn es keinen Spaß macht, dann ist man auch nicht gut in dem, was man macht. Da es mir viel Freude bereitet, würde ich nicht sagen, dass es schwer ist, ein Hotel zu leiten.
Zisch: Brauchen Sie viel Unterstützung von Ihrer Familie?
Müller: Ja, sie hält mir den Rücken frei. Meine Frau kümmert sich, wenn sie nicht selber im Hotel ist, um unser Privatleben, dadurch habe ich die Zeit für das Hotel, und wenn ich nach Hause komme, kann ich mich richtig erholen.
Zisch: Warum würden Sie den Ritter weiter empfehlen?
Müller: Weil wir ganz tolle Mitarbeiter haben, die superfreundlich sind und total viel Spaß bei der Arbeit bei uns haben. Sie haben die Kombination aus Fachwissen und Qualität, aber sie sind nicht steif, sondern mit denen kann man viel lachen und viel Spaß haben. Sie versuchen, alles perfekt zu machen. Denn das höchste Gebot ist, dass der Gast uns am Ende glücklich verlässt.