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05. Juli 2012

Zu viel Spannung legt Geräte lahm

Nach Arbeiten im Umspannwerk Teningen kam es zu Schäden.

TENINGEN. So manches hochwertige Elektrogerät hat am Montagnachmittag seinen Geist aufgegeben und die Ampelanlage am Kronenplatz war noch am Mittwoch außer Betrieb. Der Grund waren Spannungsschwankungen im Bereich des Umspannwerks Teningen, teilte der Stromversorger EnBW auf BZ-Anfrage mit. An dessen Schadensstelle können sich Betroffene auch wenden.

Die Spannungsschwankungen haben nach Angaben von EnBW-Pressesprecher Simon Löffel Arbeiten eines von dem Stromversorger beauftragten Dienstleisters im Umspannwerk Teningen verursacht. Gegen 15.15 überstieg die Spannung deswegen für einen kurzen Moment den zulässigen Toleranzbereich. Selbst in Emmendingen berichten PC-Nutzer, sei der Schirm plötzlich heller gewesen. Dort seien die Auswirkungen aber kaum zu spüren gewesen.

Anders im Bereich Teningen. Nach EnBW-Angaben kam es zwar zu keinem Stromausfall, doch könnten empfindliche elektronische Geräte, die zu diesem Zeitpunkt in Betrieb waren, beschädigt worden sein, sagte Löffel. Die Gemeinde Teningen beispielsweise hat nach Angaben von Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro; genau werde das noch überprüft. Betroffen waren PCs der Gemeinde, Steuerungsanlagen und Server, die Lautsprecheranlage im Schulzentrum und in der Halle und Steuerungselektronik; die Gemeinde ist noch dabei, den Gesamtschaden zu ermitteln, und geht davon aus, dass sie ihn von der Versicherung des Verursachers ersetzt bekommt.

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Doch nicht nur Rathaus und Schulzentrum waren betroffen. Die Teninger Kirchturmuhr fiel um viertel nach vier aus, erinnert sich Arne Plöse. Im evangelischen Gemeindehaus fuhr der Aufzug zwar, ließ sich jedoch nicht wie sonst per Schlüssel öffnen. DSL funktionierte nicht, erzählt er, sein Computer habe aber keinen Schaden genommen. Anderes schon: Doch etliche Bürger erzählten, dass etwa eine Kaffeemaschine ausfiel, eine Waage in der Metzgerei habe den Dienst ebenso aufgekündigt wie Schneidemaschinen. Auch manche Türklingel gab den Geist auf. Und elektrische Türöffner wie im David-Kindergarten, so Plöse.

Bei der EnBW in Rheinhausen gingen derweil etwa ein halbes Dutzend Schreiben von Kunden ein, die einen Geräteschaden meldeten. Diese Fälle werden nun geprüft, ob sie auf dem Spannungsschaden beruhen und also ein Versicherungsfall sind oder ob die Geräteschäden anderweitig verursacht wurden. Denn es waren nicht alle Schaltkreise betroffen – je nachdem, an welcher Versorgungsleitung jemand hängt, aber auch je nach Art des Gerätes ging nach Montagnachmittag gar nichts mehr, oder die Stromkunden haben, das andere Extrem, gar nichts von der Schwankung bemerkt.

"Eigentlich dürfte das gar nicht passieren"

Was die EnBW gegen solche Überspannungen tut? Das kann Löffel im Moment nicht sagen, denn: "Eigentlich dürfte das gar nicht passieren", meint der EnBW-Pressesprecher, "ein Techniker hat mir gesagt, so was komme in ganz Deutschland nur alle zehn Jahre mal vor." Nun ist es aber passiert. Defekte Geräte können, anders als nach Stromausfall, der Schadensstelle der EnBW gemeldet werden.

Info: Wem die Überspannung ein Elektrogerät beschädigt hat, der wendet sich an die EnBW Regional AG, Schadensabwicklung, Eltastraße 1 bis 5, 78532 Tuttlingen, oder per Mail: h.bessey@enbw.com

Autor: Sylvia-Karina Jahn


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