22 Betrugsversuche

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 19. Juni 2019

Titisee-Neustadt

Angebliche Polizisten und Staatsanwälte scheitern an aufmerksamen Bürgern.

HOCHSCHWARZWALD (pes). Die Bürger sind aufmerksam geworden, das freut Roland Zaubitzer vom Polizeirevier in Neustadt. Denn die Betrüger lassen nicht locker. Allein am Montag ist in 22 Fällen in Hinterzarten und in Löffingen versucht worden, mit einem Trick an das Geld vermeintlich älterer Menschen zu kommen. Doch die Betrüger scheiterten jedes Mal, weil sich die Opfer am Telefon nicht unter Druck setzen ließen, sondern den Hörer auflegten und die Polizei verständigten.

Die Betrüger schauen sich im Telefonbuch nach Namen vermeintlich älterer Menschen um, diese gelten als empfänglicher für die Masche – freilich treffen sie, weil ältere Namen wieder in Mode kommen, auch manchmal auf jüngere Leute. In allen Fällen geben die Anrufer an, sie seien Polizisten einer in der Nähe des Opfers ansässigen Dienststelle, jedes Mal wird den Angerufenen weisgemacht, dass gerade Einbrecher festgenommen wurden, die eine Liste bei sich gehabt hätten, auf denen ihre Adresse stehe. Es sei also zu befürchten, dass sie wahrscheinlich das nächste Einbruchsopfer sein werden. Deshalb müsse das Eigentum, besonders Bargeld, Gold oder andere Wertgegenstände, gesichert werden. Beliebt auch die Behauptung, dass es in der Bank, bei dem der Angerufene sein Konto hat, zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei und nun schnell gehandelt werden müsse, ansonsten seien alle Ersparnisse verloren. Zaubitzer berichtet, dass selbst angebliche Staatsanwälte anrufen, um Ersparnisse zu "schützen".

Der stellvertretende Revierleiter betont: "Alle geschilderten Ereignisse haben eines gemeinsam, sie sind schlicht erfunden und entsprechen nicht der Wahrheit, sie sind gelogen."

Markant nennt er, dass der Angerufene unter zeitlichen Druck gesetzt wird. Manchen werde sogar gedroht, dass sie sich strafbar machen, wenn sie der Schilderung keinen Glauben schenken.

Zaubitzer rät dringend, man möge sich nicht einschüchtern lassen. Er versichert, der Anrufer "versucht nur, an die Ersparnisse zu gelangen". Denn weder die Polizei noch Banken würden verlangen, Geld, Gold oder sonstige Wertgegenstände abzuheben um es dann angeblichen Polizisten, Staatsanwälten oder sonstigen Personen zu übergeben.

Die Polizei rät weiter, nie die Telefonnummern zu wählen, die von den Anrufern genannt werden. Die tatsächlichen Telefonnummern von Dienststellen stehen in Telefonbüchern und im Internet.

Die Betrugsmasche, die seit Monaten auch den Hochschwarzwald beschäftigt, droht sich für die Polizei zu einem Nachteil auszuwachsen. Zaubitzer erklärt, dass die Menschen der Polizei als Hüter von Recht, Ordnung und Sicherheit vertrauen. Und wenn dieses Vertrauen missbraucht werde, sei das problematisch.

Nach allen Erfahrungen sprechen die Betrüger hochdeutsch ohne erkennbaren Akzent. Auf die angezeigten Telefonnummern ist kein Verlass: Sie mögen einer angeblichen Dienststelle entsprechen, sind dank moderner Technik aber gefälscht.

Wer Zweifel hat an einem Anruf, kann sich beim Polizeirevier Titisee-Neustadt unter Tel. 07651/93360 oder dem zuständigen Polizeiposten melden und sich informieren und helfen lassen.