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17. März 2012

Schuld war nur die Badische Zeitung

Zisch-Reporterin Anna Ogon erzählt, wie es dazu kam, dass ein Reisepass alleine in einem Taxi nach Frankfurt fuhr.

  1. Foto: Wolfgang Grabherr

Mein Papa musste letzten Sonntag beruflich nach Amerika fliegen. Er fliegt so oft, dass er gar nicht aufgeregt ist. Doch was an diesem Tag passierte, brachte auch ihn ins Schwitzen.

Am Abend vorher ging er mit uns früh ins Bett, denn schon um 5 Uhr holte ihn das Taxi zum Freiburger Bahnhof ab. Da meine Mama später ins Bett gegangen ist, hat sie ihm noch einen Zettel geschrieben und ihm eine gute Reise gewünscht. Ganz unten schrieb sie: "PS: Vergiss deinen Reisepass nicht!"

Am nächsten Morgen stürmte Papa plötzlich ins Schlafzimmer und schrie: "Hilf mir, ich finde meinen Reisepass nicht!" Sofort schoss Mama aus dem Bett und half suchen. Bei dem ganzen Krach sind wir natürlich wach geworden. Draußen auf dem Hof stand schon das Taxi mit laufendem Motor. Die Lautsprecher der Taxizentrale schallten durch die ganze Straße. Da ist wohl jeder wach geworden. Mama und Papa suchten eifrig in ihren Büros, in Mülleimern und Schubladen – doch sie konnten nichts finden. Papa war verzweifelt und ärgerte sich. Sein Anzugshemd war schon ganz verschwitzt.

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Um 5.20 Uhr musste er los, denn sein Zug fuhr um 5.36 Uhr in Freiburg ab. Völlig fertig und traurig setzte er sich ins Taxi und machte sich ohne Pass auf den Weg. So würde er nicht nach Amerika fliegen können. Mama suchte weiter, denn sie konnte nicht mehr schlafen. Wir waren bereits wieder im Bett. Plötzlich geschah ein Wunder. Mama fand den Reisepass in ihrem Büro unter einem Stapel von Zisch-Artikeln. Diesen Stapel hatten die beiden mindestens 100 Mal durchgeschaut, doch der Reisepass war zwischen einem gefalteten Zeitungsartikel versteckt.

Wir bekommen zur Zeit jeden Tag drei Badische Zeitungen. Mein Zwillingsbruder Paul und ich nehmen nämlich mit unseren Klassen am Leseförderprojekt "Zeitung in der Schule" teil. Wir schneiden jeden Tag alles Wichtige aus und legen es in die Küche. Mama regt sich darüber immer auf und hat am Samstag die Zeitungen zusammen mit ihren Unterlagen ins Büro geräumt. Der Pass muss dazwischen geraten sein. Es war jetzt schon 6.30 Uhr.

Wie kam nun der Pass nach Frankfurt? Mama hatte eine Idee. Sie rief in der Taxizentrale an und fragte, wie viel ein Taxi nach Frankfurt kostet. Obwohl es teuer war, haben wir den Pass mit dem Taxi nach Frankfurt fahren lassen, denn die Geschäftsreise von Papa war wichtig.

Das Taxi fuhr um 6.45 Uhr los und sauste nach Frankfurt. Wir haben alle gezittert, ob es klappen würde. Spätestens um 9.00 Uhr musste Papa den Pass haben, denn dann war Boarding, das heißt, er musste ins Flugzeug steigen.

Um 8.45 Uhr kam dann der erlösende Anruf von Papa: Er hat seinen Pass! Wir jubelten vor Freude und sind nochmal zusammen ins Bett gekuschelt. Das war eine Aufregung. Und alles nur wegen Zisch.

Autor: Anna Ogon, Klasse 4 b,