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18. Mai 2010 20:29 Uhr
Elsass
Zweisprachige Krippe für Kinder aus Straßburg und Kehl
Von frühester Kindheit an zwei Sprachen im Ohr zu haben – das ist demnächst für Kinder aus Kehl und Straßburg möglich. Bis in zwei Jahren soll auf der elsässischen Rheinseite eine grenzüberschreitende Kinderkrippe entstehen.
KEHL. Die Einrichtung im Rheinviertel soll 60 bis 70 Plätze anbieten, mit 20 bis 30 Krippenplätzen für Kehler Familien. Das Angebot ist für Kinder unter drei Jahren gedacht. Anmeldungen zu den Betreuungsplätzen in dieser Krippe sind ab sofort möglich.
Der Straßburger Oberbürgermeister Roland Ries bezeichnete am Montag im Rahmen der gemeinsamen Sitzung der Ratsgremien von Straßburg und Kehl das Projekt als innovativ und beispielhaft für den gemeinsamen Wunsch der beiden Städte, öffentliche Einrichtungen unter dem Dach des Eurodistrikts zu führen.Die Kosten für die Errichtung der Kinderkrippe übernimmt der Straßburger Stadtverband, möglicherweise mit Zuschüssen aus der Europäischen Union. Die Kosten, die nicht durch die Krippengebühren gedeckt sind, werden zwischen der Kehler und der Straßburger Seite aufgeteilt. Wie viel jede Kommune tragen muss, ist abhängig von der Zahl der Kinder in der Krippe.
Laut den Straßburger Plänen soll die Krippe auch mit einem Raum für gemeinsame Treffen der Eltern ausgestattet werden. Darüber hinaus soll es das Kita-Übliche Raumprogramm geben mit einem Empfangsraum, einem Frei- und Spielgelände, einem Personalraum, einem Schlafraum für die Kleinsten sowie Räume für unterschiedlich Lern- und Erfahrungsaufgaben.
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Es sei nun die Aufgabe der ausführenden Organe, neben den baulichen Gegebenheiten auch die pädagogischen Grundlagen zu regeln, erklärte Ries. So wolle man im Lern- und Erfahrungsangebot für die Kinder auch auf Themen eingehen, die in Deutschland als besonders wichtig erwartet werden. Als Beispiel wurde Umweltbewusstsein und Umwelterziehung genannt.
Geplant sind drei Gruppen zu jeweils um die 20 Kinder. Der Investitionsrahmen für das Vorhaben liegt nach Straßburger Auskunft bei rund vier Millionen Euro.
Der Kehler Oberbürgermeister Günter Petry und die Mitglieder des Kehler Gemeinderats begrüßten diese Euro-Krippe. Sie helfe mit, in Kehl das gesetzlich verankerte Betreuungsangebot zu schaffen. Man ist sich sicher, dass das Angebot von Kehler Seite aus genutzt wird. Insbesondere für Eltern, die für ihre Kinder im Anschluss einen Kindergarten in Straßburg suchen und sie später in Frankreich einschulen lassen wollen, sei es sehr attraktiv. Dazu gehören zum Beispiel deutsch-französische Elternpaare.
Autor: Robert Ullmann
