Bürgermeisterwahl

Zwei weitere Kandidaten in Wittnau

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Mi, 16. Mai 2018 um 17:40 Uhr

Wittnau

Für die Bürgermeisterwahl in Wittnau gibt es weitere Bewerber. Nachdem Jörg Kindel, Bürgermeister von Au, bereits den Hut in den Ring geworfen hatte, folgten nun Markus Falk und Friedhild Miller.

Die Wahl findet am 1. Juli statt, ein möglicher zweiter Wahltermin ist der 15. Juli. Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 4. Juni, um 18 Uhr. Die offizielle Kandidatenvorstellung, veranstaltet durch die Gemeinde, wird am 20. Juni stattfinden.

Als zweiter Kandidat hat Markus Falk seine Bewerbung im Rathaus abgegeben. Der 47-Jährige hat die meiste Zeit seines Berufslebens bislang in Rheinland-Pfalz, in der Stadtverwaltung von Koblenz gearbeitet. Über den zweiten Bildungsweg machte er sein Abitur und anschließend den Diplom-Verwaltungsbetriebswirt (FH) an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz in Mayen. In der Kommunalverwaltung in Koblenz hat Markus Falk rund 25 Jahre lang in unterschiedlichen Abteilungen gearbeitet, etwa in der Straßenverkehrsbehörde, im Ordnungsamt, der Kämmerei und dem Steueramt. Markus Falk ist kein Parteimitglied mehr. Bis vor etwa sechs Jahren war er Mitglied der FDP, hat für diese auch 2009 im Wahlkreis Koblenz für den Bundestag kandidiert.

Über einen Nebenjob sei er in Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz zur Partei und dann relativ schnell in verschiedene Positionen im Stadt- und Kreisverband gekommen. Im Landes- und Bundesfachausschuss Kultur der FDP hat er sich mit Kulturpolitik beschäftigt. Die FDP verlassen habe er ohne Streit, die Partei sei aber "meiner damaligen Betrachtung nach zu elitär unterwegs gewesen". Außerdem entsprächen seine Vorstellungen zum Thema Ökologie nicht denen der FDP. Die Kulturpolitik hat Markus Falk weiter beschäftigt, ehrenamtlich habe er ein Denkmalprojekt begleitet, erzählt er, er sei Vorsitzender des Kulturvereins Bendorf gewesen und habe ein Kulturzentrum mit initiiert.

Und was lockt jemanden, der von sich sagt, er habe "solide beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet", nach Wittnau? Ungeachtet der Kandidatur werde er nach Süddeutschland ziehen, erklärt Markus Falk. Ein Freund, den er in einem Bürgermeisterwahlkampf begleitet habe, habe ihn motiviert, selber in einer Gemeinde anzutreten. Er habe Wittnau gewählt, weil er gerne in einer kleineren Gemeinde tätig sein wolle. Hier könne man sich intensiver der Sache und den Menschen widmen als in größeren Gemeinden oder gar Städten. Klar sei für ihn, dass er sich nur einmal um ein Bürgermeisteramt bewerben werde. Erste Kontakte habe er bereits mit Gemeinderatsfraktionen gehabt. Wittnau sei, soweit er das beurteilen könne, gut aufgestellt. Die Idee, einen Bürgermeister für zwei Gemeinden zu haben, sieht er eher kritisch, die große Zahl der Gemeinden mit eigenen Rathauschefs sei eine Stärke Baden-Württembergs, die Präsenz eines Bürgermeisters vor Ort ein hohes Gut.

Mit Friedhild Miller hat die erste Frau ihre Bewerbung um das Bürgermeisteramt in Wittnau abgegeben. Die 48-jährige Sindelfingerin ist in Baden-Württemberg keine Unbekannte mehr, sie kandidiert nicht nur in Wittnau, sondern in zahlreichen Gemeinden. Rund 100 seien es mittlerweile, so Miller gegenüber der BZ, in denen sie angetreten ist. Sie kandidierte unter anderem im März bei der Bürgermeisterwahl in Riegel, im April bei der Wahl in Umkirch gegen Amtsinhaber Walter Laub und im Mai in Lenzkirch.

Hinzu kämen acht Oberbürgermeisterwahlen, etwa in ihrer Heimatstadt Sindelfingen, die Kandidatur bei der Landratswahl in Freudenstadt und als Beigeordnete für Jugend und Soziales in Pforzheim. Ins Amt gewählt wurde sie bislang nirgends.

Ziel der Kandidaturen sei es, so Friedhild Miller, auf ihre eigentlichen Themen aufmerksam zu machen. Dies seien der Kampf für die Kinder- und die Menschenrechte und letztlich die Entmachtung von Angela Merkel. Sie wolle zum Wohle der Menschen handeln und im Falle ihrer Wahl konsequent die Bürger durch Bürgerentscheide in die Politik einbeziehen. Ratssitzungen "hinter verschlossenen Türen" werde es mit ihr nicht geben. Miller, die sich auf ihrer Homepage "Fridi" nennt, engagiert sich seit einem Sorgerechtsstreit politisch. Sollte sie in einer Gemeinde als Bürgermeisterin gewählt werden, werde sie ihr Gehalt in einer noch zu gründenden Stiftung zum Wohle von Kindern anlegen, erklärt Friedhild Miller. Wirtschaftlich sei sie unabhängig: "Ich habe lange bei Daimler gearbeitet, bei Jauch und anderen Gewinnspielen gewonnen, ich bin wirtschaftlich unabhängig", erklärte sie anlässlich der Wahl in Umkirch gegenüber der Badischen Zeitung.

Die Gemeinde Wittnau kenne sie bislang nicht, beworben habe sie sich auf Grund der Stellenanzeige im Staatsanzeiger. Falls sie Zeit habe, werde sie zur Kandidatenvorstellung nach Wittnau kommen. Da der amtierende Bürgermeister nicht mehr kandidiere, wolle sie sich den Bürgern vorstellen, damit diese sie persönlich kennenlernen könnten.