160 000 Euro für den digitalen Unterricht

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Sa, 27. Juni 2020

Binzen

Digitalisierung der Grundschulen im Vorderen Kandertal wird dank Fördergeldern vorangetrieben.

Der Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal (GVV) beantragt Fördermittel aus dem Digitalpakt von Bund und Land für die Digitalisierung der vier Verbandsgrundschulen. Bis zu 140 000 Euro könnten dafür bis 2024 abgerufen werden. Weitere 20 000 stellt das Land bereit.

"Es geht um das Lernen mit und über moderne Medien, eingeschlossen sind hier nicht nur tolle Bildungsmöglichkeiten, sondern auch das Wissen über Einflussnahmen und Manipulationen, die mit diesen Medien einhergehen", informierte Schulleiter Reiner Kaiser in der jüngsten Verbandsversammlung bei einem Vor-Ort-Termin in der Grundschule Vorderes Kandertal, wobei er die digitalen Möglichkeiten für den Unterricht live demonstrierte.

Eine Mediensteuergruppe erstellt derzeit einen Medienentwicklungsplan, der bis Ende des Monats fertig sein soll. Laut Vorgabe des Landes müssen für die Ausgabe von Fördergeldern alle Schulen über ein leistungsfähiges WLAN-Netz verfügen, so Kaiser. In den Unterrichtsräumen sollen Beamer und weiße Leinwände eingerichtet werden, die dann für den Unterricht mit Apple-Tablets vernetzt werden. Angeschafft werden sollen zudem Apple-TV-Geräte. Apple habe das einfachste und ausgereifteste System für den medialen Unterricht, fand Kaiser.

Sogenannte NAS-Server, die als zentrale Speichermedien dienen und von denen aus Computer, Notebooks oder Smartphones mit Daten versorgt werden könnten, wären laut Kaiser ebenfalls eine sinnvolle Anschaffung: "Vorbereitete Materialien könnten darüber übertragen werden, das revolutioniert den Unterricht."

140 000 Euro sind als Förderung vom Land zugesagt. 25 000 Euro seien ausgezahlt worden. Dieses Geld könne ohne Nachweis verwendet werden, sagte Kaiser. Für alle anderen Anschaffungen müsse man Nachweise erstellen lassen. 20 Prozent jeder Rechnung würden vom Verband bezahlt. 10 000 Euro sind dafür bereits im aktuellen Haushalt eingestellt, bis zu 60 000 Euro seien vorgesehen, ergänzte der Verbandsvorsitzende Andreas Schneucker.

"Dass wir jetzt, wo wir die Digitalisierung beginnen, einen EDVler einstellen konnten, kommt genau richtig", fanden Schneucker und Kaiser. Das Gesamtpaket für die digitale Schulausstattung liege bei rund 160 000 Euro , ergänzte GVV-Hauptamtsleiter Dominik Kiesewetter. Weitere 130 Millionen Euro würden vom Land noch auf alle Schulen verteilt. Der Wittlinger Bürgermeister Michael Herr regte eine sichere Unterbringung der Materialien und den Abschluss einer Versicherung gegen Diebstahl und Schäden an. Fischingens Bürgermeister Axel Moik gab zu bedenken, dass man auch ein Budget für Folgekosten bereithalten müsse.

Der digitale Wandel werde den klassischen Unterricht nicht ersetzen, betonte Rektor Reiner Kaiser. Die mündliche Kommunikation untereinander, der direkte Kontakt mit den Lehrerinnen und Lehrern und das handschriftliche Schreiben sei für die die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler wichtig. Dies habe man auch während der Corona-Beschränkungen festgestellt, so Kaiser.