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25. November 2008

Zwei Orchester boten "Monumente"

Bei seinem Konzert stellte der Musikverein Kirchzarten sein neues Jugendorchester vor / Orchester aus Hausach zu Gast

  1. Jugendehrung im Rahmen des Konzerts (von links): Anne Schmitz (Jugendleiterin), Valentin Willmann (Silber), Juliane Dreher (Bronze), Florian Kloth (Silber), Vorsitzender Tobias Janz , Jessica Himmelsbach (Bronze), Niklas Zenke (Bronze), Florian Bucher (Bronze) Foto: Monika Rombach

  2. Andreas Saier brillierte als Solist auf dem Bass. Foto: monika rombach

KIRCHZARTEN. Weit mehr als drei Stunden genossen die Zuhörer die unterhaltsam-amüsante Atmosphäre des Konzertes "Monumente" des Musikvereins Kirchzarten.

An der klanglich kapriziösen Spitze stand unbestritten der Solist Andreas Saier mit seiner Tuba, zwei, die sich hörbar bestens miteinander verstehen. Wie sonst könnten diesem behäbig wirkenden Instrument unter auch optisch beeindruckender Leichtigkeit des Spiels solch anmutige Töne und Tonfolgen zu entlocken sein? Das Publikum honorierte die Leistung mit anhaltendem Applaus.

Bis die Tuba allerdings erklang, hatten die Zuhörer bereits beachtliche musikalische Eindrücke des so langen wie kurzweiligen Abends gesammelt. Den ersten vermittelte das neue vereinseigene Jugendorchester des Musikvereines Kirchzarten. Unter dem musikalischen Gesamtleiter des Vereines, Michael Schönstein, präsentierte es sich schlagfertig und trug die Stücke mit viel Spielfreude vor. Trotz unumgänglichen Lampenfiebers gelang es den Kindern und Jugendlichen zu beherzigen und umzusetzen, was es zuvor in den Proben zu erlernen galt. Dass die rockigen Rhythmen von "Land of Hope and Glory" bis "Rockin`Bach und"Dr. Rockenstein" bei ihnen "voll im Trend" lagen, dazu brauchte man nicht mehr und nicht weniger als zwei offene Ohren und Augen.

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Und so strahlten jene noch ein bisschen mehr, die sich anschließend an ihren Konzertpart um Tobias Janz scharen durften: Der abendliche Moderator mit dem spitzbübisch-humorvollen Zungenschlag überreichte ihnen ihre Urkunden zur bestandenen Leistungsabzeichenprüfung: Die erste Stufe (nach der neu errichteten "Vorstufe"), das Bronzene Leistungsabzeichen, erreichten Juliane Dreher, Jessica Himmelsbach, Niklas Zehnle und Florian Bucher. Valentin Willmann und Florian Kloth bestanden erfolgreich das Silberne Jungmusiker-Leistungsabzeichen! Und mittendrin strahlte Jugendleiterin Anne Schmitz mit den von Applaus eingehüllten Absolventen um die Wette.

Unter "Gonna fly now" taktete der abendliche Gastverein, Stadtkapelle Hausach aus dem Kinzigtal, musikalisch auf. Die herzliche Begrüßung des Gastgebers MV Kirchzarten durch Tobias Janz galt all den musikalischen Kollegen ebenso wie seinem Bruder am Taktstock, Raffael Janz. Ton und Ausstrahlung wie auch langer Atem des Orchesters ließen unschwer die Routine einer viele Auftritte gewöhnten Kapelle erkennen, die sich obendrein in allerlei Musikrichtungen zu Hause fühlt. Es ist ein showfähiges Ensemble obendrein, dieses Talent auszuspielen gelang unter den beengten Sitzverhältnissen auf der Kurhausbühne allerdings wenig. Einzig dem gut gelaunten Orchesterleiter stand entsprechend (räumliche) Freiheit zu.

Den Musikern wurde langer Atem und höchste Konzentration abverlangt
"Utopia" von Jacob de Haan folgte das Arrangement Marcel Peeters über die Originalkomposition "Charlie Chaplin" von Phillips & Parson. Musikalisch malten die Instrumentalisten ein eindrückliches Bild des witzigen kleinen und so berühmt gewordenen Mannes in schwarzen Anzug, großen Schuhen mit Schnauzbärtchen, Stock und Melone. Auch wenn dem Solisten die Wiedergabe der höchsten Töne versagt blieb, genoss das Publikum die musikalische Darbietung begeistert. Nicht jeder durfte in der Pause aufatmen, so manchem Gast wurde es angesichts des draußen stürmenden Schneefalls ein wenig klamm ums Herz, was den zu erwartenden Heimweg anbelangte. Doch das konnte warten.

Erst einmal hieß es "Bühne frei" für Kirchzartens Musikverein und seine musikalischen "Monumente". Große Musik, mal arrangiert, mal original, fesselte das Publikum. Triumphal war der Beginn mit dem Triumphmarsch aus der Verdi-Oper "Aida". Dass darauf "Ross Roy" von Jacob de Haan folgte, forderte den Blasmusikern enormes Atemvolumen und äußerst präzisen Einsatz ab.

Äußerst souverän bewerkstelligte Michael Schönstein seine leitende Aufgabe am Dirigentenpult des Orchesters, während seine Musiker abwechselnd gespannt zugunsten des Gesamtklangs an ihren Noten oder seinen Handbewegungen hingen.

Während seine Kollegen entspannten, bewältigte Tobias Janz souverän den Spagat zwischen Posaunenpräsenz und Ansage. Sich seinen Informationen zu entziehen, gelang wohl niemandem - das Publikum dankte mit seiner ganzen Aufmerksamkeit.

Autor: Monika Rombach