Literatur

150. Geburtstag: Am 12. Juli 1868 kam der Dichter Stefan George zur Welt

Michael Braun

Von Michael Braun

Mi, 11. Juli 2018 um 20:15 Uhr

Literatur & Vorträge (TICKET)

BZ-Plus War er Dichterkönig oder Triebtäter? Was bleibt von seinem literarischen Werk? Der 150. Geburtstag Stefan Georges gibt Anlass, über diese Fragen abermals nachzudenken.

Über Stefan George, den letzten Propheten einer "reinen Poesie", wird in diesen Tagen nur noch im Modus der Skandalisierung gesprochen. Der ästhetische Fundamentalismus seines Werks, der eine Existenz im Dienst des Schönen anstrebte, stößt nur noch auf geringes Interesse. George gilt nicht mehr als der "Meister" der geistesaristokratischen Absonderung, sondern als Kopf einer in homoerotischen Abhängigkeitsverhältnissen verstrickten Sekte, als Triebtäter, der "die Päderastie zur höchsten geistigen Daseinsform erklärte", wie sein kundigster Biograf, Thomas Karlauf, bereits vor einem Jahrzehnt geschrieben hat.

Die Idee des "geheimen Deutschlands", die George gemeinsam mit seinem Adlatus Karl Wolfskehl um 1910 ausbrütete, wird heute nur als Codewort für männerbündische Rituale mit liturgischen Elementen rezipiert, nicht mehr als ästhetische Utopie. Im Vorfeld von Georges heutigem 150. Geburtstag ist eine Reihe von Enthüllungsartikeln ...

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