Zwei Ärzte für Herrischried

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Mi, 12. September 2018

Herrischried

Tage ohne Praxis in der Gemeinde sind gezählt / Georg Boedeker und Miguel Pascual-Garcia wollen Patienten behandeln.

HERRISCHRIED. Die Tage ohne eine Arztpraxis in Herrischried sind gezählt. Mit Georg Boedeker und Miguel Pascual-Garcia konnten zwei Mediziner gefunden werden, die in den Räumen der ehemaligen Physiotherapiepraxis die ärztliche Versorgung in Herrischried sicherstellen wollen. In der Gemeinderatssitzung am Montag stellte sich Georg Boedeker dem Gremium vor. Bis zur Beendigung der Renovierungsarbeiten in der Physiotherapiepraxis ist beabsichtigt, ab dem 1. Oktober provisorisch in der benachbarten Wohnung zu praktizieren.

Ultraschall und EKG

Vor einiger Zeit hatte die Gemeinde die ehemalige Physiotherapiepraxis sowie die benachbarte Wohnung an der Schachenbühlstraße erworben, um die Räumlichkeiten einem Arzt als Praxis anbieten zu können. Georg Boedeker (Todtmoos) und Miguel Pascual-Garcia (Rickenbach) werden künftig die Praxis als Zweigstelle ihrer Praxen führen. Geplant ist eine, wie es Boedeker formulierte, normale Arztpraxis mit Ultraschall, EKG, Labor und kleiner Chirurgie, aber ohne Röntgen, die jeden Tag besetzt werden soll. Er selbst werde jeweils Montags, Dienstags und Donnerstags in der Zeit von 13 bis 17 Uhr vor Ort sein, kündigte Boedeker an. Und er wagte einen Blick in die Zukunft: Die Praxis werde seiner Einschätzung nach auch in zehn Jahren noch Bestand haben, sagte er.

Allerdings ist ein umfassender Umbau der Räume der Physiotherapiepraxis erforderlich. Eine anerkannte Arztpraxis müsse gut aussehen, sagte Boedeker nicht zuletzt in Hinblick auf eine mögliche Nachfolgeregelung. Der Mediziner legt großen Wert darauf, so bald als möglich mit der Praxis an den Start gehen zu können. Allerdings werden sich die erforderlichen Umbauarbeiten noch einige Zeit hinziehen. Wichtig sei aber, den Patienten Sicherheit zu bieten und zu vermeiden, dass Herrischried zu lange ohne Arzt bleibe, sagte Boedeker. Daher ist beabsichtigt, die Praxis vorerst provisorisch in den Räumen der neben der ehemaligen Physiotherapiepraxis gelegenen Wohnung zu betreiben, in der noch einige kleinere Arbeiten, unter anderem der Einbau eine Zwischenwand, erforderlich sind. Diese Arbeiten sollten bis Ende September über die Bühne gehen, so dass der Praxisbetrieb Anfang Oktober starten kann, so die Hoffnung.

Einhelliger Beschluss

Bürgermeister Christof Berger stellte die Pläne für den Umbau der einstigen Physiotherapie vor. Die neue Arztpraxis wird über drei Behandlungsräume, Labor, Wartezimmer, Anmeldung, sowie Sanitär- und Personalräume verfügen. Die Kosten hatte Architekt Walter Freter auf 191 000 Euro inklusive Honorare beziffert. Nicht enthalten sind in seiner Aufstellung die Kosten für die Interimslösung (Wohnung). Die Finanzierung werde man hinbekommen, gegebenenfalls müsse man an anderer Stelle kürzen, sagte der Rathauschef auf Frage aus dem Gremium und wies darauf hin, dass für die Physiotherapiepraxis auch im Falle einer anderen Nutzung Umbauarbeiten erforderlich wären. Sehr positiv äußerten sich Klaus Stöcklin, Uli Gottschalk und Dirk Bürklin (Grüne) zu der neuen Entwicklung in Sachen Ärzteversorgung und sprachen damit auch für ihre Ratskollegen. Erfreulich sei, dass es nun so schnell gehe, ergänzte Bürklin. Das Gremium sprach sich einhellig für einen Umbau der Räume der ehemaligen Physiotherapiepraxis in eine Arztpraxis aus und beauftragte die Verwaltung, einen entsprechenden Architektenvertrag mit Walter Freter abzuschließen sowie die erforderlichen Ausschreibungen zu veranlassen. Voraussetzung für die Umsetzung ist allerdings der Abschluss eines entsprechenden Mietvertrages.