Hochschule Offenburg

529 Studierende haben den Abschluss in der Tasche

bz, cbru

Von BZ-Redaktion & cbru

Mo, 21. Oktober 2019 um 15:04 Uhr

Offenburg

Es verdiene Respekt und Anerkennung, ein Studium erfolgreich zu absolvieren, sagte Rektor Winfried Lieber. Gastredner bei der Feier war Verkehrsminister Winfried Hermann.

Von dieser Anspannung war am Freitagabend aber nichts mehr zu spüren. Rund 970 Gäste waren zur Hochschulfeier in die Oberrheinhalle gekommen. Vor diesen rief der Rektor in Erinnerung, dass es neben all dem faktischen oder methodischen Wissen, das sich die Absolventinnen und Absolventen angeeignet haben, auch noch auf etwas Anderes ankomme: Die Fähigkeit zum Umgang mit den enormen Wissensbeständen in Zeiten von Internet und Big Data; die Fähigkeit zur Orientierung oder Differenzierung und damit zum kritischen Nachdenken. Wissen ohne Verstand sei nur eine Momentaufnahme, und in Zeiten von alternativen Fakten sei kritische Reflexion nützlicher als der Verstand von Alexa.

"Bemühen Sie Ihren Verstand, denn ohne ihn sind alle Wissensbestände wertlos", gab Lieber den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg. Er hob zudem hervor: Dass die Hochschule Offenburg mit hochqualifiziertem Nachwuchs zur Sicherung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit beitrage, mache sie zu einem "zentralen Innovationsmotor der Region."

"Kümmern Sie sich um Ihre Zukunft, aber auch um die des Planeten." Winfried Hermann
Neue Technologien und die Notwendigkeit des Klimaschutzes werden aus Sicht von Lieber die Welt verändern. Die Absolventinnen und Absolventen hätten die große Chance, diesen Prozess mitzugestalten. Unternehmen, Politik und Verwaltung seien auf gut ausgebildete, innovativ denkende junge Fachkräfte angewiesen.

Auch Winfried Hermann, Gastredner des Abends, freut sich auf die Absolventen- Generation in den Unternehmen, die neue Schwerpunkte setzen werde. Er selbst begeistere sich für das Fach Biomechanik. "Für mich als Verkehrsminister gilt, die Hälfte aller Wege können wir selber mit den eigenen Beinen zurücklegen." Hermann gab sich aber auch nachdenklich: "Wenn man durch die Welt reist, kann man schon in Sorge kommen", so der Landesverkehrsminister.

Gefragt seien Querdenker, die auch unkonventionelle Wege gehen. Den Absolventen gab er mit auf den Weg: "Kümmern Sie sich um Ihre Zukunft, aber auch um die des Planeten." Zuvor hatte er sich von der Innovationskraft der Hochschule Offenburg überzeugt: Im Foyer der Oberrheinhalle hatten die Professoren Christian Klöffer und Patrick König sowie Studierende dem Verkehrspolitiker das neue Electric Mobility Competence Center (EMC²) und das Black Forest Formula Team der Hochschule vorgestellt. Das EMC² wurde gegründet, um die zukünftigen Herausforderungen im Bereich Verkehr nicht nur mit Elektrofahrzeugen, sondern auch mit darüberhinausgehenden Mobilitätsansätzen zu lösen. Die Studierenden des Black Forest Formula Teams haben es sich zum Ziel gesetzt, bis Sommer 2020 den ersten fahrbaren Prototypen eines Rennwagens mit Elektroantrieb aufzubauen und mit diesem an Rennen der Formula Student Germany teilzunehmen.
Zahl der Studierenden

Die Dekane und Studiendekane der vier Fakultäten und der Graduate School verabschieden in diesem Jahr 529 Studierende, von diesen sind 150 weiblich. 281 Absolventinnen und Absolventen stammen aus der Ortenau. Die Studiengänge aus der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen sind mit 165 Absolventen die stärksten, gefolgt von den Fakultäten Maschinenbau und Verfahrenstechnik (136), Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik (90) sowie Medien- und Informationswesen (96). 363 Studierende absolvierten einen Bachelorstudiengang, 166 einen Masterstudiengang, darunter 42 einen internationalen Master der Graduate School.

Derzeit studieren 4362 junge Menschen an der Hochschule Offenburg, 1284 davon sind Frauen.

Nach der Verleihung des DAAD-Preises an Basal John gratulierte Helmut Schareck vom Verein der Freunde und Förderer der Hochschule Offenburg den Absolventinnen und Absolventen. Mit dem sehr wertvollen Abschluss der Hochschule Offenburg bräuchten sie sich vor nichts zu fürchten, denn sie gehörten zu einer Elite der Wissenden und könnten Lösungen erarbeiten, wie unsere Welt ökologisch gestaltet und ökonomisch vertretbar zukunftsfähig werden könne.

Stellvertretend für die Absolventinnen und Absolventen sprach Amy Treick, die den Bachelor-Studiengang Verfahrenstechnik absolviert hat. Wenn ihr Studium sie eines gelehrt habe, dann sei es Weitblick: Weitblick auf wissenschaftlicher Ebene in dem Erkennen, dass die Gestaltung eines global gerechten Wegs nur interdisziplinär zu schaffen sei. Weitblick auf ihrer gelernten umwelttechnischen Ebene, dass es ganzheitlich zu denken gelte mit der in Kreisläufen agierenden Natur als Vorbild. Weitblick auf existentieller Ebene im Verständnis eines grenzen- und generationenübergreifend verknüpften Ökosystems, von dem wir ein Teil sind. Und schließlich Weitblick auf einer selbstreflektierenden Ebene in der Frage, ob unser Politik- und Wirtschaftssystem so seinen Sinn trage.

Musikalisch umrahmt wurde die Hochschulfeier durch Hochschul-Chor und -Orchester. Im Anschluss lud die Hochschule gemeinsam mit den Städten Offenburg und Gengenbach sowie dem Verein der Freunde und Förderer der Hochschule zu einem Stehempfang ein.